Netzwelt-Ticker Hawking fragt, Zehntausende antworten

Stephen Hawking gilt als einer der genialsten lebenden Wissenschaftler, doch auch er hat Fragen, auf die er Antworten sucht - bei der Web-Community. Außerdem im Nachrichtenüberblick: AOL öffnet sich, Sony blamiert sich, Microsoft bemüht sich und mehr.

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Endlich nutzt mal jemand das Internet, um die wirklich wichtigen Fragen der Menschheit zu lösen. Kein Geringerer als der weltberühmte Astrophysiker Stephen Hawking hat sich mit einem Problem an "Yahoo Answers" gewandt. Normalerweise werden auf dieser Community-Website Fragen wie "Warum wird Milch bei Gewitter sauer?" oder "Wer kennt Hausmittel gegen Sonnenbrand?" gestellt und von der Gemeinschaft beantwortet. Stephen Hawking hat da etwas weniger profanes auf dem Herzen. Seine Frage lautet "Wie kann die Menschheit die nächsten hundert Jahre überleben?"

Einmal anders: Vom schwer kranken Stephen Hawking erwartet man genialische Antworten zu Wesen und Werden der Welt, doch er hat auch Fragen
DDP

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Nachdem sich zunächst die Yahoo-Moderatoren bemüßigt fühlten klarzustellen, dass es sich beim Fragesteller tatsächlich um den bekannten Briten handelt, sprudelten die Antworten nur so hervor. Binnen zweier Tage beteiligten sich fast 16.000 Menschen mit Kommentaren und Vorschlägen an der Lösungsfindung. Die Spannweite der Antworten reicht dabei von "unter der Erde" über "auf dem Mars" bis hin zum verklärten "Einheit durch Liebe." Es gibt darunter allerdings auch Pessimisten, die uns nicht einmal die nächsten hundert Jahre zugestehen, sondern das Ende bereits in 50 Jahren erwarten. Eine wirklich befriedigende Antwort scheint aber bisher nicht darunter gewesen zu sein. Denn, das gehört zum Prinzip von "Yahoo Answers", erst wenn der Fragesteller mit einer Antwort zufrieden ist, wird die Frage geschlossen. Das könnte noch ein Weilchen dauern.

Macht’s AOL umsonst?

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, könnten Breitbandnutzer bald kostenlos AOLs Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Wie das Wall Street Journal aus "mit der Materie vertrauten Quellen" erfahren haben will, plant der Online-Riese auf Abo-Gebühren in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar zu verzichten, um seine Werbeumsätze anzukurbeln.

Einzig Anwender, die sich per Modem oder ISDN bei AOL einwählen, sollen weiter zur Kasse gebeten werden. Allerdings erwartet man bei AOL, dass rund acht Millionen Modem-Anwender durch das kostenlose Angebot auf Breitband-Zugänge umsteigen werden. Wie Reuters schreibt, könnte dieser Schritt ein Versuch sein, die zunehmende Abwanderung der Online-Kunden zu stoppen. Allein im ersten Quartal 2006 verlor AOL in den USA 850.000 Kunden an andere Internet-Provider.

Sieben am Elften

Am kommenden Dienstag ist bei Microsoft mal wieder "Patch Day." Wie jeden Monat veröffentlicht der Windows-Hersteller an diesem Tag Software-Flicken mit denen wichtige Sicherheitslücken gestopft werden. Dieses Mal, so meldet "InfoWorld" werden vier Windows-Fehler sowie drei Office-Probleme ausgemerzt. Obwohl Microsoft, wie immer, keine Details dazu bekannt gibt, welche konkreten Sicherheitslücken geschlossen werden, gilt es als wahrscheinlich, dass eines der Updates ein Problem in Excel beseitigt, welches die unerlaubte Ausführung von Programmcode innerhalb der Tabellenkalkulation ermöglicht. Berichten zufolge sind bereits Trojaner unterwegs, die eben diese Anfälligkeit ausnutzen, um Schädlingsprogramme auf einem PC zu installieren. Office-Anwender sollten die Patches also auf jeden Fall aufspielen. Aber das gilt ja ohnehin für jeden Patch Day.

