Netzwelt-Ticker Einmal Mario sein

Es gibt Gerüchte über Microsoft-Gelüste nach dem Auktionshaus Ebay, Fans können bald Super Mario werden, ein Virus befällt StarOffice, Microsoft verkauft Mac-Hardware. Das und mehr im Überblick.


Kauft Microsoft Ebay?

Eine dramatische Geste sei notwendig, zitiert Newsfactor Stacey Quandt, Analytikerin der Aberdeen Group damit MSN das Versprechen einhalten kann, der führende Content– und Serviceprovider zu sein. Doch wie könnte dieser Schritt aussehen? Nach Berichten in der "New York Post" vergangene Woche, setzt sich jetzt ein Gerücht durch: Microsoft übernimmt Ebay, lautet es.

Alles nur Spekulation freilich, weder Microsoft noch Ebay wollten zum Thema Stellung nehmen. Dabei spräche wohl einiges für eine Übernahme. Zumal Microsoft durch Google unter Zugzwang gerät. Ebay im Doppelpack mit VoIP-Anbieter Skype und PayPal könnte den MSN-Dienst stärken. Doch Avivah Litan von Gartner warnt: Kauft MSN Ebay, bedeutet das ein großes Minus für deren den Shareholder Value – Microsoft habe keine Expertise in Sachen Handel und Transaktionen, es gäbe keine natürliche Synergie zwischen den beiden Firmen. Dabei kann man sicherlich einfachere Wege finden, die Lage von MSN zu verbessern.

Und jetzt alle: It's-e meee, Mario!

Klempner Mario: Hindernisparcours im "Nintendo Amusement Park"

Klempner Mario: Hindernisparcours im "Nintendo Amusement Park"

Die gleichen Studenten der University of New York, die auch schon für PacManhattan verantwortlich zeichneten, gehen jetzt noch einen Schritt weiter. Ihr Ziel: ein kompletter "Super Mario"-Parcours für echte Menschen! Eine Beta-Version gibt es davon bereits in New York zu sehen. Angehende Superklempner stürzen sich dabei zuerst in ein spezielles "Super Mario"-Kostüm und dann ins Spiel. Über Gummiseile, die am Kostüm und der Decke befestigt sind, kann der Spieler im aktuellen Stadium bis zu vier Meter hoch hüpfen – und dabei Münzen aufsammeln (= Ballons zerstechen), Gegnern (= Beachbällen) ausweichen oder sie plattstampfen. Das "Nintendo Amusement Park" getaufte Projekt soll jetzt Nintendos und Disneys Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um den zweiten Schritt möglich zu machen: Ein hundert Meter langer "Super Mario"-Level in echt – komplett mit beweglichen Plattformen, Hindernissen, Gegnern und PowerUps. Videos, Bilder und ausführliche Beschreibungen dazu gibt es über Wired. Wie man Super Mario auch in die Wirklichkeit umsetzen kann, zeigt dabei ja schon eine ganze Weile das Internet-Video Real Life Super Mario…

Stardust: erster StarOffice-Virus

Nach all den Meldungen über Exploit-Attacken über Microsoft Word ist nun der erste Virus aufgetaucht, der die 5er-Versionen der Office-Suite StarOffice befällt. Die gute Nachricht: Offenbar handelt es sich nur um ein Proof-of-Concept (Machbarkeits-Beweis) oder gar einen Pennälerstreich. Der Virus infiziert alle lokalen StarOffice-Dateien über ein Makro und öffnet ein Sexbild, das er von einer Tripod.com-Seite herunterlädt. Das einfachste Mittel gegen den Virus sei es dann auch, einfach die Makro-Funktion von StarOffice auszuschalten. Dem Bericht von PCWorld.com kann man leider nicht entnehmen, ob der Stardust benannte Virus theoretisch dem User auch übler mitspielen könnte. Eines sei jedoch möglich: Über kleine Veränderungen könnte Stardust auch OpenOffice und neuere StarOffice-Versionen befallen – und dort Sexbildchen anzeigen. Wenn's weiter nichts ist…

