Background David Bowie ist eine Bank

Kaum ein Popstar hat das Internet mit solcher Begeisterung umarmt wie David Bowie. Neben DavidBowie.com bietet er ab Februar auch eine eigene Online-Bank. Dahinter steht die Firma Ultrastar, die sich auf die Vermarktung von Stars als Imageträger spezialisiert hat.
Von Paola Di Maio

Schon im Februar will David Bowie eine eigene Bank eröffnen, mit richtigen Schecks und Geldkarten - der erste Popstar, der zum Banker wird. Bereits seit zwei Jahren ist Bowie mit einem eigenen Onlinedienst aktiv, den er unter anderem dazu nutzt, seine Musik direkt über das Web zu vermarkten. Auch in der Welt der Finanzen ist Bowie kein Frischling: 1997 gab er erstmals Anleihen aus, so genannte "Bowie Bonds" im Gesamtwert von rund 55 Millionen Dollar - und schlug Kapital aus dem "zukünftigen Wert" seines Repertoires.

So war das zu lesen. Doch Bowie wird nun nicht wirklich "Bankdirektor" oder "Verleger" seines Internet-Newsdienstes. Am nächsten kommt man der Wahrheit, wenn man sich Bowies E-Commerce und "Bowie Bond"-Aktivitäten ansieht: Bowie vermarktet Bowie, mit starken Partnern im Hintergrund, die das technologische Knowhow einbringen.

Wer also etwas über das Bowie-Network  oder die Bowiebank  wissen will, sollte mit Robert Goodale sprechen: Sein Unternehmen Ultrastar  steht hinter den Online-Aktivitäten, die unter Bowies Name firmieren. Robert Goodale: "Die Bowiebank wird in etwa einem Monat den Betrieb aufnehmen, zunächst nur für Kunden in den Vereinigten Staaten. Das liegt daran, dass alle Bank-Operationen von der Onlinebank USABankshares.com  abgewickelt werden - und die hat nur eine Lizenz für die Staaten. Im Augenblick haben wir etwa 10.000 Anmeldungen für die Bowiebank, die Hälfte davon aus den USA. Mittelfristig hoffen wir, den Service auch für Fans in anderen Ländern anbieten zu können - und vielleicht auch unter den Namen anderer Stars."

Zu den "Klienten" von Ultrastar zählen beispielsweise auch die Rolling Stones und die Band The Cure. Das Projekt Bowiebank spiegelt den Trend zur Personalisierung von Dienstleistungen und markiert das Aufkommen einer neuen Marketingstrategie: Beim "Affinity Branding" offeriert man Buketts verschiedenster Dienstleistungen rund um einen Markennamen. Das Ganze lebt von der "Afinität" der fans zu ihren Stars. So soll "Bowie" bald schon nicht nur für "Ballade", sondern ganz natürlich auch für "Bank" stehen. Wer würde sich für ein solches Projekt besser eignen als das "Pop-Chamäleon" David Bowie?

Analysten glauben, dass es einige Zeit dauern könnte, bis dieser innovative Ansatz zu einem geschäftlichen Erfolg wird: Viele Kunden könnten zögern, ihr Geld einer Bankneugründung anzuvertrauen. Auf der anderen Seite könnte es schnell als "cool" gelten, im Restaurant mit einem "Bowiebank-Scheck" zu bezahlen.