"Colorfoto"-Test Die besten Fotorucksäcke

In Fotorucksäcken stecken schon mal ein paar Kilo Ausrüstung für ein paar Tausend Euro - da sollte die Polsterung mindestens so gut sein wie das Tragesystem. Das Fachmagazin "Colorfoto" hat acht Fotorucksäcke für kleine und mittlere SLR-Ausrüstungen getestet.
Von Christian Rottenegger

Ein Fotograf braucht unterwegs nicht nur seine Kameraausrüstung, sondern auch Geldbeutel, Schlüssel, Stift, mal die Regenjacke, mal Mütze und Handschuhe oder die Badehose - eben das, was auch jeder andere manchmal bei sich hat.

Was liegt da näher als ein Allrounder, der zugleich als Foto- und Standardrucksack dient und damit die Zweittasche ersetzt?

Das Foto-Fachmagazin " Colorfoto " hat acht gängige Kombimodelle für 60 bis 230 Euro getestet.

Regen, Stöße, nasser Untergrund - "Colorfoto" hat getestet, welcher Rucksack die Fotoausrüstung am besten schützt, welcher sich am angenehmsten trägt und wie schnell die Kamera zur Hand ist.

Cullmann Como Daypack 300 (100 Euro)

Der Como Daypack 300 wiegt nur gut ein Kilogramm, misst 42 x 26 x 21 cm und erfüllt damit die IATA-Vorgaben für Handgepäck in Flugzeugen. Trotz der handlichen Größe bekommt der Fotograf hier eine SLR mit angesetztem Tele, einen nicht allzu großen Blitz und drei zusätzliche Objektive unter.

Alles liegt sicher vor Erschütterungen geschützt in weichen Kammern, da Cullmann sowohl den Rucksack an sich als auch den Kameraeinsatz polstert. Der Como Daypack gehört dadurch zu den wenigen Modellen mit gut gefütterten Ecken und Kanten. Cullmann vernäht die Schultergurte nicht wie üblich unten am Rucksackkorpus, sondern an zwei etwa 13 cm langen Laschen, die an Hüftgurtpolster erinnern. Dadurch verrutscht der Rucksack zwar seitlich weniger leicht als sonst. Den fehlenden Hüftgurt kann dieses Konstrukt allerdings nicht ersetzen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, ans Equipment zu gelangen: Zum einen lässt sich die komplette vordere Rucksackhälfte aufklappen. Damit die Kamera dabei nicht ungewollt herausfällt, hat Cullmann bei etwa 45 Grad eine Sperre vorgesehen. Das hat allerdings den Nachteil, dass man dadurch nur an das kleine Allzweckfach komfortabel herankommt, der Fotoeinsatz befindet sich etwas ungeschickt darunter.

Wer seine Kamera auch ohne Graben zur Hand haben will, nimmt daher besser den Schnellzugriff an der Rucksackfront. Wenn die Fotoausrüstung mal zu Hause bleiben soll, kann der komplette Einsatz mit wenigen Handgriffen entnommen werden. Die Stativbefestigung mit zwei Riemen am Boden empfanden die Tester allerdings als unpraktisch und relativ instabil.

Fazit: Für einen derart kleinen, leichten Fotorucksack bietet der Cullmann Como Daypack 300 viel Platz für die Kameraausrüstung und erstaunlich dicke Polster. Er kostet 100 Euro - ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, für das er einen Kauftipp verdient.

Dörr Adventure X-treme Backpack (120 Euro)

Der Kameraeinsatz des Dörr Adventure X-treme fällt zwar etwas größer aus als der des Cullmann, trotzdem fasst er nur eine kleine bis mittlere SLR-Ausrüstung ohne lichtstarkes Tele. Er befindet sich wie bei Universalmodellen üblich im unteren Rucksackteil, also unterhalb des mittelgroßen Allzweckfachs.

Damit der Fotograf dennoch leicht an Kamera und Zubehör herankommt, klappt der Einsatz extrem weit nach vorne aus. Dörr bringt nämlich nicht wie die meisten Konkurrenten seitliche Laschen an, welche die Bewegung etwa bei 45 bis 60 Grad stoppen.

