Langsame Internetverbindung Diebe klauen Tiefseekabel

Schon seit Wochen plagt Internetnutzer in Vietnam eine seltsame Schwäche ihrer Datenverbindungen. Nun scheint klar, warum Vietnams Netz so langsam ist: Diebe haben ein elf Kilometer langes Glasfaserkabel gestohlen, und zwar aus dem Meer.

"Das ist für unser Datensystem ein ernstes Problem", sagte der Vizedirektor der vietnamesischen Telekomfirma VTI, Lan Quoc Cuong. Es werde monatelang dauern, bis die Leitung repariert sei. Der Funktionär bestätigte, dass ein gestohlenes Tiefseekabel die Ursache für die Netz-Verzögerungen sei. Vietnams Netznutzer scheinen Kummer gewöhnt zu sein - der Diebstahl liegt nämlich schon Monate zurück. Schon im März sei das Kabel vermutlich verschwunden.

Die elf Kilometer lange Datenleitung aus Glasfaser haben die Diebe vermutlich an Schrotthändler verkauft. Der Diebstahl war nicht einfach - zumindest Taucher müssen an der Aktion beteiligt gewesen sein. Gemeinsam mit einem weiteren dicken Kabel hatte die Verbindung über 80 Prozent der vietnamesischen Internet- und Telefonverbindungen abgedeckt. Wer für die dreiste Tat verantwortlich ist, ist noch nicht ganz klar - es gibt aber offenbar heiße Spuren.

In der Nähe eines Küstenortes stießen Ermittler auf ein Boot mit ungewöhnlicher Ladung: 60 Tonnen Glasfaserkabel hatte das Gefährt an Bord. Einen Tag zuvor waren bereits drei andere Schiffe mit insgesamt 40 Tonnen Kabel an Bord entdeckt worden. Alle Boote gehören den Angaben zufolge dem selben Mann.

Kabeldiebstahl ist in Vietnam ein Dauerproblem. Eigentlich hatte die Regierung im vergangenen August mehreren Firmen Aufträge erteilt, alte Kupferkabel aus dem Meer zu bergen - offenbar nutzten manche der Unternehmen jedoch die Gelegenheit, gleich noch ein paar andere, durchaus noch in Betrieb befindliche Kabel mitzubergen. Der vietnamesischen Polizei zufolge hat man allein im Jahr 2007 bislang 500 Tonnen Leitungen sichergestellt.

cis/dpa

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