Mobile Musikdownloads Die Allianzen tanzen

Der Markt für mobile Musikdownloads bleibt in Bewegung. Die Tauschbörsen-Pioniere von Napster gründen mit Ericsson einen Handy-Downloaddienst. Microsoft verbündet sich derweil mit Nokia und will die neue Xbox musikalisch machen. Apple und Motorola lassen sich mit ihrer Musik-Kooperation viel Zeit.


Handy mit Musikplayer: Alle wollen ein Stück vom Kuchen
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Handy mit Musikplayer: Alle wollen ein Stück vom Kuchen

Napster will mit Ericsson gemeinsam ein Online-Musikangebot aufbauen. Der Musikdienst soll innerhalb der kommenden 12 Monate zunächst in Europa starten. Mit ihrem Schulterschluss fordern die beiden Partner vor allem den Marktführer Apple heraus, der sich mit dem Handyhersteller Motorola zusammengetan hat.

Das gemeinsame iTunes-Handy der beiden Unternehmen lässt allerdings weiter auf sich warten. Bei der Cebit in Hannover im März dieses Jahres sollte das Kooperations-Telefon präsentiert werden, tauchte jedoch am Ende nicht auf. Im April sagte ein Motorola-Sprecher der Nachrichtenseite Cnet.com, das Musikhandy werde "in den nächsten paar Monaten" auf den Markt kommen.

Das neue Angebot der Konkurrenz soll nun den Markennamen Napster tragen und das bisherige Musikangebot von Napster mit Ericssons Musikdienst verbinden, teilten die Unternehmen mit. Songs sollen im Abonnement oder im Einzelverkauf zum Herunterladen auf PC oder Handy verfügbar sein. Die Abrechnung soll über die Handyrechnung erfolgen. Der Service wird nach Angaben der neuen Allianz mit den meisten handelsüblichen Handys kompatibel, aber auch für zukünftige Breitbandnetze geeignet sein. Verdienen sollen an dem Geschäft auch die Mobilfunkanbieter.

"Es ist zunehmend wahrscheinlich, dass Handys das mobile Musik-Gerät der Zukunft sein werden", zitiert das "Wall Street Journal" Napster-Sprecher Adam Howorth. Im Augenblick führt Apple mit einem Anteil von weit über 70 Prozent mit seinem Online-Musikladen iTunes und dem iPod den Markt an. Für das Geschäft mit Musik-Handys hat sich Apple inzwischen mit Motorola zusammen getan. Der Softwarehersteller Microsoft, der ebenfalls in das lukrative Geschäft einsteigen will, kooperiert seit diesem Frühjahr mit dem finnischen Handyhersteller Nokia.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" soll auch Microsofts nächste Spielkonsole, die Xbox 360, eine Rolle in der neuen Musik-Strategie des Unternehmens spielen. Sie könnte zur Plattform für digitale Musikdownloads werden und Microsoft helfen, in diesem Bereich etwas von Apples Vorsprung aufzuholen, spekuliert das Blatt. Einen eigenen Musik-Downloaddienst hat Microsoft schon seit September 2004, noch in diesem Jahr soll auch ein Abonnementsystem dazukommen.



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