Netzwelt-Ticker Hollywoodfilme von iTunes?

Microsoft und Yahoo bohren ihre Instant-Messenger auf, iTunes soll Gerüchten zufolge schon bald auch Hollywoodfilme zum Download anbieten, Apples iPod-Bauer verteidigt sich gegen Ausbeuter-Vorwürfe. Das und mehr im Überblick.

Skype bekommt Konkurrenz

Yahoo und Microsoft bringen praktisch gleichzeitig einen Konkurrenten zum Voice-over-IP-Primus Skype an den Start. Beide Anwendungen machen klar: Social Networking ist das neue heiße Ding.

Yahoo stellte einem Bericht auf Cnet News.com zufolge  am Montag eine Beta-Version des neuen Yahoo-Messengers vor, mit dem auch Voice-Chats möglich sind. Zusätzlich lässt sich der neue Messenger über Plugins um verschiedene Funktionen erweitern. Unter den zwanzig ersten Erweiterungen, die nun vorgestellt wurden, sticht besonders der Yahoo Kalender hervor. Über ihn können User den Kalender anderer User anschauen, Termine abgleichen, über Yahoo Local und Yahoo Maps Anfahrtswege herausfinden und Termine abmachen. Der Yahoo Event Finder ermöglicht es mit verschiedenen Leuten gemeinsam ein Event zu planen und das Yahoo-360-Plugin bringt Leute über Blogs, Photos und andere Yahoo-360-Updates zusammen.

Nach dem Betatest geht heute der Windows Live Messenger-Service online. Er wird den alten MSN Messenger ablösen, der in den letzten Jahren 240 Millionen User anlocken konnte. Die neue Version wird Telefonate zwischen PCs und herkömmlichen Telefonen möglich machen. Wie bei Skype muss dazu jedoch ein Konto mit Guthaben eingerichtet werden. Dabei ist der Voice-Chat wie bei Yahoo nur eines von verschiedenen Social-Networking-Tools. Wie VNUnet.com schreibt , hat Microsoft bereits im November letzten Jahres die Strategie fürs Live-Programm vorgestellt. Ungefähr zwanzig Applikationen sollen von Mails bis Blogging scheinbar alles möglich machen, was Leute gemeinsam machen wollen – online, versteht sich... Auf der Microsoft-Seite gibt's den neuen Messenger bereits zum Download .

ITunes: Festpreis für Kinofilme?

Glaubt man verschiedenen anonymen Quellen, auf die sich Variety.com beruft , wird Apple seinen Musikshop iTunes bis Ende des Jahres um kommerzielle Filmdownloads erweitern, nachdem dort bereits seit Ende letzten Jahres TV-Shows verkauft werden. Apple, so die Informanten, sei mit den meisten großen Filmstudios bereits in Verhandlung – problematisch gestalte sich jedoch der Punkt Fixpreise für Filmdownloads. Wie bei der Musik wolle Apple einen Festpreis für alle Filmangebote, von 9,99 Dollar pro Film war die Rede. Ein Angebot, das die Studios glatt ablehnten. Kein Wunder, verlören sie damit doch die Möglichkeit, erfolgreiche Filme teurer als Ladenhüter anzubieten – eine Praxis, die im Rahmen der Zweitverwertung zum Beispiel als Kauf-DVD gut funktioniert. Behielte Apple die Hoheit über die Preise, geriete das ganze DVD-Geschäft in Gefahr.

Aber ohne Apple gibt es im Moment keinen erfolgversprechenderen Weg in den Online-Markt – ein Pakt mit dem Teufel? Eine Frage, die sich die Musikindustrie sicherlich noch immer stellt – alle Versuche, die Fixpreise für Musik aufzuheben, scheiterten. Apples Politik ist: Mit uns oder gar nicht. Eine Position, die sich Apple mit 80 Prozent Marktanteil am Verkauf von digitaler Musik wohl leisten kann… Passend dazu sorgte der amerikanische Comedy-Musiker Weird Al Yankowic ("Eat it", "Killing my Software with Windows") für Stirnrunzeln, als er kürzlich einem Fan anvertraute, dass er mit Songs auf iTunes weit weniger verdient, als über herkömmliche Vertriebswege. Laut dem Digitalmusic-Blog gerade mal ein Siebtel , so eine etwas waghalsige Berechnung.

Updates: Linux 2.6.17 & OSX 10.4.6

In einer Mail hat Linux-Gründer Linus Torvalds die neue Linux-Version 2.6.17 vorgestellt . Laut eigener Aussage gibt es nicht viele Veränderungen – neben einigen "sehr kleinen" Fixes, seien das vor allem einige "Last-Minute MIPS-Updates und Veränderungen für s390 futex" – aaaha! Wenigstens verabschiedet sich Torvalds ganz unkryptisch: "Have fun with it, Linus"…

Auch für Mac OSX wird's ein Update auf die Version 10.4.7 in ein paar Tagen geben, weiß Apple Insider . Beta-Tester plauderten Details aus: Die neue Version behebt neben einigen Spezialproblemen vor allem Schwierigkeiten mit der Audio-Wiedergabe in iTunes, Final Cut Pro, Soundtrack und Quicktime. Außerdem wird die Datenübertragung mittels Bluetooth und die Synchronisation mit Mobiltelefonen verbessert und Fehler bei der Verwendung von Bluetooth-Mäusen und -Tastaturen behoben.

Apple und die Sweatshops – Fabrikbetreiber dementiert

Foxconn Electronics hat nachdrücklich dementiert, dass sie iPods im Auftrag von Apple in sogenannten Sweatshops produzieren lassen. Edmund Ding, Sprecher von Foxconn – dem Hauptproduzenten der iPods – meint, es gebe "große Diskrepanzen" zwischen der Wahrheit und den Behauptungen in der Reportage der englischen Zeitung "The Mail on Sunday"". Diese hat letzte Woche die angeblichen Bedingungen, unter denen die iPods in China produziert werden recherchiert und mit Bildern dokumentiert. So arbeiteten laut "Mail on Sunday" in Fabriken dort 200.000 Arbeiter(innen), 15 Stunden pro Tag für ein monatliches Gehalt von 50 Dollar. Foxconn behalte sich nun vor, gegen diese Behauptungen gerichtlich vorzugehen. Ding gab laut Digitimes.com  außerdem an, dass Foxconn weltweit nur 160.000 Mitarbeiter beschäftige und sich an die chinesische Gesetzgebung halte, die für die Sonderwirtschaftszone um Shenzhen, in der die Werke liegen, einen Mindestlohn von 810 Yuan, also 101 Dollar vorsehe – außerhalb der Zone seien es 700 Yuan. Außerdem habe das Unternehmen die Lebensbedingungen der Arbeiter "aktiv verbessert": sichere und gut ausgerüstete Unterkünfte mit kostenloser Kleiderreinigung, Sport-Möglichkeiten, Büchereien und anderen Einrichtungen. Foxconn sei von der Shenzhen-Verwaltung als Vorbild unter Taiwans Investoren gelobt worden.

Aber selbst wenn das alles stimmt, das Wired-Blog wird nicht müde nachzuhaken , ob die Entscheidung, in China produzieren zu lassen, überhaupt eine gute Idee sei. Allerdings nicht etwa aus Sorge um die Arbeiter – sondern um amerikanische Arbeitslosenzahlen…

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