Netzwelt-Ticker Madonna bittet Fans um Fotos

Microsoft soll Prepaid-Rechner bauen, Napster ist auferstanden, Madonna lässt sich von ihren Fans ein Online-Fotoalbum basteln - mit Bildern von sich selbst - ein Gamer kündigte seinen Suizid online an, ein Chip soll Vogelgrippe erkennen. Das und mehr in der täglichen Netz-Nachrichtenübersicht.

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Microsoft entwickelt Prepaid-PC

Microsoft sucht offenbar nach einem Weg in die Wohnzimmer der weniger begüterten Bevölkerung Brasiliens. Die Lösung hat man, so steht's im Blog "tmcnet", in Form eines Prepaid-PCs gefunden. Wie ein Prepaid-Handy ist ein solcher Computer nur mit aufgeladener Guthaben-Karte nutzbar. Fehlt eine solche, oder ist das Guthaben verbraucht, verweigert der Rechenknecht den Dienst. Erst wenn man über Prepaid-Karten den Gesamtpreis des Geräts abbezahlt hat, fällt die Sperre endgültig und der PC ist frei nutzbar. Bei einem ersten Testlauf im Jahr 2005 sollen 1000 solcher Prepaid-PCs binnen vier Tagen verkauft worden sein. Der offizielle Marktstart ist für September 2006 vorgesehen.

On-demand hebt ab

Madonna: Fans sammeln Inkarnationen online

Madonna: Fans sammeln Inkarnationen online

Auf dieses Zeichen haben die Content-Anbieter lange gewartet: Nach einer Studie von Park Associates wird der US-amerikanische Markt für bezahlte On-Demand-Unterhaltung im Internet bis 2010 um 260 Prozent auf neun Milliarden US-Dollar anwachsen. Allein die Zahl der Abonnenten so genannter IP Multichannel Video-Dienste (IPTV) soll von fünf Millionen auf 70 Millionen steigen, so der Bericht. Gegenüber dem "Gizmag" bezeichnet Parks Associates' Vize-Präsident und Ober-Analyst Kurt Scherf das Jahr 2006 als Wasserscheide für die gesamte Branche der Inhalte-Anbieter.

Napsters erste halbe Million

Derweil beispielsweise der iTunes Music Store mit seiner Kauf-Musik auf die erste Milliarde verkaufter Songs zurast, vermeldet der Musik-Abo-Dienst Napster ganz bescheiden eine halbe Million Abonnenten. Damit habe sich die Zahl der Kunden binnen eines Jahres verdoppelt. Das Nachrichten-Portal "Ars Technica" gibt jedoch zu Bedenken, dass diese Zahl noch nicht ausreichen könnte, um Napsters Überleben in der jetzigen Form zu sichern. Vor allem die hohen Lizenzgebühren der Musikindustrie könnten zum Problem werden, schreibt das Magazin, glaubt aber fest daran, dass die Marke Napster auch nach einer eventuellen Einstellung des Abo-Dienstes weiterleben werden. Genaueres werde man aber erst bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen am achten Februar erfahren.

Guten Tag, Madonna

Wie das "Wired"-Blog "The Monkey Bites" berichtet, hat die große Dame des Pop, Madonna, wieder einmal rechtzeitig einen Trend erkannt und für sich genutzt. Gemeint ist das User-Tagging, bei dem Web-Surfer selbst die so genannten "Tags", also Schlüsselbegriffe, die beispielsweise den Inhalt eines Bildes oder Videos charakterisieren, vorgegeben. Die Pop-Lady will nun mit Hilfe ihrer Fans das größte Madonna-Foto-Archiv einrichten. Mitmachen kann jeder, der zu Hause noch ein verstaubtes Madonna-Foto findet, es einscannt und samt passender Schlüsselbegriffe (Tags eben) auf Madonnas Tagging-Website lädt.