So lässt sich zwar der mit Klett befestigte Fotoeinsatz besonders bequem entnehmen. Wenn der Fotograf aber beim Öffnen nicht aufpasst, purzeln die Einzelteile womöglich aus ihren weichen, sicheren Kammern, zumal Dörr keinen Kompressionsgurt beilegt.

Deshalb empfiehlt es sich, den Rucksack zuerst mit dem Rückenpolster nach unten abzulegen und erst dann den beschichteten, etwas schwer laufenden Reißverschluss des Hauptfachs aufzuziehen. In Situationen, in denen nur ein dreckiger oder nasser Untergrund als Ablagefläche zur Verfügung steht, wird das unter Umständen zum Problem.

Da Akkus bei Kälte an Laufzeit einbüßen, liefert Dörr für sie ein Isoliertäschchen samt Wärmepad mit. Im Boden steckt eine integrierte Regenhülle. Und der umlaufende Reißverschluss besitzt Ösen für ein Schloss. Das Tragesystem besteht aus Schultergurten und einem Hüftgurt, den man nur mit einigem Aufwand in der Länge verstellen kann. Der weiche, gummierte Griff gefällt. Außerdem wirkt die Verarbeitung, abgesehen von den biegsamen Kunststoffschnallen, hochwertig.

Fazit: Ein solider, leichter Rucksack, der die Kameraausrüstung vor Schäden bewahrt, zumindest solange keiner das Fotofach unvorsichtig öffnet. Der Preis (120 Euro) geht in Ordnung.

Kata Sling-Rucksack 3N1-30 (160 Euro)

Das feurige Rot des Schulter- und Hüftgurts, das knallgelbe Innenfutter - wie Farbkleckse stechen die wenigen bunten Akzente des sonst komplett schwarzen Kata 3N1-30 ins Auge. Seine Form scheint älteren Schulranzen nachempfunden. Doch was deutlich mehr zählt: Der Kata ist viel flexibler als alle anderen Testkandidaten.

Das ausgeklügelte Schultergurtsystem macht drei unterschiedliche Tragevarianten möglich: Wer viel zu Fuß geht und die einseitige Belastung eines Sling-Rucksacks scheut, verwendet einfach alles, was da ist: die beiden Schultergurte entweder klassisch parallel oder über Kreuz für mehr Stabilität und den angenehm gepolsterten Hüftgurt, der ordentlich Last übernimmt.

Wer dagegen vor allem Wert darauf legt, dass er seine Kamera selbst im Gehen noch schnell auspacken kann, nutzt den Kata besser als Sling-Rucksack. Dazu trägt er entweder den linken oder den rechten Schultergurt diagonal und verstaut den anderen hinter dem guten Rückenpolster. So lässt sich der Kata dann über die Seite nach vorne schwingen und die Kamera direkt entnehmen.

Die Metamorphose vom Standard- zum Sling-Modell geht dank passender Schnallen innerhalb von Sekunden vonstatten. Damit man dabei nicht durcheinanderkommt, hat Kata die zueinander gehörenden Gurte mit gleicher Farbe gekennzeichnet: Rot auf Rot und Schwarz auf Schwarz. Auf Flugreisen wird der 3N1-30 mit einem optional erhältlichen Gestell zum fahrbaren Trolly.

Die Kamera ist von vorne und beiden Seiten zugänglich - passend zu allen drei Varianten des Tragesystems. Das Allzweckfach eignet sich dank gepolsterter Seitenwände als Stauraum für Camcorder oder 300-mm-Teleobjektiv. Außerdem findet man dort eine Netztasche und kleine Innenfächer für Handy und Zubehör. Eine Stativhalterung fehlt. Der schmale TST-Ripp-Streifen, der die Front verstärkt, soll Stöße und Erschütterungen abfangen.

Fazit: Der 3N1-30 überzeugt mit seinem vielseitigen, komfortablen Tragesystem, dem guten Nutzungskomfort und stabiler Verarbeitung. Kauftipp Flexibilität, obwohl sich Kata den Luxus mit 160 Euro bezahlen lässt.

Lowepro Fastpack 200 (60 Euro)

Der mit 60 Euro günstigste Testkandidat nimmt eine SLR mit aufgesetztem Batteriehandgriff und Objektiv (bis 21 cm Länge), einen Blitz und drei maximal 14 cm lange Wechseloptiken auf. Außerdem besitzt der Lowepro ein großes Universalfach mit mehreren Täschchen für Zubehör.

