Militärroboter Techno-Teddy rettet die Welt

Das US-Militär entwickelt einen Roboter mit Bärengesicht. Der Techno-Teddy soll verwundete Soldaten vom Schlachtfeld abtransportieren - seine militärische Durchschlagskraft könnte größer sein, als das Aussehen vermuten lässt.

B.E.A.R.: Das steht für Battlefield Extraction Assist Robot. Der 1,82 Meter große Rettungsroboter ist das Prestige-Projekt der Firma Vecna . Er soll verwundete Soldaten auf dem Schlachtfeld auflesen - und auf seinen gyroskopischen Rollen ins Lazarett tragen.

Menschen können so aus Minenfeldern oder aus dem Gefahrenkreis leckender Nuklear-Reaktoren gerettet werden, ohne dass sich andere Menschen dafür in Gefahr begeben. Von einem sicheren Ort aus wird die Rettung ferngesteuert, über Kameras und Mikrofone sieht und hört der Steuermann B.E.A.R.s Umgebung.

Einen tiefenpsychologischen Touch soll der hydraulische Helfer durch seine Teddy-Visage erhalten: Laut "New Scientist Magazine" soll es beim Abtransport einen beruhigenden Effekt auf den Verwundeten haben.

Eine gewisse Situations-Zynik ist in diesem Ansatz aber auch enthalten. Man stelle sich vor, blutend im Schützengraben zu liegen - da kommt ein Teddyroboter und trägt einen auf clownsfußgroßen Rollen durch den Bombenhagel, als wäre man eine Braut und würde gerade vom Bräutigam über die Schwelle getragen.

Bis der B.E.A.R.-Bot einsatzfähig sein wird, werden noch etwa fünf Jahre vergehen, schätzt Vecna. Genug Zeit, das Äußere des humanoiden (beziehungsweise "ursoiden") B.E.A.R.-Bots noch mal zu überdenken.

Zurzeit befindet sich der Roboter erst in Phase 1 - der Entwicklungs- und Design-Phase. Die Techno-Tatzen des bereits existierenden Prototyps lesen ihre bis zu 135 Kilo schweren Testobjekte noch wie ein Gabelstapler auf. B.E.A.R. II soll dank mehr Gelenken feinmotorisch geschickter vorgehen. Er soll Bärenkräfte haben und Passagiere bis circa 250 Kilo verarzten.

Zweifelhafte Technik

Nach Angaben der Firma Vecna federt der Oberkörper des B.E.A.R.-Bots beim Tragen die Stöße ab, um den Verwundeten beim Abtransport keine zusätzlichen Schmerzen zuzufügen. Seine Rollfüße sollen laut PR-Videoanimation so flexibel sein, dass B.E.A.R. beim Tragen sogar Treppen hochkraxelt - beispielsweise um einen Sniper aus dem zweiten Stock eines Hauses zu bergen:

Ein unanimiertes Demonstrationsvideo lässt an der Reife des militärischen Rettungs-Robos allerdings Zweifel aufkommen. Der B.E.A.R.-Prototyp wirkt in dem Clip in etwa so staksig und fehleranfällig wie die Loser-Roboter vom Robocup. Die fahren zwischendurch gerne mal stereotyp im Kreis oder fallen einfach um. B.E.A.R. holpert über den Fußball-Acker wie ein Rehkitz beim Laufenlernen - und agiert durchaus nicht autonom, sondern läuft an der Leine seines Betreuers.

Sollte der Bot irgendwann aber tatsächlich das Laufen gelernt haben, könnte sich die Militärplanung empfindlich verändern. Die Army wird mit B.E.A.R. dann sicher nicht nur Rettungsmanöver fahren - sie hätte dann so etwas wie einen Tornado-Aufklärungs-Jet am Boden, der sich mit allerlei Waffen bestücken ließe.

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