Lycos Keine Chance dem Purismus

Während Konkurrenten wie Google oder AltaVista ihr Angebot bewusst von zusätzlichen Gimmicks freihalten, setzt Lycos weiter auf den Portal-Gedanken. Der neue Inhalte-Manager Dirk Lüth will die Content-Bereiche ab Herbst sogar noch weiter ausbauen.


Gütersloh - "Wir planen eine Portal-Offensive in verschiedenen Sparten", sagte Dirk Lüth, der ab 1. August sein Amt als europäischer Content-Manager (Managing Director Content Business Europe) übernehmen soll. Der 35-Jährige Betriebswirt war zuvor gut anderthalb Jahre für den Finanz-Kanal des Portals zuständig.

Mit seiner Strategie stemmt sich Lycos, dass nach eigenen Angaben monatlich rund 2,4 Milliarden Seitenaufrufe verzeichnet, gegen den Trend. So entschied sich Konkurrent AltaVista Anfang des Jahres redaktionelle Inhalte wieder abzuschaffen. Im Vorfeld hatte das Management rund hundert Millionen Dollar für die Content-Bereiche investiert und mehrere hundert Mitarbeiter eingestellt, doch der Erfolg blieb aus. "In den USA flossen 80 Prozent unserer Aufwendungen in redaktionelle Inhalte. Dabei wollten 80 Prozent der User mit uns eigentlich immer nur suchen", begründete Kai Matthiesen, Altavista-Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz, dann das Aus.

Vorbild für den Purismus bei der Web-Recherche ist zweifelsohne die Suchmaschine Google. Deren Gründer Lawrence Page und Sergeij Brin betonten immer wieder, dass ihr Angebot nur das leisten solle, was sie auch könnten, und das sei lediglich, optimale Suchtechnologien zur Verfügung zu stellen.



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