Macworld-Neuvorstellungen 3D-iPhones und Zwergprojektoren

iPhone mit Bildtiefe, Touchscreen-MacBook: Nicht nur Apple hat auf der Macworld Expo Neues zu bieten. Etliche Zubehörhersteller nutzen die Mac-Messe als Forum, um ihre Neuentwicklungen vorzustellen. Ein paar Highlights hat SPIEGEL ONLINE gleich bei Messebeginn gefunden.

Wenn schon der eine Apple-Steve (Jobs) nicht kommt, dann wenigstens der Andere. Steve Wozniak, Mitgründer und Entwickler der ersten Apple-Computer, wird in diesem Jahr nicht nur als Besucher, sondern auch wieder als Aussteller auf der Messe unterwegs sein. Wozniak, von Freunden und Fans kurz Woz genannt, wird auf dem Messestand der Firma Axiotron ein Produkt zeigen, das man eigentlich gerne von Apple selbst gesehen hätte: das ModBook.

Wie der Name andeutet, handelt es sich dabei um ein modifiziertes MacBook. Indem sie Apples Laptop mit einem Zeichentablett mit integriertem Bildschirm verheirateten, schufen die Entwickler des ModBook-Herstellers Axiotron ein Apple-Notebook mit Touchscreen. Genau davon träumen viele Grafiker schon lange. Direkt auf dem Bildschirm kann man Malen und Zeichnen - wenn man will auch unterwegs. Zumindest, wenn man das nötige Kleingeld hat. Denn ein ModBook auf Basis des billigsten 999-Dollar-MacBook steht mit 2249 Dollar in Axiotrons Preisliste.

Frisiertes MacBook: Axiotron macht aus relativ preiswerten MacBooks deutlich teurere ModBooks - mit Touchscreen

Frisiertes MacBook: Axiotron macht aus relativ preiswerten MacBooks deutlich teurere ModBooks - mit Touchscreen

Weshalb nun aber ausgerechnet Wozniak das Maler-MacBook auf der Messe vorstellen wird, erklärt Axiotron-Gründer Andreas Haas ganz einfach mit dessen Technikaffinität: "Als Newton-Messagepad-Enthusiasten (der Newton war Apples glückloser Versuch, einen Handheld-Computer zu bauen, Anm. der Red.) teilen wir das Verlangen, einige von dessen Zeichentablett-Funktionen wiederzubeleben, die so lange in Vergessenheit geraten waren."

Mit derart prominenter Schützenhilfe können zwar nicht alle Aussteller auf der Apple-Messe Macworld Expo in San Francisco auftrumpfen, spannende Produkte haben etliche von ihnen aber trotzdem dabei.

Einige Highlights finden Sie auf den folgenden Seiten:

Die Wazabee-Hülle - iPhone mit 3D-Effekt

Das iPhone soll künftig auch dreidimensionale Bilder anzeigen können, ganz ohne nervige 3D-Brille. Möglich macht's die Wazabee  3DeeShell von Spatial View. Die iPhone-Hülle der besonderen Art schützt zum einen das Telefon vor Beschädigungen und sorgt gleichzeitig für plastische Darstellungen - wenn alles zusammenpasst.

Mehr als eine Schutzhülle: Wazabee will dem iPhone Tiefe geben.

Mehr als eine Schutzhülle: Wazabee will dem iPhone Tiefe geben.

Der Trick funktioniert durch eine Speziallinse, die sich, in die Hülle eingebaut, über das Display schiebt. Entsprechend vorbereitete Filme, Bilder und Spiele lassen sich damit samt räumlichen 3D-Effekts anzeigen. Damit das klappt, müssen die Vorlagen aber erst mit der Software des Herstellers entsprechend vorbereitet werden. Immerhin: Die gibt es kostenlos. Eigene 3D-Bilder soll man mit dem Programm 3DeeCamera per iPhone selber schießen.

Wer das alles auf dem iPhone zu mickrig findet, kann auch zum Wazabee 3DeeFlector greifen. Der Überzug für 13,3-Zoll-Bildschirme soll Apples MacBooks zu mehr Räumlichkeit verhelfen, virtuelle Welten wie "Second Life" und Spiele wie "World of Warcraft" in 3D erlebbar machen. Und wenn man von all dem räumlichen Gezocke genug hat, zieht man die Hülle einfach wieder ab und hat wieder ein stinknormales MacBook – oder ein iPhone mit einem wasabigrünen Schutzüberzug.

Ghettoblaster mit großer Klappe - der Firefly

Während die meisten für die iPods und das iPhone entwickelten Lautsprecherkombinationen versuchen, sich einen möglichst edlen Look zu geben, ist das beim Firefly ganz anders. Das sogenannte Speaker-Dock vom US-Hersteller Vestalife  hat sein Design bei Käfern abgeschaut - wenn auch gerade nicht bei Leuchtkäfern, wie der Name eigentlich impliziert. Anders als die Insekten leuchtet es zwar nicht von selbst, ist dank seiner knallroten Farbe aber trotzdem kaum zu übersehen.