Über einen Schnellzugriff auf der rechten Seite gelangt der Fotograf problemlos zum geräumigen Fotoeinsatz, ohne den Rucksack abzulegen. Fünf Trennelemente teilen das ordentlich gepolsterte Hauptfach so, dass eine große Spiegelreflex mit Batteriehandgriff stabil sitzt.

Ein kleineres Gerät findet dagegen keinen festen Halt. Da Lowepro zudem nur schmale Haftstreifen auf das sonst glatte Innenmaterial aufbringt, kann man an der bestehenden Unterteilung kaum etwas ändern. Auch beim Tragesystem beschränkt sich Lowepro auf das Wesentliche, sprich auf zwei ergonomisch geformte Schultergurte mit harter Kante, ein belüftetes Rückenpolster und einen Riemen, der als Tragegriff herhalten muss. Lastkontrollriemen, Brust- und Hüftgurt gibt es nicht.

Positiv werten wir die beiden weichen Speicherkartentäschchen an der Innenseite des Schnellzugriffdeckels. Das seitliche Trinkflaschennetz hält die volle Flasche jedoch nur, wenn der Rucksack aufrecht steht. Sobald wir ihn über die Schulter nach vorne zogen, um die Kamera herauszuholen, fiel das Getränk zu Boden. Lowepro liefert keine Regenhülle mit und verzichtet auf eine vollwertige Stativhalterung. Zur Not lässt sich aber hinter dem Abdecklappen des Kamerafachs ein leichtes Dreibein befestigen.

Fazit: Der Lowepro Fastpack 200 ist trotz des günstigen Preises hochwertig verarbeitet. Er eignet sich vor allem für kurze Ausflüge. Auf längeren Märschen wird das einfache Tragesystem schnell unangenehm. Kauftipp Preis/Leistung.

Mountainsmith Borealis AT (230 Euro)

Fast könnte es ein Alpinrucksack sein, wären da nicht statt einer Eispickelbefestigung die stabile und durchdachte Stativhalterung und statt des Deckelfachs eine Kammer fürs Notebook.

Der Borealis AT richtet sich an diejenigen, die eine mittlere Fotoausrüstung samt Stativ und zugleich einiges an Outdoor- oder Reiseequipment über lange Zeit transportieren müssen. Er ist mit 54 x 36 x 25 cm größer als seine Konkurrenten und wiegt ohne Inhalt bereits über 2 kg.

Dafür bietet er aber ein aufwendigeres Tragesystem, das sich recht genau an die Statur des Trägers anpassen lässt. Obwohl die Schulterpolster vergleichsweise dünn erscheinen und von einer harten Kante umsäumt werden, tragen sie sich angenehm - mitunter wegen des breiten Hüftgurts, der ihnen einiges an Last abnimmt.

Der Fotoeinsatz befindet sich im unteren Rucksackteil, klappt nach vorne aus und wird von oben bestückt. Die Kamera gehört mit dem Objektiv zuerst in die mittlere der fünf Kammern, wobei das Gehäuse die übrigen vier Zubehörfächer teilweise verdeckt. Außerdem darf die aufgesetzte Optik nicht länger als etwa 14 cm sein.

Für kleinere Teile stehen vier Außen- und drei größere Innentaschen zur Verfügung. Praktisch: Am Hüftgurt gibt's ein Reißverschluss- und ein Netzfach für das, was immer griffbereit sein soll. Mountainsmith bringt an den Schultergurten zwei Schlaufen für optionale Objektivköcher oder Zubehörtaschen an. Ein kleiner Reißverschluss unter dem gummierten Tragegriff führt zur integrierten Regenhülle.

Fazit: Der Borealis AT ist der größte, mit 230 Euro teuerste, aber auch einer der komfortabelsten Fotorucksäcke im Test und kann als einziger ein Fach für das 17-Zoll-Notebook vorweisen.

Naneu Pro Alpha Military OPS (100 Euro)

Ursprünglich gab's den Alpha Military OPS in zwei Camouflage-Tarnfarben, in denen er seinem Namen alle Ehre machte. Jetzt ist der Universalrucksack von Naneu Pro allerdings nur noch in schlichtem Schwarz, Olive oder Blau verfügbar. Das knallorange Innenfutter hebt sich apart von den gesetzten Farben ab. Den oberen Rucksackteil nimmt ein großes Universalfach ein, in das beispielsweise eine Gorejacke und ein Reiseführer im Taschenbuchformat passen.