Sonys schwarweißes Weltbild

Beim japanischen Elektronik-Konzern Sony hat man derzeit ein sicheres Gespür dafür, in Fettnäpfchen zu treten. Zuletzt sorgte die Firma mit einem Kopierschutzsystem für Audio-CDs, das Virenprogrammierern einen Hintereingang zu PCs öffnet, für reichlich Aufruhr und Missmut. Jetzt ist es den Marketing-Strategen der Firma gelungen, erneut in die Kritik zu geraten.

Anlass ist ein Plakat mit dem in den Niederlanden für die neue weiße Playstation Portable mit Keramikgehäuse geworben wird. Darauf zu sehen ist eine ganz in weiß gekleidete weiße Dame, die einem Schwarzen aggressiv ans Kinn greift. Die Titelzeile dazu lautet "PlayStation Portable White is coming." Dieser Text ist allerdings so unglücklich umgebrochen, dass die Betonung auf "White is coming" zu liegen scheint. Diese Kombination, so meinen Kritiker, lässt die Werbung rassistisch erscheinen. Laut Sony war das natürlich überhaupt nicht geplant. Zudem gäbe es ja eine Reihe anderer Plakate, mit denen vor allem der Kontrast zwischen dem Schwarz der Ur-PSP und dem Weiß der neuen PSP betont werden solle. Darunter eines, in dem eine schwarze Frau einen weißen Herren dominiert. Ob diese Kampagne den gewünschten Effekt erzielt, darf allerdings bezweifelt werden.

Nintendo schenkt Bush Gedächtnis-Trainer

US-Präsident Bush feiert morgen seinen sechzigsten Geburtstag. Anlass genug für Nintendo, dem einflussreichsten Politiker der westlichen Welt eine Nindento DS Lite-Spielkonsole zu schenken. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, hätten die Nintendo-Oberen der Konsole nicht das Spiel "Brain Age: Train Your Brain in Minutes a Day" mit in den Karton gepackt. Damit, so steht’s im Begleitschreiben, könne er sein Gehirn mit nur wenigen Minuten Übung am Tag fit halten. Außerdem wären die vorinstallierten Sudoku-Varianten ein prima Möglichkeit, die langen Flüge mit der Air Force One etwas spaßiger gestalten – oder die mitreisenden Journalisten abzulenken. Offenbar wissen die Nintendos, wovon sie reden.

Einschlag durch iPod?

In den letzten Tagen ziehen Gewitter über das Land. Da kann man gar nicht vorsichtig genug sein und sollte sich unterstellen, wenn die Einschläge näher kommen. Der 17-jährige Jason Bunch aus Castle Rock tat das nicht. Stattdessen stülpte er sich seine iPod-Kopfhörer über und mähte den Rasen. Ein Fehler, wie sich herausstellte, denn wenig später wurde Bunch vom Blitz getroffen. Bei der Untersuchung im Krankenhaus wurde festgestellt, dass die Verbrennungen von den Ohren abwärts zu seiner Hüfte führten, genau dorthin wo sein iPod hing. Der Player selbst wurde wohl durchschlagen und weist nun ein großes Loch auf der Rückseite auf. Die Ohrhörer schmolzen zu einer grünen Masse zusammen. Wie es zu dem Blitzschlag kommen konnte, ist dem Opfer unerklärlich. Das Letzte, woran er sich erinnern kann ist, dass er Metallica hörte.

Durch, medium oder blutig?

Wenn die Sommersonne scheint, sollte man aufpassen, dass man sich nicht zu lange der gefährlichen UV-Strahlung aussetzt. Sonnenbrand und als Spätfolge Hautkrebs könnten die Folge sein. Aber: wie soll man erkennen, wie stark die UV-Strahlung eigentlich gerade ist? Die Antwort liefert die Firma Solestrom mit dem "SmartSwim UV Meter Bikini." Der hat ein wasserfestes UV-Messgerät eingebaut, auf dem man ablesen kann, ob man schon "Durch" ist oder noch etwas braten kann.

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