Netzwelt-Ticker Dell untersucht explodierenden Laptop

Warum flog einem Konferenzteilnehmer vor Publikum der Rechner um die Ohren? Dell ist peinlich berührt und bemüht, die Ursache zu finden. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Aus für "Phone home" bei Windows, iTunes macht Cola-Musikshop platt und mehr.


Dell untersucht explodierenden Laptop

Nachdem Bilder eines explodierenden Laptops durchs Internet kursierten, hat Computerhersteller Dell nun den fraglichen Laptop sichergestellt, um ihn zu untersuchen. Auf einer Konferenz in Osaka, Japan, ist das Gerät ohne Vorwarnung erst in Flammen aufgegangen und dann in mehreren kleinen Explosionen völlig verbrannt. Von den Konferenzbesuchern kam niemand zu Schaden, ein Augenzeuge sprach aber von einer gefährlichen Situation und riet, sich in so einem Falle weit weg vom Rechner aufzuhalten...

Im Netz wird derweil vermutet, dass der aktuelle Vorfall mit einer Rückrufaktion für Notebook-Akkus von Dell im Dezember 2005 in Zusammenhang stehen könnte. Gegenüber Reuters hieß es von Dells Seite nur, dass es noch zu früh sei, irgendwelche Schlüsse zu ziehen.

Windows funkt nicht mehr nach Hause

Microsoft hat eigenen Angaben zufolge die "Phone Home"-Komponente aus der aktuellen Version des "Windows Genuine Advantage"-Tools entfernt. Bisher holte sich das Programm bei jedem Login Informationen für die "WGA Notifications" ungefragt von einem Microsoft-Server.

Dieser tägliche Check wurde nun entfernt, wie eWeek vermeldet. WGA besteht aus zwei Komponenten: WGA Validation und WGA Notifications. Erstere soll prüfen, ob eine Windows-Installation rechtens erworben wurde, zweitere, ob Popup-Nachrichten einen User darauf hinweisen sollen, dass er möglicherweise eine unlizensierte Kopie von Windows fährt und doch besser auf eine bezahlte Version umsteigen sollte. Diese Notifications-Komponente sorgte in der Pilotphase des WGA-Tools für großen Aufruhr - der sich nun aber legen könnte, wenn nicht neue Gerüchte über einen Kill-Switch aufgetaucht wären, den Microsoft in neue Windows Versionen einbauen soll. Scheitert eine Verifikation über WGA, so die Gerüchte, die auf einem Gespräch mit einem Microsoft-Mitarbeiter basieren, hat ein User 30 Tage Zeit, die Rechtmäßigkeit seiner Windows-Installation zu beweisen, dann verweigere Windows seine Dienste..

Dänische Rundfunkanstalt kooperiert mit Wikipedia

Die aus öffentlichen Geldern bezahlte, werbefreie Rundfunkanstalt Danmarks Radio gewann erst kürzlich den International Promax World Gold Award für ihre hervorragende Website, die vollen Zugriff auf alte Inhalte wie TV-News, Dokumentationen, Radioshows und so weiter anbietet. Als einziger Kandidat in dieser Kategorie, nachdem praktisch keine andere Sender-Website einen ähnlichen Service bietet. Und wie im Udansk-Blog zu lesen ist, geht DR jetzt noch einen Schritt weiter und kooperiert mit der dänischen Wikipedia, um dort Inhalte zum Bereich Sport für jedermann zur Verfügung zu stellen.

Damit dürfte DR die erste Anstalt dieser Art sein, die neben Rundfunk und Fernsehen auch tatsächlich das Internet als Sendeplattform und perfekte Ergänzung zum bestehenden Angebot begreift.

iTunes erstes Opfer

2004 eröffnete Coca-Cola in Großbritannien einen eigenen Musikshop im Netz und bot dort 250.000 Songs für 80 pence pro Stück an, 6 Pfund 40 pro Album. Zwei Jahre später schließt die Seite. Warum, fragt das Arstechnica-Blog und antwortet: Mission Accomplished! Mycokemusic, so Coca Cola, habe sein Soll erfüllt. Seit dem Start hat sich die Online-Landschaft in Sachen Musikverkauf so stark gewandelt, dass es heute keinen Sinn mehr mache, zum Beispiel gegen Apple zu konkurrieren. In Wahrheit hat Mycokemusic aber in den letzten Jahren drastisch Marktanteile verloren, "von 6 Prozent auf 3 Prozent auf irrelevant". Doch Coke scheint jetzt im Rahmen des anstehenden Launches von Coke Zero mit Apple Computer in Verhandlung zu stehen, Coca-Cola gesponsorte Inhalte auf iTunes zu veröffentlichen und Coke-Trinkern Rabatte bei iTunes zu gewähren. Das könnte dann so aussehen wie eine Werbeaktion, zu der Pepsi Millionen Song-Downloads verschenkte.

Die zehn besten Jahre der Computerspiele

Früher war alles besser, vor allem bei den Computerspielen. Das stimmt natürlich nicht - und deswegen hat sich Next Generation auch lieber auf die Suche gemacht, was denn wirklich Wichtiges in der Geschichte der Videogames passiert, wann es zu Durchbrüchen kam. Dass das keine der vielen Top-10-Listen ist, zeigen schon die Überschriften: The Institution, The Definition, The War oder gar The Introspection. Und siehe da, was Next Generation aufzeichnet, ist nicht viel weniger als die Entstehungsgeschichte eines neuen Mediums anhand seiner Krisen, harten Wettkämpfen und einiger mutigen Protagonisten. Sehr spannend!

10 Millionen .de-Domains

Die deutsche Domainverwaltung DENIC hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass am Montag die zehnmillionste .de-Domain registriert wurde. Damit ist .de die zweitgrößte Top-Level-Domain nach .com. Inhaber der Jubiläumsdomain huettenberger-case-fabrik.de ist ein Fabrikant für Transportkisten aus dem hessischen Ort Linden in der Nähe von Gießen: "Transportkisten, Verpackungen, Spezialanfertigungen - Seit 10 Jahren!"

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