Microsoft bringt Maus und Keyboard für Mac

Am Dienstag hat Microsoft den ersten Desktop für Macs veröffentlicht. Der silberglänzende drahtlose Laser Desktop für Mac besteht aus einem Comfort Curve Keyboard und einer drahtlosen High-Definition-Maus, wie man der Pressemitteilung entnehmen kann. Zum ersten Mal hätte Microsoft bei der Tastatur auf die Windows-Tasten verzichtet, dafür können sogenannte "Hot Keys" als Ein-Klick-Abkürzungen zu Programmen wie iTunes oder iPhoto genutzt werden, "Favorite Keys" linken zu Websites oder Verzeichnissen auf der Festplatte.

Google Base in Deutschland

Viel finden kann man noch nicht bis jetzt - aber immerhin, ein paar Stellenanzeigen von sozialhilfe24.de sind verlinkt, und Suchanzeigen für Tüncher oder Elektriker von Jobdoo.de. Ach ja, und eine "super Erotikdomain" ist auch schon im Angebot, für 580 Euro. Google Base, der erweiterte Kleinanzeigenmarkt von Google, ist als Betaversion nun auch von Deutschland aus nutzbar. Man kann dort entweder auf eigene, bereits online gestellte Angebote, aber auch Fotos, Privatwebseiten und so weiter verweisen, oder aber innerhalb von Google Base Eigenes online stellen lassen. All das kann dann auch über Google und die Produktsuche Froogle wieder von anderen gefunden werden. Ob sich dann für die eigens besorgte "Erotikdomain" ein Käufer findet, sei dahingestellt - aber das ganze kostet ja auch nichts.

Allofmp3.com unter Attacke

Die vier größten Plattenfirmen haben ihre Anstrengungen gegen den russischen MP3-Downloadservice Allofmp3.com laut PCPro.co.uk  verstärkt. Die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) nimmt den Allofmp3-Eigentümer MediaService gleich doppelt unter Beschuss: Der Staatsanwalt in Moskau zieht einen ehemaligen Manager von MediaServices vors Gericht, während in einem zweiten Fall noch gegen einen aktuellen Manager ermittelt wird.

Die IFPI sagt im Widerspruch zu Allofmp3.com, dass der Service ohne Genehmigung der Copyright-Eigentümer deren Musik verkauft und kein Geld – auch nicht über die russische Verwertungsagentur ROMS – wieder zurück an die Künstler gelangt.

Aber egal, wie die rechtliche Lage auch ist, der Musikindustrie sollte sich laut Arstechnica.com mal ganz genau anschauen, warum Allofmp3.com so erfolgreich ist. Im Vereinigten Königreich liegt der Marktanteil von Allofmp3.com als Webshop bei 14% – und damit an zweiter Stelle hinter iTunes (44%) und vor Napster (8%), Wippit (6%) und MSN (6%). Das dürfte nicht nur an den günstigen Preisen liegen. "Die Kunden kommen in Scharen zu Allofmp3.com, weil sie hier bekommen, was sie verlangen: große Auswahl zu kleinen Preisen." Ein breites Musikangebot, verschiedene Formate und Bitraten und vor allem: kein DRM gelten als ebenso wichtige Pluspunkte von Allofmp3.com, wie der geringe Preis – nur wenige Dollar-Cent pro Lied, gerade einmal ein bis vier Dollar pro Album…

Picasa für Linux

Einige Monate nachdem das digitale Fotoalbum Picasa für Windows erschien, hat Google nun auch die Linux-Fassung kostenlos ins Netz gestellt. Deren Funktionsumfang sei jedoch im Vergleich zur Windows-Variante etwas geringer, wie es lakonisch im Googleblog heißt.

Mit Picasa kann man Fotos auf der eigenen Festplatte finden, verändern und über das Netz mit anderen Usern teilen.

Diese Windows-Version laufe dabei über eine "sorgfältig getestete" Version von Wine, einer Software, die Windowsprogramme unter Linux starten kann – und dabei schneller als ein Emulator oder eine Virtual Machine ist.

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