Chip-Trend Performance ist Trumpf

Der Chip-Gigant Intel schwenkt auf die strategische Richtung ein, die Konkurrent AMD sich längst auf die Fahnen geschrieben hat: Statt bloßer Geschwindigkeit sollen künftige Prozessoren durch Multifunktionsfähigkeit glänzen. In San Francisco stellte Intel den Prototypen eines Chips vor, in dem mehrere "Kerne" stecken.

Was bestimmt die Leistung eines Computers? Über Jahre schien die Antwort auf diese Frage klar: Vor allem die Taktfrequenz des Prozessors. Das aber ist allenfalls ein Teil der Wahrheit.

Denn wäre dem so, wären Intels aktuelle PC-Chips mit ihren über 3 Gigahertz Taktfrequenz unschlagbar, doch das sind sie nicht: Apples Rechner mit ihren vergleichsweise "lahmen" Prozessoren haben in vielerlei Hinsicht die Nase vorn, wenn es um die Gesamtperformance des Systems geht, und auch Intel-Konkurrent AMD betont und beweist seit Jahren, dass man aus weniger "Gigahertz" teils deutlich höhere Leistungen kitzeln kann. Cluster-Rechner und Mehrprozessorsysteme schließlich zeigen, worauf es wirklich ankommt: Eine möglichst große Zahl von Rechenoperationen parallel bewältigen zu können.

"Multifunktionalität" heißt also das Zauberwort, und die hofft Intel mit einer neuen Generation von "Multi-Core"-Chips zu erreichen. In San Francisco stellte Intel-Präside Paul Otellini am Dienstag den Prototypen eines "dual-core" Itanium-2-Chips mit dem wohlklingenden Codenamen "Montecito" vor, der zwei Prozessorkerne enthält.

"Früher", sagte Ottelini, "hat man gefragt: 'Wie viele Chips stecken in einem Computer?' Künftig wird die Frage lauten: 'Wie viele Computer stecken in einem Chip?'"

Vollmundig kündigte Otellini an, dass die neue Chipgeneration nicht nur schon 2005 auf dem Markt sein werde, sondern dass Intel auch schon den Auftrag für ein prestigeträchtiges Projekt akquiriert habe: Die Raumfahrtbehörde Nasa werde sich auf der Basis von Montecito einen neuen Supercomputer bauen lassen. Der soll dann gleich den japanischen "Earth Simulator" vom ersten Platz der Top 500-Liste der schnellsten Rechner der Welt verdrängen.

Doch auch auf dem entstehenden Sektor der Mehr-Kern-Rechenknechte wird Intel nicht ohne Konkurrenz sein. Bereits im letzten Monat kündigte AMD eine ähnliche Technologie an. Das Rennen der Chipentwickler ist also wieder einmal eröffnet.

Intel zielt mit dem Montecito-Konzept nicht nur auf leistungsstarke Server-Computer, sondern auch auf heimübliche PCs. Deren Leistungsvermögen ließe sich mit dem Multi-core-Konzept noch einmal erheblich steigern. Relevant ist das heute fast nur noch für Hobbyfilmer und Hardcore-Gamer: Sie allein schöpfen noch das Leistungsvermögen handelsüblicher PCs aus.

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