Mac-Hype Apple verliert den Kultstatus

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3. Teil: Leopard-Käufer nennen System schlampig


Weil das iPhone so viel Entwicklungsarbeit gebunden hat, hat Apple den Starttermin seiner neuen Betriebssystem-Version Leopard schon um ein halbes Jahr verschieben müssen. Doch die Zeit scheint nicht gereicht zu haben, um ein paar ärgerliche Fehler zu beseitigen. Nach Erscheinen des Systems werfen prominente IT-Blogger Apple Schlamperei vor.

Podcasting-Miterfinder Dave Winer schreibt: "Ich habe Leopard eine Chance gegeben, aber es ist offensichtlich, dass das keine gute Version ist." Zwei Jahre nachdem er begeistert vom PC zum Mac zurückgewechselt ist, schimpft Winer nun wegen des Leopard-Updates über Abstürze, unbrauchbare Festplatten und eine verwirrende Firewall. Sein Fazit: "Ich weiß nicht, ob die ersten Versionen eines Betriebssystems immer so schlampig sind wie dieses. Aber hätte ich das gewusst, hätte ich meine Macs nicht aktualisiert."

In der Tat gab Apple zu, dass Probleme bei der Aktualisierung auftreten können – für die häufigsten wie den "Blauen Schirm" nach der Neuinstallation veröffentlichte der Konzern auch ausführliche Lösungshilfen.

Kritik an Leopard kam auch von Sicherheitsexperten. Das Fachmagazin "heise Security" dokumentierte detailliert ein Sicherheitsproblem der ersten Leopard-Versionen: Dank deaktivierter Firewall waren die Rechner gegenüber Netzschnüffler völlig ungeschützt. "heise Security"-Chefredakter Jürgen Schmidt sagte damals zu SPIEGEL ONLINE: "Apple ist mit dieser Firewall auf dem Sicherheitsniveau, das Microsoft vor drei Jahren hatte."

Mit einem Update hat Apple hier nachgebessert – doch das ist manchem Apple-Kunden zu wenig. Erfolgreichen Firmen lässt man Fehler nicht so leicht durchgehen. Und Apple wird an den selbst gesteckten Maßstäben seiner Werbeversprechen gemessen: Apple-Produkte funktionieren einfach. Blog-Star Robert Scoble hält Apple solch einen Werbespot vor, und fragt, warum er dann seine Videokamera nicht einfach anschließen könne.



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