Green IT So sparen Sie richtig

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4. Teil: Schluss mit dem Elektro-Aquarium


Bildschirmschoner erfreuen sich bis heute fragwürdiger Beliebtheit. Waren es einst Szenen virtueller Aquarien, die man sich in Arbeitspausen auf den Desktop projizieren ließ, sind es heute eher wabernde Lichtgebilde oder animierte Bildershows. So oder so: Bildschirmschoner sind unnütz, verbrauchen unnötig Strom und kosten somit Geld, das man sparen kann. Die Universität Münster hat nachgemessen und festgestellt, dass der berühmte Bildschirmschoner mit den Fischen mehr Energie verbraucht als ein echtes Aquarium - wenn man einen Röhrenbildschirm benutzt. Ein modernes TFT-Display wäre ungleich sparsamer, braucht aber konstruktionsbedingt keinen Bildschirmschoner.

Bildschirmschoner im "Matrix"-Look: Hübsch anzusehen aber unnütz
DDP

Bildschirmschoner im "Matrix"-Look: Hübsch anzusehen aber unnütz

Statt eines Bildschirmschoners sollte man also lieber die Energiesparoptionen des Bildschirms aktivieren. In Windows muss man dafür in dem Kontrollfeld "Eigenschaften von Anzeige" den Bildschirmschoner auf "Kein" setzen. Die Kontrolle über den Bildschirm übernimmt dann das Kontrollfeld Energieoptionen. Dort lässt sich festlegen, nach wie vielen Minuten Untätigkeit sich der Bildschirm abschalten soll.

Diese Zeitspanne sollte man mit Bedacht wählen. Röhrenbildschirme, die ohnehin Stromschleudern sind, kann man bedenkenlos schon nach zehn bis 15 Minuten schlafen lassen. Angst vor Schäden wegen des häufigen Ein- und Ausschaltens muss man nicht haben. Eine Studie der ETH Zürich hat gezeigt, dass PC-Elektronik erst nach 30 Jahren Verschleißerscheinungen aufgrund der Einschaltvorgänge zeigt. Allerdings hängt es auch von der Güte der vom Hersteller genutzten Bauteile ab, wie stark die Hardware leidet. Das ein Rechner innerhalb der typischen Nutzungszeit von etwa fünf Jahren tatsächlich Schaden nimmt, ist aber unwahrscheinlich.

