Billigrechner im Test Mac-Klon röhrt und klappert

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4. Teil: Hardware und Preisvergleich


Das Testprogramm Xbench attestiert Psystars Billig-Mac ordentliche Messwerte im Vergleich zu ähnlich teuren Apple-Rechnern: Der Psystar-Rechner schlägt Apples aktuellen Mac Mini bei weitem und ist ungefähr so fix wie die iMacs der vorigen Generation.

Beim Preis fällt der Vergleich nicht so leicht. Viele in Apples iMac integrierte Komponenten gibt es beim Psystar-Rechner nur gegen Aufpreis. Zum Beispiel:

  • Drahtlos-Internet (90 Dollar Aufpreis)
  • Bluetooth
  • Firewire (50 Dollar Aufpreis)
  • Grafikkarte statt integrierter Grafikchips (110 Dollar für GeFore 8600GT)
  • Tastatur und Maus (beim iMac dabei, bei Mac Mini und Psystar nicht)
  • Bildschirm (iMacs haben einen Monitor, der Mac Mini und Psystar nicht).

Bringt man den Mac-Klon auf das Hardware-Niveau von iMac und Mac Mini, ist der Psystar kein 399-Dollar-Mac mehr – er kostet mit Apple-Monitor und allen Extras ungefähr so viel wie ein aktueller iMac und bietet vergleichbare Rechenleistung.

Vergleich: Der Mac-Klon im Geschwindigkeits- und Preistest

Test Psystar Open Computer
(2.2GHz Core 2 Duo, 4 GB RAM, Geforce 8600 GT)
iMac
(2.4GHz Core 2 Duo, 1 GB RAM), August 2007
iMac
(3.06GHz Core 2 Duo, 2 GB RAM), neustes Modell
Mac Mini
(Intel Core Duo 1.83 GHz, 2 GB RAM)
Preis
zur Vergleichbarkeit in Dollar, inklusiv Lizenz für OSX 10.5
1178,99
(mit 20" Apple Cinema Display, FIrewire und W-Lan)
1099
(refurbished, inkl. 20 Zoll Bildschirm)
2199
(inkl. 24 Zoll Bildschirm)
1299,98
mit 20"Apple Cinema Display
Prozessor
(Messwert Xbench 1.3, je höher, desto besser)
138,89 138,58 188,54 75,27
Arbeitsspeicher
(Messwert Xbench 1.3, je höher, desto besser)
146,46 150,82 211,78 109,36
Grafik (Quartz Test)
(Messwert Xbench 1.3, je höher, desto besser)
213,88 193,4 228,36 138,98
Festplatte
(Messwert Xbench 1.3, je höher, desto besser)
70,94 80,72 78,47 %

Quellen: Engadget, Apple.com, Mac Mini Test
getestet unter OSX 10.5 mit Xbench 1.3.

Die Hardware der Psystar-Rechners funktioniert in ein paar Details nicht so, wie man es vom Mac kennt. Die Cnet-Tester haben diese Macken beobachtet:

  • Mit einer regulären Tastatur kann man den Schacht des DVD-Laufwerks nicht öffnen. OS X reagiert nicht auf den Knopf am Laufwerk, sondern nur auf das Drücken der Apple-eigenen "Eject"-Taste. Die haben nur Apple-Tastaturen, steckt man aber so eine in den Psystar-Rechner, funktioniert das Auswerfen von CDs und DVDs.
  • Die bei allen iMacs und Mac Minis enthaltene Fernbedienung hat der Psystar-Rechner nicht. Mangels Infrarot-Unterstützung kann man die auch nicht nachrüsten.

Abgesehen davon arbeitet der Psystar-Rechner mit externer Hardware ganz gut zusammen: Die Tester von Cnet und Engadget, haben an das Gerät iPhone, iPods, einige Digitalkameras und diverse Tastaturen und Mäuse (Apple, Microsoft, Logitech) problemlos angeschlossen.

Fazit: Wer beim Psystar auf Extras verzichtet, kann den Preis deutlich unter Mac-Niveau drücken – einen Mac-Klon hat man dann aber ganz gewiss nicht. Wer den Psystar mit allen Apple-Extras ausstattet, zahlt fast so viel wie für einen Mac und muss mit Macken wie fehlenden Fernbedienung und möglichen Hardware-Problemen leben. Kein gutes Geschäft.



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