Bündnis Panasonic baut Google-Fernseher

Der japanische Matsushita-Konzern (Panasonic) will seine Fernseher Web-fähig machen - und sucht die Partnerschaft mit Google. Der Web-Konzern versucht damit den Sprung ins Wohnzimmer - mit Fotoanwendungen und YouTube-Videos.


Nach Sony strebt nun auch Matsushita, hierzulande vor allem unter dem Markennamen Panasonic bekannt, danach, die Welten von TV und Web zu verschmelzen: In Kooperation mit Google will der Konzern bereits in diesem Frühjahr Fernseher vorstellen, die Web-Inhalte darstellen. Dass dabei mehr herauskommt als das bereits seit Ende der Neunziger übliche Web TV mit pixeliger Schrift am viel zu großen Bildschirm soll die gemeinsame Softwareentwicklung sicherstellen.

Gemeinsamer Auftritt: Mike Horowitz (links), Googles Projektmanager für Picasa, und YouTube-Gründer Steve Chen plaudern mit Panasonics Toshihiro Sakamoto über das Web auf TV-Bildschirmen
REUTERS

Gemeinsamer Auftritt: Mike Horowitz (links), Googles Projektmanager für Picasa, und YouTube-Gründer Steve Chen plaudern mit Panasonics Toshihiro Sakamoto über das Web auf TV-Bildschirmen

So sollen die Panasonic-Fernseher offenbar über Module verfügen, die für Google-Anwendungen optimiert sind. Geplant ist es, das Picasa-Fotoprogramm für den Fernseher anzubieten sowie eine Schnittstelle für YouTube-Videos.

Matsushita wolle Nutzern den Zugriff auf Internet-Videoplattformen vom Fernseher aus ermöglichen, teilte das japanische Unternehmen am Dienstag auf der CES in Las Vegas mit. Auf der Google-Internetseite YouTube könnten die Fernsehzuschauer dann in der Videobibliothek blättern.

YouTube, einst Vorreiter unter den Web-TV-Angeboten ist im letzten Jahr qualitativ stark ins Hintertreffen geraten. Prinzipiell ist der Dienst längst in der Lage, Videomaterial mit nahezu HD-Qualität anzubieten. Das Gros des bei YouTube hinterlegten Materials ist jedoch User Generated Content, also von den Nutzern selbst produziert - und das oftmals in Webcam- oder gar Handy-Qualität. Verpixelte Bilder sind da also gewiss - dafür aber eine alternative Programmwelt, die völlig andere Quellen erschließt als das herkömmliche Fernsehen.

Die Integration von Internet in Fernseher ist einer der starken Trends auf der diesjährigen Consumer Electronics Show. Verschiedene Hersteller bieten Netzzugänge, teils direkt über W-Lan oder Powerline, also Netzwerk über die Steckdose. Samsung stellte einen LCD-Fernseher vor, der sogar DivX-Videos unter Umgehung des Rechners direkt zeigen kann.

pat/Reuters

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