Bundesweite Razzien Premiere verliert 8000 potenzielle Schwarzseher

Unerwarteten Besuch erhielten am Wochenende gleich 50 Premiere-Kartendealer in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die Polizei kam, um gehackte Karten und dazugehörige Dealer zu kassieren.


Kirchs Dauerproblem: Viele hätten gern Pay-TV - bevorzugen aber die Sonderpreise am Bahnhof

Kirchs Dauerproblem: Viele hätten gern Pay-TV - bevorzugen aber die Sonderpreise am Bahnhof

Rund 8000 potenzielle Kunden des Kirch-eigenen Pay-TV-Senders Premiere werden nun wohl doch monatlich bezahlen müssen, wenn sie Weihnachten nicht auf ihre volle TV-Packung verzichten wollen.

Bei Kirch knallten am Wochenende entsprechend wohl die Sektkorken, denn der Schlag gegen die Dealerszene wird als "empfindlich" eingestuft. Neben mehr als 8000 Smartcards zur Entschlüsselung der Premiere-Codierung wurden PCs, Decoder und Smartcard-Lesegeräte einkassiert - sowie Dealer und Smartcard-Produzenten, die für das Weihnachtsgeschäft sonst sicherlich noch für Nachschub gesorgt hätten.

Das alles ist fast schon Routine, denn der schwunghafte Handel mit so kostengünstigen wie illegalen "Premiere-Paketen" ist so weit verbreitet, dass er wohl zu Recht als einer der Gründe dafür gesehen wird, dass Kirchs Pay-TV finanziell nicht in die Hufe kommt. Bemerkenswert ist die bundesweit koordinierte Parallel-Razzia aber noch aus einem anderen Grund: Die Lorbeeren für den Fahndungs-Erfolg darf die "Task Force E-Security" für sich verbuchen - und das ist nicht etwa eine Sondereinheit der Polizei, sondern eine Ermittlungsabteilung der Kirch-Gruppe. Diese Task-Force ermittele eigenständig und erstatte mit ihren Erkenntnissen entsprechende Anzeigen, hieß es erklärend aus Kirch-Kreisen.



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