Ford Mitarbeiter bekommen Computer frei Haus

Auf dem Weg zum vernetzten Konzern: Der Autohersteller Ford will seine weltweit 300.000 Mitarbeiter mit privaten Computern, Druckern und Internetanschlüssen beglücken. Andere Autohersteller könnten dem Beispiel folgen.


Detroit - Ein entsprechendes Projekt haben Ford-Konzernchef Jac Nasser, der Ford-Verwaltungsratsvorsitzende Bill Ford und der Präsident der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW, Stephen P. Yokich, am Donnerstag angekündigt. Die Geräte stehen, so Ford, "zur unbegrenzten privaten Nutzung" zur Verfügung.

Will seinen Mitarbeitern Computer schenken: Ford-Konzernchef Jac Nasser
AP

Will seinen Mitarbeitern Computer schenken: Ford-Konzernchef Jac Nasser

Der Zugang zum Internet sei Teil der elektronischen Geschäfts- und Internetstrategie des Unternehmens, erklärten Nasser und Ford. Das weltweite Computer- und Internet-Programm wird im zweiten Quartal in den USA beginnen und innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen sein. Volvo- und Jaguar-Mitarbeiter sollen auch Computer nach Hause geliefert bekommen. Ford wollte keine Kosten für das Gesamtprogramm nennen.

Die PCs und Drucker werden von Hewlett-Packard geliefert. People PC, eine Computer- und Internetfirma in San Francisco, wird das Gesamtprogramm leiten. UUNET, eine Tochter des US-Telefonkonzerns MCI WorldCom, wird den Internetzugang ermöglichen. In den USA soll der Internetzugang die Angestellten im Monat fünf Dollar kosten.

Die drei Firmen nannten die Aufträge des weltweit zweitgrößten Automobil-Konzerns sehr bedeutend. Der Auftrag könnte für Hewlett-Packard einen Umfang von 192 Millionen Dollar haben, hatte die Finanz-Agentur Bloomberg berichtet.

Das Programm wird zunächst für drei Jahre laufen. Die Kosten des Internetzugangs könnten von Land zu Land leicht variieren, hieß es. Ford plant zudem, eigene Web-Pages für die Mitarbeiter in 14 Sprachen einzurichten.

Das Unternehmen, das sich zu einem "vernetzten Konzern" entwickeln wolle, verspreche sich von der Aktion eine bessere Kommunikation mit den Arbeitern. Den Plänen, alle Arbeitsplätze ans Datennetz anzubinden, komme es entgegen, wenn die Angestellten auch zu Hause vernetzt seien, meldet die Computerzeitschrift "Information Week".

Die Gewerkschaft will ähnliche Verträge auch mit DaimlerChrysler und General Motors abschließen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.