Fotobearbeitung So zaubern Bildtrickser eine Panorama-Landschaft

Wie macht man aus einem kleinen Landschaftsbild ein großartiges Panorama? Das Magazin "Colorfoto" zeigt, wie durch Spiegeln, Kopieren und ein paar andere Photoshop-Tricks ein langweiliger Schnappschuss zum Hingucker wird.
Von Maximilian Weinzierl

Winterspaziergang rund um den teilweise zugefrorenen Badeweiher. Die Frühjahrssonne scheint bei strahlend blauem Himmel, und das Eis glänzt und glitzert. Da Tauwetter herrscht, haben sich einzelne Eisplatten am Ufer abgelöst.

Die losen Platten sind teils mehrere Zentimeter dick und von beachtlichem Gewicht. Mit einer oder besser zwei Hilfspersonen lassen sie sich verschieben und aufrecht stellen.

In der Durchsicht offenbaren die Eisplatten dann höchst fotogene Formen, Muster und Einschlüsse.

Aber in diesen Bildern steckt noch mehr: Absolut symmetrisch mit ihren Spiegelbildern zu Panoramen zusammenmontiert, ergeben sich verblüffend neue Ansichten.

Wie aus einem Detailfoto ein Panoramabild wird - "Colorphoto" erklärt Photoshop-Montage Schritt für Schritt.

Schritt 1 - Bild korrigieren

Öffnen Sie die Originaldatei (Abb. 1) und korrigieren Sie zunächst das Bild in der gewohnten Weise (Tonwertkorrektur, Gradationskurve, Farbe und Dynamik) am besten mit Einstellungsebenen (Abb. 2). Mit Stempelwerkzeug und Reparaturpinsel wird das Bild - falls nötig - ausgefleckt und retuschiert (Abb. 3).

Abb.1: Die Originaldatei wird geöffnet und korrigiert

Abb.1: Die Originaldatei wird geöffnet und korrigiert

Foto: Maximilian Weinzierl
Foto: Maximilian Weinzierl
Abb.2: Die korrigierte Datei mit den Einstellungsebenen

Abb.2: Die korrigierte Datei mit den Einstellungsebenen

Foto: Maximilian Weinzierl
Abb.3: Ausflecken mit dem Stempel

Abb.3: Ausflecken mit dem Stempel

Foto: Maximilian Weinzierl

Schritt 2 - Horizont ausrichten

Für die symmetrische Montage ist es wichtig, dass der Bildhorizont waagrecht verläuft. Mit Menü: "Auswahl" - "Alles auswählen" und dem Befehl Menü: "Bearbeiten" - "Transformieren" - "Drehen" können Sie das Bild am Anfasser in die Waagrechte drehen (Abb. 4).

Abb.4: Bildhorizont gerade richten

Abb.4: Bildhorizont gerade richten

Foto: Maximilian Weinzierl
Foto: Maximilian Weinzierl

Achten Sie darauf, dass zuvor alle Ebenen aktiviert sind. Sie können sich die Arbeit erleichtern, indem Sie die Lineale einblenden (Menü: "Ansicht" - "Lineale"), eine Hilfslinie (Abb. 4, türkisfarben) aus dem waagrechten Lineal (oben) ins Bild ziehen und an dieser den Bildhorizont exakt ausrichten. Da das Bild damit "aus dem Format" gedreht wird, entstehen an den Ecken Abschnitte ohne Bildinhalt. Manchmal können diese Bereiche, vor allem wenn es sich um strukturlose Bildareale wie hier den Himmel handelt, leicht mit dem Stempelwerkzeug aufgefüllt werden (Abb. 5). Alternativ können Sie das Bild einfach auf das neue Format freistellen und die pixellosen Flächen abschneiden.

Abb.5: Ecken ausfüllen

Abb.5: Ecken ausfüllen

Foto: Maximilian Weinzierl

Schritt 3 - Bild kopieren

Erst wenn alle diese Einstell- und Korrekturarbeiten am Bild abgeschlossen sind, erstellen Sie wieder eine Auswahl über alles (Menü: "Auswahl" - "Alles auswählen") und kopieren das Bild mit Menü: "Bearbeiten" - "Auf eine Ebene reduziert kopieren" (Abb. 6). Die Kopie verbleibt erst mal in der Zwischenablage.

Abb.6: Alles kopieren

Abb.6: Alles kopieren

Foto: Maximilian Weinzierl

Schritt 4 - Arbeitsfläche erweitern

Als nächstes wird die Arbeitsfläche erweitert. Dadurch steht um das vorhandene Bild herum mehr Platz zur Verfügung. Zur Vergrößerung der Arbeitsfläche rufen Sie den entsprechenden Einstelldialog auf: Menü: "Bild" - "Arbeitsfläche" (Abb. 7).

Abb.7: Die Arbeitsfläche wird in der Breite verdoppelt

Abb.7: Die Arbeitsfläche wird in der Breite verdoppelt

Foto: Maximilian Weinzierl

Im Feld "Breite" geben Sie genau den doppelten Wert der bestehenden Breite ein (hier: vorher 26,5 cm, nachher 53 cm). Die Höhe bleibt. Wichtig: Mit dem Feld "Anker" wird die Position des Bildes auf der neuen Arbeitsfläche bestimmt. Klicken Sie auf das entsprechende Quadrat; hier (Abb. 7) ist das ganz rechte Quadrat (dunkelgrau) aktiviert, die Arbeitsfläche wird dementsprechend auf der linken Seite zum Panoramaformat erweitert (Abb. 8).

Abb.8: Arbeitsfläche nach links erweitert

Abb.8: Arbeitsfläche nach links erweitert

Foto: Maximilian Weinzierl

Schritt 5 - Kopie einsetzen

Jetzt wird die zuvor erstellte Kopie mit Menü: "Bearbeiten" - "Einfügen" eingesetzt (Abb. 9).

Abb.9: Einfügen des kopierten Bildes

Abb.9: Einfügen des kopierten Bildes

Foto: Maximilian Weinzierl

Achten Sie darauf, dass diese neue Ebene die oberste Ebene ist, andernfalls würden sich die Einstellungsebenen erneut auf das Bild auswirken, und die beiden Bildhälften wären unterschiedlich. Die Ebene mit dem eingesetzten Bild wird gespiegelt: Menü: "Bearbeiten" - "Transformieren" - "Horizontal spiegeln" (Abb. 10).

Abb.10: Ebene, horizontal gespiegelt

Abb.10: Ebene, horizontal gespiegelt

Foto: Maximilian Weinzierl

Mit dem Verschieben-Werkzeug wird das Bild dann pixelgenau passend an die andere Bildhälfte herangeschoben (Abb. 11).

Abb.11: Pixelgenaues Ausrichten und Anfügen des "Spiegelbildes"

Abb.11: Pixelgenaues Ausrichten und Anfügen des "Spiegelbildes"

Foto: Maximilian Weinzierl

Das gesamte Bild kann dann - falls erforderlich - nochmal mit einer Einstellungsebene feingetuned werden (Abb. 12, hier: Erhöhung der Sättigung).

Abb.12: Feintuning (Sättigung)

Abb.12: Feintuning (Sättigung)

Foto: Maximilian Weinzierl

Die abschließende Reduzierung aller Ebenen auf die Hintergrundebene (Abb. 13) vereint beide Bildhälften zum absolut symmetrischen Gesamtwerk.

Abb.13: Das fertige Werk - eine symmetrische Bildkombination im Panoramaformat

Abb.13: Das fertige Werk - eine symmetrische Bildkombination im Panoramaformat

Foto: Maximilian Weinzierl