Zwei lange und bis zu sechs kurze, recht schmale Polsterwände unterteilen das Fotofachfach so, dass eine kleinere SLR mit aufgesetztem Tele (bis circa 18 cm), mehrere Wechseloptiken und ein Blitz unterkommen. Allerdings bleibt dem Kameragehäuse so wenig Platz, dass man es förmlich in sein enges Kämmerchen bugsieren muss, wo es dann immerhin stabil sitzt. Eine große SLR wie etwa Nikons D3 passt dagegen nicht hinein.

Der Kameraeinsatz ist ausschließlich über einen schwer laufenden Reißverschluss im Rückenpolster zugänglich. Das bedeutet, dass der Fotograf den Rucksack abnehmen und umdrehen muss, um das Fotofach zu öffnen. Das mag einerseits unpraktisch erscheinen, andererseits haben Diebe dadurch kaum eine Chance, zumindest solange der Naneu Pro auf dem Rücken sitzt.

Außerdem bewahrt der Alpha Military das Equipment zuverlässig vor Stößen und Erschütterungen, zum einen durch die stabilen Außenwände des Fotoeinsatzes, zum anderen durch die Zubehörtaschen vorne und durch das dicke Rückenpolster hinten. Die mitgelieferte Regenhülle steckt im separaten Netz, das bei gutem Wetter zu Hause bleiben kann. Der Tragekomfort schneidet durchschnittlich ab.

Die beinahe zu weichen Schulter- und Hüftgurte halten nicht, was die dicken Polster versprechen. Der gesamte Rucksack saß an unseren Testpersonen zu hoch, wodurch der Hüftgurt bis zu den Rippen nach oben rutschte. Die Lastkontrollriemen verlagern den Schwerpunkt noch weiter nach oben und helfen daher nur bedingt. Dazu kommt, dass der Alpha Military vergleichsweise schwere 1665 g wiegt. Der Kompass an der Front dient allenfalls als nette Attrappe.

Fazit: Der Naneu Pro Alpha Military punktet mit einem sicheren Schutz vor Erschütterungen, Feuchtigkeitsschäden und Dieben. Dagegen stehen ein mäßiger Nutzungskomfort und ein Tragesystem, an dem sich noch einiges verbessern ließe.

Tamrac Aero Speed Pack 75 (75 Euro)

Wer ihn nicht kennt, hält den Aero Speed Pack 75 für einen unauffälligen Tages- oder Handgepäcksrucksack. Und das ist gut so, schließlich muss nicht jeder wissen, dass sich darin eine Fotoausrüstung befindet, die aus einer SLR mit angesetztem, lichtstarkem 200er-Tele, einem Blitz und drei Wechseloptiken bestehen kann.

Das mittelgroße Universalfach nimmt in etwa die Hälfte des Rucksacks ein. Im Großen und Ganzen verfolgt Tamrac hier das gleiche Konzept wie Lowepro beim Fastpack 200: günstig, gut verarbeitet, aber ohne viel Schnickschnack. Wie beim Lowepro kommt der Fotograf auch beim 75-Euro-Aero über einen seitlichen Eingang schnell an seine SLR heran.

Zusätzlich gibt es aber einen Zugriff über einen Deckel an der Rucksackfront. Während Tamrac den Reißverschluss vorne verdeckt, kommt an der Seite ein beschichteter, wasserdichter und entsprechend schwer laufender Verschluss zum Einsatz. Trotzdem fehlt uns eine Regenschutzhülle.

Auf der Innenseite beider Deckel befinden sich diverse kleine Zubehörfächer, darunter zwei für Speicherkarten, die mit zu kleinen Klettaufsätzen verschlossen werden. Dadurch können Teile, die kleiner als eine CF-Karte sind, seitlich herausrutschen. Für Handy, weitere Speicherkarten und Batterien bietet Tamrac optional passende Erweiterungstaschen an, für die die Schultergurte mit Befestigungsschlaufen ausgestattet sind. Ebenfalls optional: die Riemen zum Anbringen eines Stativs.