Für Spiel-Kinder: Das SEGA-Phone

Es sieht so aus, als würde der Videospiel-Hersteller SEGA sich nun auch im Handy-Geschäft versuchen. Das zumindest haben die Redakteure von phoneyworld.com beim Surfen auf japanischen News-Sites herausgefunden. Zwar konnte sie nicht alle Feinheiten der dortigen Meldung erschließen, aber zumindest soviel scheint sicher: SEGA hat sich mit NTT DoCoMo zusammengetan, um ein Handy speziell für Kinder zu entwickeln. Das Resultat ist knallbunt und hört auf den Namen SA800i. Das wirklich Besondere sind jedoch nicht die Farben, sondern einige vorinstallierte SEGA-Spiele, und eine an Kinder angepasste Menüführung. Das kann ja lustig werden.

Gamer verübt Selbstmord im Web?

Was für eine Schlagzeile. Mit Titeln wie "Gamer bringt sich in bulgarischem Internet-Forum um" warben Yahoo! und CNN für eine wahrhaft haarsträubende Story, die offenbar ebenso unglaublich wie falsch ist. Angeblich, so ist dort zu lesen, habe ein frustrierter PC-Spieler seinen Selbstmord per Internet angekündigt und sich dann vor laufender Webcam mit Schmerzmitteln und Froschutzmittel umgebracht, während andere Teilnehmer zusahen. Bedauerlicherweise ist der schlimmste Teil der Nachricht wahr, der junge Mann ist tot. Ein Großteil der Story, die auf einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP beruht, sei jedoch reine Fiktion. Das behauptet zumindest die Gaming-Website "Gaming Horizon" und liefert den ihrer Kenntnis zufolge wahren Hergang der tragischen Ereignisse.

Yahoo recycled "Runner"

Im US-Fernsehen bekam die Reality-Show "The Runner" keine Chance. Die Idee: ein Unbekannter sollte, gejagt von mehreren Verfolgern, auf verschlungenen Pfaden die USA durchqueren. Dem Mitspieler, der ihn fand, winkte ein Preisgeld in Höhe von einer Million Dollar. Zuschauer sollten online mitspielen und ebenfalls Geldpreise einheimsen. Nachdem ABC bereits einige Millionen Dollar in das Projekt gesteckt hatte, wurde es vor seinem Start wieder eingedampft. Der Hauptgrund: die Versicherungen hatten aufgrund des gewagten Konzepts Sicherheitsbedenken und forderten astronomische Prämien. Jetzt soll die Show als interaktives Online-Videospiel bei Yahoo! wieder belebt werden, meldet das "Wall Street Journal". Demnach haben der Reality TV-Mogul Mark Burnett und LivePlanet, eine Produktions-Firma der Schauspieler Matt Damon und Ben Affleck, die auch das Original-Konzept entwickelten, "The Runner" binnen sechs Monaten für Yahoo! angepasst. Der Online-Start soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Bio-Chip gegen Vogel-Grippe

Allen Eindämmungsversuchen zum Trotz breitet sich die Vogelgrippe immer weiter aus. Eines der Hauptprobleme der damit befassten Wissenschaftler ist, dass die Diagnose, ob ein Patient daran erkrankt ist, sehr lange dauert. Bio-Chips sollen dem abhelfen. So berichtet "Red Herring", dass der Chip-Produzent STMicroelectronics gemeinsam mit dem Veredus Laboratories, einem Hersteller von Labor-Geräten, einen Chip entwickeln will, der die gefährliche Krankheit binnen einer Stunde diagnostizieren soll. Bis zum Herbst, wenn die nächste Grippewelle anrollt, soll das Gerät einsatzbereit sein.

Mehr Menschen mögen Firefox

Das hat zumindest eine Untersuchung des französischen Marktforschungs-Unternehmens XiTi ergeben. Getestet wurden 32,5 Millionen Aufrufe professioneller Websites. Das Ergebnis: mehr als 20 Prozent der Europäer verwenden den Firefox-Webbrowser.Weit vorn liegt Finnland mit einem Firefox-Anteil von 38,4 Prozent, während in der Ukraine gerade mal 9,5 Prozent der Web-Surfer dem Fuchs den Vorzug geben. Deutschland liegt mit 30,3 Prozent im oberen Bereich. Ob das der Beginn des zweiten Browser-Kriegs ist, wie das "Webmaster & SEO Blog" titelt?

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