Branchenverband Bitkom Surfe lieber safer

Immer mehr Deutsche, beobachtet der IT-Branchenverband Bitkom, stellen persönliche Daten und Informationen ins Internet. Ein gefährlicher Trend, meinen die Experten und mahnen zu mehr Vorsicht: Die Daten aus Social Networks ließen sich höchst unseriös nutzen.


Immer mehr Deutsche präsentieren ihr Privatleben im Netz: 18 Prozent der Bundesbürger stellen bereits persönliche Informationen ins Internet, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ergeben hat. "Unter den jungen Anwendern bis 29 Jahre sind es sogar 49 Prozent", berichtete Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf anlässlich des europaweiten Aktionstages "Safer Internet Day" am Dienstag in Berlin.

Vor allem sogenannte Communities und Social Networks, Gemeinschaften wie MySpace, StudiVZ oder Xing, sind zu beliebten Kontaktplattformen geworden: Dort trifft man sich mit Bekannten oder findet alte Freunde wieder. Zwölf Prozent der Bundesbürger sind angeblich in solchen Netzwerken aktiv. Ebenfalls beliebt sind eigene Homepages (vier Prozent), Online-Tagebücher und Singlebörsen (je zwei Prozent).

Viele Nutzer geben in den Netzwerken private Daten preis: "Das Netz ist zum Spiegel für das Privatleben vieler Nutzer geworden", sagte Kempf. Was manche dabei vergessen: "Solche Plattformen und Foren sind oft frei zugänglich. Einmal erzeugte Informationen bleiben im Netz oft ewig erhalten."

Kempf empfiehlt daher, mit privaten Daten sparsam umzugehen und die Datenschutzerklärungen der Anbieter zu prüfen. In vielen Netzwerken könne man bestimmte Informationen nur Bekannten zugänglich machen. Außerdem raten Experten, die Angabe von Vor- und Nachnamen zu vermeiden und statt dessen Spitznahmen zu verwenden. Mit bewusster Vorsorge lässt sich auch ein anderes Risiko eindämmen: die Gefahr, von Cyber-Kriminellen betrogen zu werden.

Die Schwachstelle beim Banking sitzt vorm PC

Vor allem beim Online-Banking gebe es steigende Opferzahlen, berichtete Kempf. "2006 hoben Betrüger in mehr als 3.250 Fällen Geld von den Konten ihrer Opfer ab." Die klassische Phishing-Mail, mit der Bank-Geheimzahlen gestohlen werden, werde dabei seltener, erklärte der Experte. Betrüger setzten verstärkt Trojaner ein, die nicht in E-Mail-Anhängen, sondern auf Web-Seiten versteckt werden.

Die parlamentarische Staatssekretärin im Verbraucherministerium, Ursula Heinen, appellierte daher an die Banken, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern: "Es ist völlig unverständlich, dass es immer noch Banken gibt, bei denen es frei wählbare TAN-Nummern gibt", kritisierte die CDU-Politikerin.

Um sich zusätzlich abzusichern, rät Kempf den Nutzern von Online-Banking, dubiose E-Mails zu löschen, Anhänge nicht zu öffnen und niemals eine Geheimzahlen nach einer E-Mail-Aufforderung einzugeben. Neben einem modernen TAN-Verfahren sollten Surfer anspruchsvolle Passwörter wählen und diese nicht im PC speichern. Außerdem sollten Bankgeschäfte nicht an öffentlichen Computern erledigt werden - und beim heimischen PC sollte die Sicherheits-Software regelmäßig aktualisiert werden.

AP



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