AMD Aufholjagd des ewigen Zweiten

Zwischen Intel und dem Monopol steht mehr oder minder nur noch AMD. Nach Punktsiegen im Consumer-Markt visiert AMD - inwischen auch in Dresden ansässig - nun den Unternehmensmarkt an, denn dort rollt der Rubel.

Der Chiphersteller AMD will mit preiswerten und schnellen Mikroprozessoren stärker in den Unternehmensmarkt vorstoßen. "Wir wollen bis 2001 einen Marktanteil von 30 Prozent bei Mikroprozessoren erreichen", sagte der Chef von AMD, Jerry Sanders, am Montag in Hannover am Rande der Computermesse Cebit. "Bislang hatten wir keine ideale Lösung. Mit dem Mikroprozessor Athlon haben wir eine."

Der AMD-Chip Athlon soll in Dresden gefertigt werden. AMD setze mit dem Athlon weiter auf superschnelle Hochleistungschips für Personalcomputer, sagte Sanders. "Schnelligkeit und Leistungsfähigkeit bleiben unser Schwerpunkt". Man werde aber nicht um jeden Preis um die Geschwindigkeitskrone kämpfen. "Lassen Sie uns Mitte des Jahres sehen, wer die meisten Gigahertz- Prozessoren ausgeliefert hat." Wichtig seien die Produktionszahlen.

AMD hatte vor kurzem einen 1,1 Gigahertz schnellen Prozessor präsentiert, der auch auf der Cebit gezeigt wird. Intel konterte kurz danach mit einem 1,5 Gigahertz schnellen Prozessor mit dem Code-Namen "Willamette". Intel ist nach wie vor der unangefochtene Marktführer bei Prozessoren. AMD konnte bisher nur bei Computern für Privatverbraucher punkten.

AMD setzt große Hoffnungen auf den neuen Superprozessor "Sledgehammer", der mit Geschwindigkeiten im Gigahertzbereich und einer Verarbeitungsbreite bis 64 Bit den Servermarkt aufrollen soll. Dieser Prozessor soll nach Sanders Worten ebenfalls aus Dresden kommen und ab Ende 2001 produziert werden. "Die Zukunft für AMD liegt in Dresden", sagte Sanders. In Dresden arbeiten derzeit mehr als 1000 Mitarbeiter.

Trotz zunehmender Konkurrenz durch mobile Computer, die spezielle und vor allem stromsparende Prozessoren benötigen, will AMD sich weiter auf PC-Prozessoren konzentrieren. "Wir denken über andere Dinge nach, aber zur Zeit ist der Massenmarkt wichtig. Dort liegt das Geld", sagte Sanders. Die Produktion in hohen Stückzahlen habe bei AMD Vorrang.