Das recht simple Tragesystem kommt ohne Hüft- und Brustgurt aus, und der harte Saum der Schultergurte drückt unter Umständen am Hals. Immerhin sind die Gurte ergonomisch geformt, ausreichend gepolstert und auf den Innenseiten gummiert, damit sie nicht verrutschen - eine gute Idee - leider nicht zu Ende gedacht. Denn die haftbare Beschichtung endet zu weit oben und fehlt genau dort, wo der Gurt aufliegt, wenn man den Rucksack über die linke Körperseite nach vorne schwingt. Der Fotoeinsatz könnte für unseren Geschmack besser gepolstert sein, vor allem an den Ecken und Kanten. Dafür besitzt der Tamrac einen verstärkten Boden.

Fazit: Ein unauffälliger, günstiger, aber solide verarbeiteter Fotorucksack für die mittelgroße Fotoausrüstung mit Universalfach und seitlichem Schnellzugriff. Gut geeignet für kurze Fußmärsche und Stadtbesichtigungen.

Vanguard Oregon 58 (130 Euro)

Der schlicht schwarze Oregon 58 hat im geräumigen Universalfach genug Platz für alles, was man etwa für einen Sightseeing-Bummel braucht. An der Front stehen eine mit weichem Stoff ausgekleidete Handy- und eine Zubehörtasche zur Verfügung. Die Spiegelreflex wird mit dem aufgesetzten Standardobjektiv voraus in das mittlere Fach des relativ kleinen Fotoeinsatzes geschoben.

Dieses ist allerdings beinahe so breit wie der Rucksack tief, wodurch die Kamera zu viel Spiel hat. Anders die vier Wechselobjektive rechts und links der SLR: Wenn sie nicht länger als zehn cm und etwa neun cm in der Breite messen, passen sie geradezu perfekt in die quadratischen Kammern. Die ordentlich gepolsterten und versteiften Trennelemente lassen sich fast beliebig positionieren, weil Vanguard die gesamten seitlichen Innenwände mit haftbarem Material auskleidet. Am Boden fehlt jedoch eine Befestigungsmöglichkeit, wodurch die Objektive unter Umständen unten aneinander reiben.

Eine aufgesetzte Fronttasche mit integrierter Regenhülle sorgt neben dem festen Polster für Schutz vor Stößen. Der Boden ist wasserfest beschichtet und steht dank der beiden knapp zwei cm hohen, länglichen Standfüße deutlich über der Erde. In den Standfüßen verstecken sich zwei Riemen, die das Stativ so fixieren, dass es gleichmäßig auf beiden Schultern lastet. Allerdings kann man den Oregon 58 dann nicht mehr vernünftig abstellen, sonst landet das Stativ womöglich im Dreck. Vanguard führt mehrere optionale Zubehörtaschen, die man an den dafür vorgesehenen Schlaufen der Schultergurte befestigt.

Das Tragesystem geht in Ordnung: Die Schulterriemen sind bequem und nach innen vernäht. Auch das angenehme, belüftete Rückenpolster bringt dem Vanguard einige Punkte ein. Als Hüftgurt muss jedoch ein einfacher, harter Riemen herhalten. Die verdeckten Reißverschlüsse laufen leicht. Auch die Nähte machen einen guten Eindruck.

Fazit: Ein klassischer Fotorucksack mit großem Universalfach und passablem Tragesystem für 130 Euro. Wegen des fehlenden Schnellzugriffs vergeben wir keinen Kauftipp.

Fazit - drei Empfehlungen, kein Totalflop

Alle acht Testkandidaten haben ihre Vorzüge, keiner fällt komplett durch. Doch drei Modelle tun sich besonders hervor:

  • allen voran der Kata-Sling-Rucksack 3N1- 30, der in kürzester Zeit vom klassischen, komfortablen Standard- zum Sling-Rucksack mit schnellem Zugriff auf Kamera und Zubehör mutiert.
  • Der Mountainsmith Borealis AT punktet mit dem größten Stauraum, einem Notebook- und einem großen Universalfach. Sein Tragesystem passt sich an die Körperstatur des Trägers an.
  • Für kleine bis mittelgroße SLR- Ausrüstungen empfehlen wir das leichteste Modell dieses Sortiments, den robusten Cullmann Como Daypack 300 für 100 Euro.

Tabelle - die detaillierten Testergebnisse im Überblick

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