Einrichtungskonzepte Plasma-TV sucht Designerschrank

Umgeben von teuren Designermöbeln - so inszenieren die Größen der Unterhaltungselektronik gern ihre Flachbildschirme, Media Center und MP3-Player. Samsung hat diese Möbelschau auf der IFA zur eigenständigen Veranstaltung gemacht.

Aus Berlin berichtet


"Neue Konzepte des digitalen Heims" heißt die Ausstellung, in der gleich vier verschiedene Einsrichtungsstile beweisen sollen, dass sie wunderbar mit Samsung-Produkten aller Art harmonieren. Da steht der Laptop auf dem Küchentisch, ein MP3-Player klebt am Lenker eines Rennrads, ein anderer liegt auf dem Nachttisch - und natürlich der thront auf jedem zweiten Sideboard ein riesiger Flachbildschirm, der im Wind wankende Sonnenblumen in Zeitlupe wiedergibt.

"Vier verschiedene europäische Einrichtungskonzepte zeigt Samsung, "um die europäischen Designvorlieben und Lebensstile abzubilden", wie es in dem Pressetext heißt. Zelebriert werden der skandinavische, der mediterrane, der orientalische und der zeitgenössische Trend. Südkorea trifft Europa.

Man wähnt sich in einer Art Luxus-Ikea, denn was Samsung da an Möbeln aufgefahren hat, dürfte das Budget der meisten IFA-Besucher sprengen: dänische Designerstücke sowie Edelmöbel aus Schweden und Italien.

Raus auf den Sperrmüll!

Die Botschaft lautet: Leute, kauft Euch doch mal einen neuen Plasma-Fernseher, einen ultraportablen PC, einen Musikplayer (alles möglichst von Samsung). Und schmeißt am besten gleich den ganzen alten Krempel aus der Wohnung auf den Sperrmüll, denn den 40-Zoll-Monitor kriegt ihr ohnehin nicht rein in eure Gelsenkirchener Barock-Schrankwand.

Womit Samsung sogar Recht hat, denn der moderne Fernsehzuschauer kommt kaum umhin, seine Wohnung komplett umzuräumen, wenn er sich einen Riesenfernseher oder gar einen Beamer samt Leinwand anschafft.

Aber ganz so einfach, wie Samsung es auf seinem IFA-Stand zeigt, ist die Sache leider häufig nicht. Allein die Verkabelung modernsten HDTV-Equipments kann den Verbraucher in größte Nöte bringen - und die Wirkung schicker Möbel ruinieren. Grund ist das HDMI-Kabel, das den HDTV-Receiver mit der Riesenglotze (oder dem HD-Beamer) verbindet.

Kabelsalat im Wohnzimmer

HDMI überträgt sowohl Bild als auch Ton digital, ist also die moderne Variante des Scart-Kabels. Zum HDMI-Standard gehört jedoch auch eine verschlüsselte Übertragung von Gerät zu Gerät, die Raubkopien verhindern soll. Auf Druck Hollywoods erlauben HD-Sender wie Premiere das Anschauen ihrer Filme nur mit eingeschalteter HDMI-Verschlüsselung.

Ohne HDMI-Kabel gibt’s also kein HDTV, zumindest nicht bei Premiere. Ist der Beamer an der Decke montiert, dann sollte man den HD-Reveiver am besten gleich mit an die Decke schrauben. Das erspart nämlich nicht nur den Anblick eines quer durch den Raum laufenden hässlichen Kabels, sondern auch die Anschaffung einer solchen extra langen, sündhaft teuren HDMI-Verbindung.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Samsung bei seinen vier Konzepten des digitalen Heims auf einen Beamer verzichtet hat. Aber das kann man ja im nächsten Jahr nachholen: Mit einer Ausstellung von Designer-Kabelschächten.

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