Innovationen Google plant Stadtvirtualisierung in 3D

Amerika von oben, als Karte und Satelliten- oder Luftaufnahme, das haben neben Google noch einige Konkurrenten im Angebot. Aber Amerika in 3D? Genau das will Google mit Informatikern der Uni Stanford verwirklichen: die Virtualisierung von Städten. San Francisco macht den Anfang.

Die neueste Frucht der Zusammenarbeit von Google mit Informatikern der Universität Stanford sei ein Projekt zur Erstellung von 3D-Stadtplänen, berichtet der "SiliconValleyWatcher".

Der Beginn wird mit San Francisco gemacht. Dazu sollen Trucks, bestückt mit Lasern und Digitalkameras, jede einzelne Straße der Stadt abfahren und mit Hilfe der Laser die Dimensionen aller Gebäude vermessen. Mit diesen Daten wird dann ein Framework erzeugt, in das die entsprechenden Digitalfotos eingefügt werden und so realistische 3D-Wiedergaben der Gebäude ermöglichen. Diese Informationen würden dann online gestellt und könnten damit eine interessante Ergänzung der satellitenbasierten Landkartensoftware Google maps bilden.

Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, denkt man bei Google bereits über die digitale Erfassung weiterer Großstädte in den USA und weltweit nach.

Eine Schwierigkeit hat sich jedoch bei den ersten Probeläufen ergeben: Während der Fahrt durch San Franciscos Straßen wurden die Aufnahmen der Vermessungslaser und Kameras immer wieder durch andere Fahrzeuge und Passanten gestört. Das Problem könnte mit einer zweiten Aufnahmerunde gelöst werden, jedoch will Google es bei einem einzigen Durchlauf belassen.

Zwar gibt es bereits verschiedene Projekte, die Betrachtern den dreidimensionalen Eindruck z.B. der Stadtbebauung Frankfurts vermitteln, allerdings basieren sie in der Regel auf 3D-Luftaufnahmen, die sich naturgemäß vom Blickwinkel des erdgebundenen Betrachters unterscheiden.

Mit dem 3D-Projekt von Google eröffnen sich überdies ganz neue kommerzielle Perspektiven selbst für Kleinstunternehmen. Hätten sie doch die Möglichkeit, sich z.B. als Inserenten an Online-Branchenlisten zu beteiligen, die mit 3D-Stadtplänen sicher an Anziehungskraft gewinnen dürften.

Richard Meusers