Apple Codename "iPhone"

Seit dem Debakel mit dem Kleincomputer Newton wollte Apple-Chef Steve Jobs lange nichts mehr von Palmtops wissen. Doch die Anzeichen mehren sich, dass er wieder mit einem eigenen Gerät antreten könnte.

San Francisco - Handhelds sind kein Thema, über das Jobs gerne redet. Dafür gibt es zwei einfache Gründe. Erstens gehört das Abenteuer mit der am Markt gescheiterten Frühgeburt Newton zu den äußerst unrühmlichen Kapiteln der Firmengeschichte. Und zweitens hat Jobs sich und seinen Leuten einen strikten Maulkorb aufgesetzt, wenn es um neue Produkte geht. Früher war es üblich, dass die Apple-Fangemeinde schon Wochen und Monate vor dem Marktstart über das Wohl und Wehe einer Neuerscheinung diskutiert hatte. Heute ist das anders, auch bei Apple ist mittlerweile Kaffeesatzlesen angesagt.

Doch Apple-Ikone Jobs hat kürzlich einen Hinweis gegeben: "Wir glauben, dass die Zeit der PDAs (Personal Digital Assistants; d. Red) bald vorbei ist", sagte er der "New York Times" und deutete an, dass die Funktionen von solchen Taschencomputern künftig in Handys aufgehen könnten.

Die Aussage gab Spekulationen weiter Nahrung, dass Apple ein eigenes Gerät herausbringen könnte, welches die Funktionen eines Mobiltelefones mit denen eines Kleincomputers verbindet. Nach Angaben der "New York Times" sollen die Überlegungen firmenintern unter dem Namen "iPhone" kursieren. Auch in der Apple-Fangemeinde kursieren schon Designstudien von Handys in der charakteristischen Acryl-Ästhetik.

Doch neben diesem Flurfunk gibt es auch handfeste Anzeichen, dass bald ein Handy mit Apfel-Logo zu den Insignien eines echten Apple-Fans gehören könnte. Auf der Fachmesse Macworld Expo in New York hat Steve Jobs beispielsweise ein Programm angekündigt, mit dem Handys von einem Apple Computer aus gesteuert werden können. Mit "iSync", das auf dem offenen Standard "SyncML" basiert, können komplette Kontaktlisten auf das Handy übertragen werden.

Auch das neue Betriebssystem Macintosh OS X 10.2 hat erstaunlich viele Bestandteile, die laut "New York Times" die Kommunikation mit mobilen Geräte erleichtern. Dazu gehört eine verbesserte Integration der Mail-, Kalender- und Adressbuch-Funktionen – bisher die Domäne der Palm-Software. Außerdem wurde die Suchfunktion "Sherlock" erweitert. Sie kann jetzt nicht mehr nur Daten auf der Festplatte aufspüren, sondern wird in Zukunft auch Flugpläne und Kinoprogramme durchforsten sowie Stadtpläne anzeigen.

Weitere Indizien für die iPhone-Pläne bei Apple sind nach Angaben der Zeitung die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem kleinen Unternehmen Pixo, das für Apple die Software des erfolgreichen MP3-Player "iPod" entwickelt hat. Dem Bericht zufolge hat Apple die Lizenz, die Pixo-Software noch für ein weiteres Produkt zu nutzen.

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