Netzwelt-Ticker Apple meldet Akkuprobleme

Schon wieder Ärger mit Notebook-Batterien: In manchen Apple-Laptops stellen sich die Stromspender einfach tot. Aber das ist vielleicht noch besser als jener Fehler bei Google Maps, der ein ganzes Dorf ins falsche Land verlegt. Das und mehr im täglichen Nachrichtenüberblick.

Von Sönke Jahn


Akkuprobleme der anderen Art

Nein, dieses Mal explodieren die Akkus nicht. Stattdessen meldet Apple, dass "manche in MacBook und MacBook Pro Notebooks verwendete Batterien Leistungsprobleme aufweisen."

Apple MacBook: Ungewöhnliche Probleme mit dem Akku
AP

Apple MacBook: Ungewöhnliche Probleme mit dem Akku

Was das bedeutet erklärt Apple in einem Support-Dokument. Demnach kann das Problem dazu führen, dass der Stromspeicher nicht mehr vom Notebook erkannt und bei eingesteckten Steckernetzteil nicht geladen wird. Bei bestimmten Akkus kann zudem trotz voller Ladung nur begrenzte Kapazität gemeldet werden. Im schlimmsten Fall kann es offenbar sogar zu einer sichtbaren Verformung des Akkus kommen.

Apple empfiehlt Anwendern aktueller Apple-Laptops daher das "Battery Update 1.2" auf ihren Mobilrechnern zu installieren. Sollten die Symptome nach dem Einspielen des Updates auftreten, ist ein Gang zum Apple-Händler oder ein Anruf bei der Hotline angesagt, um kostenlos zu einem Austauschakku zu kommen.

Mit einem simplen Anruf ist es allerdings nicht getan: Bevor das Notebook per Telefon durchgecheckt wird, muss man seine Kreditkartennummer angeben. Apple, so erklärt es der Mitarbeiter am Telefon, würde für das Telefonat eine Gebühr von 49 Euro erheben, wenn sich nach dem Durchlauf der Diagnosesoftware herausstellt, dass ein Software-Fehler für das Akku-Problem verantwortlich ist.

Wird der Fehler bestätigt, erhält man per Luftpost einen neuen Akku und muss den alten binnen zehn Tagen an Apple senden. Ansonsten, so die Hotline, würde Apple den Austausch als Kauf verstehen und die Kreditkarte mit dem vollen Preis des Akkus belasten - 139 Euro immerhin. Einen Tipp, wie man diese Kosten sparen kann, hatte die Apple-Hotline auch: Gehen sie doch am besten in einen Laden.

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Google grenzt aus

Es war also keine völkerverbindende Geste der Argentinier, ausgerechnet ein 400-Seelen-Dorf im gletscherbedeckten Süden nach Bernardo O'Higgins, dem Nationalhelden der chilenischen Nachbarn, zu bennenen.

Tatsächlich hat Google hier irgendwie Mist gebaut und die Ländergrenze in Google Maps und Google Earth falsch gezogen oder sogar den Ort nach rechts versetzt, denn Villa O‘Higgins liegt eigentlich in Chile. Genaues weiß man noch nicht über diesen Casus und möchte man vielleicht auch nicht wissen. Er soll jedoch alsbald korrigiert werden, entnehmen wie wir dem GoogleWatch-Blog.

Das dürfte aber einige Zeit dauern. Wie Google Earth-Entwickler Mark Aubin in einem Beitrag für Googles Librarian Central beschreibt, schaufelt Google ständig Hunderte von Terabytes an geografischen Daten hin und her und täglich würden es mehr. Die Luftaufnahmen beziehe man aus verschiedenen Quellen, das ist kein Geheimnis. Nicht zuletzt erkennt man es an den diversen Copyright-Notizen am unteren Bildschirmrand der Fotos im Webbrowser oder in Google Earth. Im vorliegenden Fall nun stammen die Bilder von den Firmen Digital Globe und Terrametrics, die Kartendaten kommen von Europa Technologies. Die Bilder werden stets bei Google eingescannt und die Landkarten-Infos hernach darüber gelegt. Bis heute mittag war der Fehler noch nicht gefunden und behoben; bei Google gehört Villa O‘Higgins also derzeit noch zu Argentinien.

Zahlen, bitte.

