Bange Minuten bei der Nasa Hackerangriff - Ist Lowtech sicherer als Hightech?

Drei Jahre hüllten die Verantwortlichen eine Decke des Schweigens über die Vorfälle im Jahr 1997. Damals war ein britischer Hacker in einen Nasa-Computer eingedrungen und hatte vorübergehend die Kontrolle der medizinischen Überwachung einer Shuttle-Mission unterbrochen.


Im Jahr 1997 ging bei einem Hackerangriff alles gut. Doch die Gefahr ist auch heute noch jede Sekunde präsent
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Im Jahr 1997 ging bei einem Hackerangriff alles gut. Doch die Gefahr ist auch heute noch jede Sekunde präsent

Der damals 29-Jährige knackte die Hightech-Computer in Houston/Texas ausgerechnet in einer sensiblen Phase der Mission: Die Astronauten steuerten gerade die russische Raumstation "Mir" an.

Der Brite gelangte in den Computer für die medizinische Überwachung des Projekts. Die Wissenschaftler in der Bodenstation kontrollierten darüber den Herzschlag, den Puls und den allgemeinen Gesundheitszustand der Astronauten. Der Hacker störte jedoch für bittere Augenblicke die Datenübertragung.

Die Nasa-Wissenschaftler reagierten damals ganz spontan und benutzten den guten alten Funkkontakt mit der Raumstation "Mir", um die Verbindung zu ihren Leuten aufrecht zu halten. Die Geschichte hat fast Hollywood-Potenzial: Noch nicht einmal ein "Happy-End" müssten die Drehbuchschreiber erfinden. Dafür sorgte die Story selbst.

"Aber das Beispiel zeigt, wie anfällig das Computersystem der Nasa für Hackerangriffe wirklich ist", erklärte Nasa-Topmanagerin Roberta Gross. Jährlich versuchten mehr als 500.000 Hacker in die Hightech-Computer der Nasa einzudringen - manchen gelingt es.

Die (ver)alte(te) Technik auf der Mir verhinderte 1997 Schlimmeres. Ist Lowtech also letztlich sicherer als Hightech?

Thorsten Pifan



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