Aus Frust über Bürokratie Passwort des FBI-Chefs geknackt

Weil er sich nicht für jede Druckerinstallation eine extra Genehmigung holen wollte, knackte ein IT-Berater das Passwort von FBI-Chef Robert Mueller. So konnte er schnell und unbürokratisch arbeiten - jetzt droht ihm eine Haftstrafe.

Schuld war das aufwendige Behördenprocedere - zumindest aus der Sicht von Joseph C. Der IT-Berater, der im Auftrag des FBI Computer wartete, hatte keine Lust mehr, laufend neue Anträge zu stellen, um seiner täglichen Arbeit nachzugehen. Die ständigen Verzögerungen bei "Routinejobs und banaler Dinge wie dem Einrichten von PCs, Druckern und User-Accounts" hätten ihn so geärgert, dass er das Passwort des FBI-Direktors Robert Mueller knackte, erklärte C. vor einem Gericht im US-Bundesstaat Illinois.

Der IT-Berater arbeitete für das Projekt Trilogy, dessen Ziel es war, die Bundespolizei computertechnisch auf den aktuellen Stand zu bringen. Vor allem nach den Anschlägen des 11. September hatte es harsche Kritik an Geheimdiensten und FBI gegeben, weil mögliche Hinweise auf die Attentäter in den Institutionen untergegangen waren.

Joseph C. erklärte gegenüber dem Richter, er habe im Jahr 2004 von einem FBI-Mitarbeiter ein Passwort bekommen, um Verzögerungen zu vermeiden. Mit Hilfe dieses Passworts gelangte der 28-Jährige schließlich an das geheime Passwort von FBI-Direktor Mueller und weitere Zugangsdaten. Um die Passwörter zu entschlüsseln, nutzte C. nach eigenen Angaben zwei verschiedene Gratis-Programme, die er aus dem Internet heruntergeladen hatte.

Die Strafverfolger glauben nicht, dass der IT-Berater spionieren oder Informationen verkaufen wollte. Das FBI habe jedoch Maßnahmen einleiten müssen, um mögliche Schäden zu verhindern. So habe auch Direktor Mueller sein Passwort ändern müssen. Die Bundespolizei hat nach Angaben ihres Sprechers Paul Bresson mittlerweile die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, um unberechtigte Zugriffe zu verhindern.

Dem Angeklagten droht ein Jahr Haft. Das Urteil soll am Donnerstag gefällt werden.

hda/AP