Wir zitieren hier nicht Winston Churchill, der sowieso niemals gesagt hat, dass er Statistiken nur dann glaube, wenn er sie selbst gefälscht habe. Denn so oder so wissen eh alle, dass Zahlen zwar nicht lügen, aber immerhin, nunja, interpretiert werden können. Jüngstes Beispiel: Am vergangenen Donnerstag meldete der Branchenverband Bitkom aus Anlass des diesjährigen "Girls"-Tages hoch erfreut, dass " Frauen aus Deutschland Vorreiter (sind) im Umgang mit Computern. 51 Prozent haben mittlere bis gute PC-Kenntnisse. Im Vergleich der Frauen aus allen 27 EU-Ländern ist dies Rang 4 – ein Spitzenwert." Denn durchschnittlich verfügten europaweit nur 41 Prozent aller Frauen über mittlere bis gute Computer-Kenntnisse.

Man bezog sich auf eine Auswertung von Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Bei heise.de sah man die Sache etwas nüchterner und stichelte: "Nur die Hälfte der in Deutschland lebenden Frauen ab 16 Jahren hat mittlere bis gute Computerkenntnisse. Das (...) reicht in Europa offenbar für eine Spitzenposition im EU-Vergleich aus."

Chips und Zigaretten

Bei der Initiative GeldKarte sieht man es ganz klar: Die letzten Raucher sind dafür verantwortlich, dass im Januar, Februar und März 2007 mehr denn je mit der GeldKarte bezahlt wurde. "Der Zuwachs im ersten Quartal ist natürlich hauptsächlich den Zigarettenautomaten zu verdanken", zitiert heise.de den Vorsitzenden dieser Initiative.

Von den 600.000 Akzeptanzstellen, an denen man per Geldkarte bezahlen kann, sind rund 460.000 Zigarettenautomaten, an denen man mit der Geldkarte bezahlen muss. Deshalb wird es auch die Raucher am meisten freuen, dass sie ab Juni ohne Kippen und mit leerer Geldkarte nicht mehr zum Bankautomaten rennen müssen. Stattdessen können sie sich direkt am heimischen PC mit frischem, digitalem Kleingeld eindecken. Den Gegenwert von zurzeit fünf Packungen Qualmstengeln soll der Kartenleser kosten, mit dem man das vom Onlinekonto abgehobene Zigarettengeld auf die Karte schreiben lassen kann.

Kernforscher

Bei allem Bohei um moderne Dualcore und Multicore-Rechnerarchitektur, in der mehrere Prozessoren pro Chip verbaut werden, bleibt es eine Binsenwahrheit, dass mehr Rechenleistung nicht automatisch zu schnellerem Arbeiten führt. "Wenn ich um den Faktor 1000 mehr Leistung habe, bin ich nicht in einem Tausendstel der Zeit fertig", verrät uns etwa Karl-Heinz Schwarz von der Universität Wien. Wir PC- und Notebook-Nutzer stehen nach Ansicht seines Kollegen Siegfried Benkner, Leiter des Institus für Computerwissenschaften an der Uni Wien, sowieso recht bald sogar vor den Problemen des Supercomputings. Die hat der gute Mann immerhin schon seit zehn Jahren am Wickel. Bereits auf den existierenden Doppelkern-CPUs zeige sich oftmals keine nennenswerte Geschwindigkeitssteigerung mehr, sagt er, da die auf dem Gerät laufenden Programme nicht für so eine Rechner-Architektur geschrieben wurden. Na prima. Fangen wir also schon mal an, auf neue Software zu sparen.

Kreativ sparen

Auch wenn Wettbewerb nicht vorhanden und richtige Konkurrenz eigentlich nicht in Sicht ist: bevor man seinen rechten Arm und sein rechtes Bein für Adobes Creative Suite hergibt – im übertragenen Sinne, wohlgemerkt – empfehlen die Kollegen vom britischen ZDNet völlig zu Recht einen mehr als interessierten Blick auf kostenlose, quelloffene Alternativen zu Photoshop & Co. Etwa die Bild-, Ton und Layoutprogramme GIMP, Scribus und Audacity. Denn für private und möglicherweise auch semiprofessionelle Aufgaben sind die Alternativen zu Illustrator, Dreamweaver, Acrobat und Flash längst zu empfehlen.

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