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sevens, 10.03.2008
1. Das Problem ist nicht das Elektrogerät, sondern der Mensch
Es ist schon merkwürdig, dass in einem angesehenen politischen Online-Magazin dazu geraten wird, elektrische Geräte auszuschalten, wenn man sie nicht benötigt. Das Drängt den Verdacht auf, dass hier von technisch völlig unbedarften Lesern ausgegangen wird, die Ein nicht von Aus unterscheiden können. Ein elektrisches Gerät verbraucht erst dann keinen Strom mehr, wenn es vom Stromnetz getrennt ist. Das sollten auch bereits Kindergartenkinder wissen. Im Baumarkt gibt es Schaltersteckdosenleisten für unter 5 Euro, an die man die ganze Computer- oder Heimkinoanlage anschließen kann. Knipst man den Schalter aus, findet kein Verbrauch mehr statt. Dieses Bewußtsein zu vermitteln sollte aber nun wirklich eine Trivialität darstellen. Anders ist es bei dem Bewußtsein für die täglichen Gewohnheiten, aufgrund derer eine weit größere Verschwendung stattfindet: Angefangen bei den Leuten, die meinen, den ganzen Tag den Fernseher laufen lassen zu müssen, auch, wenn sie gar nicht im Zimmer sind, gerade telefonieren oder am PC sitzen und gar nicht fernsehen. Hier darf schon gezweifelt werden, ob ein Sparwille überhaupt vorhanden ist. Zweitens: Ein handelsüblicher PC verbraucht im Leerlauf fast genausoviel Strom wie wenn daran gearbeitet wird. Es lohnt sich also bereits, den Rechner auszuschalten, wenn man genau weiß, daß man ihn eine halbe Stunde nicht benutzen wird. Drittens: In Räumen, in denen man sich niemand aufhält, kann man getrost das Licht ausschalten. Mir fällt immer wieder auf, dass Leute, die gerade mal mit dem Hund gassi gehen, wie selbstverständlich die Wohnung verlassen, auch, wenn in drei Zimmern noch das Licht eingeschaltet ist. Und hinterher klären einen die selben Leute dann auf, daß man ja sparen müsse und sich deshalb Energiesparlampen zugelegt habe. Energiesparen ist, das sieht man am Beispiel US-Amerikanischer gepflogenheiten (ist es in New York im Winter zu warm im Appartment, weil sich die Heizung nicht regulieren lässt, schaltet man eben die Klimaanlage ein), vordergründig eine Frage des dazu vorhandenen Willens. Statt gut gemeinte Tipps sollte Spiegel Online lieber zu einer solchen Willensbildung beitragen.
Daniel Fleck 10.03.2008
2. Da stimmt so vieles nicht
1. Nicht nur Vista kennt den Suspend to RAM, sondern mindestens schon Windows 2000 und Windows XP (Ruhezustand), das ist eine bei Notebooks schon sehr lange übliche Art des Stromsparens gewesen. 2. Dauert es nach Suspend to RAM NICHT genauso lange zum Booten, wie ein kompletter Neustart, Da lediglich der alte Zustand des Hauptspeichers aus einer einzigen datei gelesen werden muß (Nach einem kurzen Hardwarecheck) geht es selbst bei 2GB RAM auf einem Notebook schon nach ca. 20 Sekunden an der gleichen stelle weiter, wo man in den Ruhezustand gewechselt hatte. 3. Auch Röhrenmonitore "brauchen" schon seit Jahrzehnten keinen Bildschirmschoner um den Bildschirm zu schonen, die Zeiten, wo sich ein starres Bild in die Beschichtung des Bildschirms eingebrannt hat, ist lange vorbei. Es sieht einfach netter aus und man sieht, das der PC nicht abgestürzt ist (Trotzdem führen viele Benutzer selbst diese Funktion ad absurdum, wenn sie schnell eine Taste drücken, oder die Maus bewegen, wenn der Bildschirmschoner zuschlägt) Es ist mir absolut unverständlich, warum es überhaupt noch Bildschirmschonerprogramme gibt, sie belasten nur die Ressourcen ohne jeglichen Nutzen und sollten mit einer Umweltgebühr belegt sein. Administratoren in Firmen sollten das Benutzen der windowseigenen Bildschirmschoner ganz unterbinden. Die Einsparungen würden alleine bundesweit gigantisch sein.
RuleBritannia, 10.03.2008
3. Sromsparen
In Grossbriannien (Sowie viele der ehemaligen Kolonien wie Singapore, Hong Kong, Malta, etc) haben alle Steckdosen einen Schalter, so dass alles was an Steckdose angeschlossen ist, direct von der Steckdose aus ausgeschaltet werden kann. Ich schalte seit vielen Jahren, Mikrowelle, TV, DVD-Player, Hifi-Anlagen, Computer, usw. direkt an der Steckdose aus, um alle diese Standby-Energiefresser auszuschalten. Meine Stromkosten sind in den letzten 2 Jahren um 30% gesunken. Beim eigebauten Geraeten, wird die Stromzufuhr per Schlater mit Sicherung abgeschaltet.
sevens, 10.03.2008
4. Es gibt auch Bildschirmschoner mit höherem Zweck :)
Zitat von Daniel Fleck1. Nicht nur Vista kennt den Suspend to RAM, sondern mindestens schon Windows 2000 und Windows XP (Ruhezustand), das ist eine bei Notebooks schon sehr lange übliche Art des Stromsparens gewesen. 2. Dauert es nach Suspend to RAM NICHT genauso lange zum Booten, wie ein kompletter Neustart, Da lediglich der alte Zustand des Hauptspeichers aus einer einzigen datei gelesen werden muß (Nach einem kurzen Hardwarecheck) geht es selbst bei 2GB RAM auf einem Notebook schon nach ca. 20 Sekunden an der gleichen stelle weiter, wo man in den Ruhezustand gewechselt hatte. 3. Auch Röhrenmonitore "brauchen" schon seit Jahrzehnten keinen Bildschirmschoner um den Bildschirm zu schonen, die Zeiten, wo sich ein starres Bild in die Beschichtung des Bildschirms eingebrannt hat, ist lange vorbei. Es sieht einfach netter aus und man sieht, das der PC nicht abgestürzt ist (Trotzdem führen viele Benutzer selbst diese Funktion ad absurdum, wenn sie schnell eine Taste drücken, oder die Maus bewegen, wenn der Bildschirmschoner zuschlägt) Es ist mir absolut unverständlich, warum es überhaupt noch Bildschirmschonerprogramme gibt, sie belasten nur die Ressourcen ohne jeglichen Nutzen und sollten mit einer Umweltgebühr belegt sein. Administratoren in Firmen sollten das Benutzen der windowseigenen Bildschirmschoner ganz unterbinden. Die Einsparungen würden alleine bundesweit gigantisch sein.
Ich würde nicht so weit gehen, Bildschirmschoner generell zu unsinnigem Tand zu erklären - schließlich gibt es bereits seit Jahren Programme wie SETI@Home, die den Heim-PC nutzen, sobald er nicht vom Nutzer benötigt wird: Während der Bildschirmschoner läuft, wertet der PC Radiosignale aus fernen Galaxien aus, um außerirdische Intelligenz zu finden. Wenn das mal keine sinnvolle Ressourcennutzung ist!
bolzo 10.03.2008
5. Richtigstellung (pos4) Ruhezustand
Sie sprechen mir aus der Seele - und ich finde es gut, wenn auch ein Blatt der Besserverdiener die Problematik des Energiesparens anspricht, auch wenn die Einsparungen für die Leser Peanuts sein mögen. So habe ich für meinen Teil im Ganzen Stromeinsparungen im Bereich von 30 Prozent erreicht, was etwa 170 Euro pro Jahr entspricht - haben oder nicht haben! Und das ohne Komfortverlust, nur mit etwas Disziplin! Zum Artikel: der Ruhezustand pos4 muß nicht im Bios sein oder ist nicht im Bios, also bei mir nicht. Ist ja auch eine Windows-Geschichte! Unter den Energieoptionen das Häkchen für Ruhezustand setzen, dann wieder bei den Energieschemas die Zeit einstellen. Hochfahren ist einiges schneller als normales Hochfahren, man hat wieder genau das Gleiche wie vor dem Runterfahren. Außerdem: für was Hightech-PC's? Die GamerLiga tut mir leid, weil neue CPU's wie Quadcores aberwitzige Spitzenverbräuche haben. Dann die Riesen - TFT's, (von den 50" Fernsehern zu schweigen...) Notebooks sind hier wirklich sinnvoll!
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