Barry geht Napster kriegt 'nen neuen Chef

Angeblich wollte er schon lange weg von der Spitze der Musiktauschbörse Napster, nun hat Hank Barry offenbar einen Nachfolger gefunden. Künftig soll ein Deutscher die Geschäfte führen - und Normalität einkehren lassen.


Stürmisch: An der Napster-Spitze hatte Hank Barry den Wind oft im Gesicht
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Stürmisch: An der Napster-Spitze hatte Hank Barry den Wind oft im Gesicht

Los Angeles - Neuer Mann an der Napster-Spitze wird der deutsche Manager Konrad Hilbers, der zuletzt Verwaltungschef bei der Bertelsmann-Tochter BMG Entertainment war. Dies hat Napster am Dienstag bekannt gegeben. Laut Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff ist Hilbers eine großartige Wahl für Napster. Middelhoff verwies auf dessen Erfahrungen in der Internet- und Musikbranche. Hilbers hatte unter anderem bei AOL, Netscape und Compuserve gearbeitet.

Der bisherige Chef von Napster, Hank Barry, der im Mai vergangenen Jahres zu von der Venture-Capital-Firma Hummer Winblad zu Napster gekommen war, soll weiterhin im Aufsichtsrat von Napster mitarbeiten, allerdings nicht in leitender Position. Angeblich hatte der Jurist Barry schon seit längerem auf seine Ablösung gedrängt und seinen Nachfolger persönlich angeworben. In den vergangenen Monaten hatte er vor allem versucht, Napster nach Klagen der Musikindustrie vor einem endgültigen Aus zu bewahren.

Der 38-jährige Bertelsmann-Manager Konrad Hilbers übernimmt bei Napster die schwierige Aufgabe, das kostenpflichtige Abo-Modell der Tauschbörse zu etablieren, mit dem Bertelsmann ab dem Herbst an den Start gehen will. Wann genau das sein soll, ist noch immer nicht klar.

Napster und sein Gründer Shawn Fanning hätten das Internet genutzt, um durch Daten-Austausch die größte Gruppe von Musikfans zusammen zu bringen, die es je gegeben habe, sagte Hilbers. Der nächste Schritt zur Vollendung der Aufgabe sei es, dieses Phänomen in ein Unternehmen umzuwandeln, dass die Urheberrechte respektiere.

Währenddessen gewinnen Nachfolger der Tauschbörse, die weiterhin kostenlose Downloads anbieten, immer mehr an Zulauf. Das belegen aktuelle Studien von Jupiter Media Metrix und Nielsen/NetRatings. "Das Interesse der Nutzer für andere Filesharing-Dienste steigt angesichts der Restriktionen für Napster sprunghaft an. Die Zugriffe auf die Napster-Seite sinken, während andere Tauschbörsen stark steigenden Traffic registrieren", sagte Jarvis Mak von NetRatings bei der Vorstellung einer Studie am Montag, die vor allem BearShare und iMesh als Napsters aussichtsreiche Erben ausmacht. Jupiter Media Metrix sieht außerdem noch Audiogalaxy, Bodetella und Lime Wire in der Spitzengruppe.

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