Firefly: Das "Glühwürmchen" erinnert eher an einen Marienkäfer (Ladybird). Leuchtkäfer sind bekanntlich von länglicher Form und bei Licht besehen mitunter überraschend hässlich - ganz im Gegensatz zu dieser formschönen Lösung einer iPod-Box

Firefly: Das "Glühwürmchen" erinnert eher an einen Marienkäfer (Ladybird). Leuchtkäfer sind bekanntlich von länglicher Form und bei Licht besehen mitunter überraschend hässlich - ganz im Gegensatz zu dieser formschönen Lösung einer iPod-Box

Vollkommen unübersehbar aber wird der Brüllwürfel, wenn er seine als Flügel modellierten Lautsprecher ausklappt. Zusammen mit dem kleinen, aber deutlich hörbarem integrierten Basslautsprecher ergibt das eine beachtliche Klangkulisse, die nett anzuschauen und gut zu verstauen ist.

Es geht noch kleiner - der Pico-Projektor

Für die Hersteller von Videoprojektoren liegt der Trend auf der Hand – oder besser gesagt: in der Hand. Es sind Mini-Bildwerfer, die man in der Jackentasche mitnehmen kann, wie es sich die Verbraucher wünschen, statt sie in Koffern herumschleppen zu müssen. Einen wirklich winzigen Vertreter dieser Spezies zeigt Microvision  auf der Macworld. Nur 14 Millimeter dick, sechs Zentimeter breit und knapp zwölf Zentimeter hoch ist deren Show-WX-Projektor.

Pico-Projektor: Praktische Sache, wenn man unterwegs ist - aber als Ersatz für den heimischen Beamer natürlich nicht tauglich

Pico-Projektor: Praktische Sache, wenn man unterwegs ist - aber als Ersatz für den heimischen Beamer natürlich nicht tauglich

Trotzdem wirft er ein Bild von bis zu zweieinhalb Metern Diagonale in DVD-Auflösung an die Wand. Ums Scharfstellen braucht man sich dabei nicht zu kümmern. Da der Pico-Projektor auf herkömmliche Linsen verzichtet, ist sein Bild immer scharf, selbst dann, wenn man es auf eine gewölbte Oberfläche projiziert.

Der Hersteller stellt sich vor, dass man mit solchen Geräten unterwegs mal eben einen Film anschauen, ein paar Digitalfotos bewundern oder eine Präsentation vorführen wird. Richtig gut funktioniert das aber nur in dunkler Umgebung und wenn man das Bild relativ klein wählt. Ansonsten verblasst das es zusehends.

Wer sch trotzdem für den kleinen Kino-Spaß begeistern kann, muss noch ein wenig warten. Die Produktion soll erst in Kürze anlaufen. Und billig wird der Kino-Zwerg auch nicht. 400 bis 500 Dollar soll das Gerät kosten. Dafür bekommt man locker auch einen "richtigen" Projektor, der viel hellere, kräftigere Bilder liefert. Aber der passt eben nicht in die Jackentasche.

Bitte sprechen sie jetzt - das Nano-Mikro

Mit dem Micromemo-Mikrofon von XtremeMac  soll der iPod-Nano zum veritablen Aufnahmegerät werden. Zwar bietet auch Apple Kopfhörer mit integriertem Mikro an, die taugen aber nur für Sprachnotizen oder Internet-Telefonate. Der Micromemo hingegen soll weit bessere Qualität bieten.

Elegant gelöst: Das Micromemo-Mikrofon soll einen iPod zum veritablen digitalen Aufnahmegerät aufwerten

Elegant gelöst: Das Micromemo-Mikrofon soll einen iPod zum veritablen digitalen Aufnahmegerät aufwerten

Fest an den iPod gesteckt, lässt er sich per Schwanenhals in die passende Aufnahmeposition drehen, auch wenn der iPod beispielsweise auf dem Tisch liegt. Ein Windschutz soll dafür sorgen, dass unter anderem Atemgeräusche minimiert werden. Und wem das nicht reicht, dem bietet sich die Möglichkeit, ein weiteres Mikro per Klinkenstecker anzuschließen.

Knapp 50 Dollar soll der Aufnahmehelfer kosten, wenn er ab März in den Handel kommt.

Schluss mit lustig - Office fürs iPhone

Bisher hat sich das Apple-Handy vornehmlich als Unterhaltungsmaschine hervorgetan. Von den zigtausend iPhone-Programmen sind die meisten entweder Spiele oder doch zumindest spielerisch umgesetzte Freizeitanwendungen. Damit ist es nun, zumindest teilweise, vorbei. Mit der Anwendung MobileFiles Pro  soll man künftig auch weniger unterhaltsame Dinge tun können, wie etwa Word-Texte und Powerpoint-Präsentationen auf dem iPhone lesen. Bearbeiten kann man damit allerdings ausschließlich Excel-Tabellen, sonst nix. Für eine mobile Präsentation aber sollte es reichen.

Jetzt aber mal sachlich: MobileFiles will dem iPhone Office-Anwendungen erschließen

Jetzt aber mal sachlich: MobileFiles will dem iPhone Office-Anwendungen erschließen

Ob einem diese Büro-Kur gefällt, sollte man vor dem Kauf der 7,99 Euro teuren Software allerdings lieber mit der MobileFiles-Variante ohne "Pro" im Namen testen. Die gibt's kostenlos im iTunes Store.

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