Netzwelt-Ticker Nerds machen Frauen glücklich
80 Millionen und steigend
Das Internet wächst weiter. Nach einer Umfrage von "Netcraft" gesellten sich allein im vergangenen Monat 3,1 Millionen neue Domains hinzu. Damit gibt es derzeit insgesamt 80.655.992 Internet-Domains, was einer Verdoppelung seit April 2003 entspricht. Der Anteil der Windows-getriebenen Server nahm dabei im vergangenen Monat um 4,7 Prozent zu. Verantwortlich für diese Verschiebung ist laut "Netcraft" in erster Linie der US-Registrar Go Daddy, der im vergangenen Monat 3,5 Millionen Domains vom Linux-basierten Apache auf Windows Server 2003 umstellte. Linux bleibt aber dennoch weit vorne und dient rund zwei Drittel aller Internet-Domains als Plattform während der Windows-Anteil bei 25 Prozent liegt. Sun teilt sich die verbleibenden Prozentpunkte mit anderen Plattformen wie Zeus.
Nerds sind die besseren Liebhaber
Normalerweise wäre obige Überschrift ja eine gewagte Behauptung. Was aber, wenn Sie von einer Frau stammt? Genauer gesagt von Christina Millano, einer Autorin des Online-Frauen-Magazins "Glee". Nach ihrer Ansicht sind Nerds nicht nur schlau, sondern haben auch ein besonderes Gespür für Liebes-Angelegenheiten: "Diese Jungs und Mädels haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie kennen die Geographie, Chemie und die mathematischen Formeln, die man beherrschen muss, um einen Körper aufschreien zu lassen." Aha.
Auch offline immer online
Von wegen das Internet ist online. "Nix da" sagten sich ein paar alte Hasen des Internet-Business und gründeten Webaroo , einen Service, der es ermöglichen soll, das Internet auch ohne Online-Verbindung zu durchsuchen. Den Begriff "das Internet" sollte man allerdings nicht wörtlich nehmen. Vielmehr hat die Firma eine Server-Farm mit Such-Algorithmen gefüttert, die aus den, nach Webaroo-Angaben, rund zehn Milliarden Webseiten des Internet jene herausfiltert, die nach Ansicht der Firma relevant sind. "Wir haben diese Algorithmen entwickelt, um für jede Suche aussagekräftige und relevante Ergebnisse erzielen zu können," zitiert "Network World" den Firmenchef Brad Husick.
Diese Seiten werden als thematisch sortierte "Web-Packs" zum Download angeboten und können von den Anwendern auf PCs, Notebooks und einigen Windows-basierten PDAs und Smartphones mit der Webaroo-Software durchsucht werden. Derzeit beanspruchen die kompletten Web-Packs rund 256 Megabyte Speicherplatz. Später im Jahr will die Firma das Angebot auf bis zu 40 Gigabyte komprimiertes Internet ausbauen. Updates für diese Packs lädt die Webaroo-Software bei bestehender Online-Verbindung automatisch herunter. Eine Breitband-Verbindung mit Flatrate wird von Webaroo für diese Updates empfohlen. Ob dieses Prinzip wirklich funktioniert, kann man ab sofort ausprobieren und zwar kostenlos, denn Webaroo finanziert sich komplett über Werbeeinblendungen.
Musik machen mit Microsoft
Mit der Software Garageband hat Apple den Mac-Anwendern ein Tool an die Hand gegeben, mit dem selbst komplett unmusikalische Zeitgenossen zu passablen musikalischen Ergüssen kommen können. Der Trick: Aus vorgefertigten Musik-Schnipseln kann man mit wenigen Mausklicks ganze Songs zusammenstellen. Dem will Microsoft nun offenbar nicht mehr nachstehen und arbeitet einen Bericht auf "Microsoft Watch" zufolge an einer eigenen Musik-Software. Zwar wird das als "Monaco" bezeichnete Projekt nicht offiziell bestätigt, soll aber nach Angaben anonymer Microsoft-Partner ganz ähnlich aufgebaut sein wie das Apple-Vorbild. Zudem soll Monaco als Vorzeige-Applikation für Windows Vista dienen und reichlich Gebrauch von Microsofts neuen Such-Algorithmen machen, um Musik-Stückchen aufzufinden. Ob Monaco als Bestandteil von Vista geliefert wird oder wie Apples Garageband separat erworben werden muss, ist laut "Microsoft Watch" derzeit noch unklar.
IBM verschlüsselt blau
Solange Verschlüsselungs-Mechanismen als separate Soft- oder Hardware ausgeführt werden, haben Hacker immer eine Möglichkeit, sich in das System einzuklinken und es zu unterwandern, fürchten IBMs Forscher. Wirklich sichere Verschlüsselung könne es nur geben, wenn sie direkt im Prozessor stattfindet und fest verdrahtet ist. Die passende Technologie dazu stellt "Big Blue" heute unter dem Namen "SecureBlue" der Öffentlichkeit vor. SecureBlue könne, unabhängig vom Hersteller, in jeden Prozessor integriert werden, so der Hersteller. Demnach könnten neben Computern und Spielkonsolen auch Handys, Smartphones und PDAs SecureBlue nutzen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich der jeweilige Hersteller SecureBlue von IBMs Ingenieuren in seine Schaltkreise integrieren lässt. Typischerweise sind das Firmen aus den Bereichen Medizin, Militär sowie Spielkonsolen. Laut "Associated Press" hat IBM eine solche Integration bereits für einen Kunden vorgenommen. Welcher das war bleibt, jedoch unklar, da der Kunde es laut IBM vorzieht, anonym zu bleiben.
Lenovos Touch-Phone
Der chinesische Hersteller Lenovo ist hierzulande vor allem als jene Firma bekannt, die sich IBMs bekannt Marke ThinkPad unter den Nagel riss. Nun will das Unternehmen, das in seinem Heimatland bereits als Handy-Hersteller aktiv ist, sich auch im Smartphone-Markt profilieren. Laut "MobileMag" arbeitet die Firma an einem Gerät mit dem Betriebssystem Windows Mobile 5.0. Da auf ersten Bildern keine Tastatur erkennbar ist, geht das Magazin davon aus, dass der i921 genannte Apparat via Touchscreen bedient wird. Neben einer 2-Megapixel-Kamera sollen auch Bluetooth und ein Schacht für miniSD-Speicherkarten an Bord sein. Zu Verfügbarkeit und Preis des multimedialen GSM-Handys kann das Magazin aber noch keine Angaben machen.
Däne gegen D-Link
Poul-Henning Kamp ist sauer. Auf eigene Kosten betreibt er den einzigen dänischen Time-Server, GPS.dix.dk. Solche Server werden gebraucht, damit Computer und Netzwerkgeräte ihre Uhren automatisch auf die korrekte Zeit einstellen können. Da es dafür keinen offiziellen dänischen Server gibt und Kamp seine Dienste kostenlos anbietet, wurden ihm die sonst üblichen Anschlussgebühren an den Internetknoten der Danish Internet eXchange, rund 3600 Euro, erlassen. Damit soll nun Schluss sein, da über den Timeserver zu viel Traffic laufe.
Der Grund, laut Kamp: die Firma D-Link liefert ihre Netzwerkgeräte mit einer fest eingebauten Listen von Timeservern aus, unter denen GPS-dix.dk zu finden ist. Da D-Link eine Menge solcher Geräte verkauft gehen mittlerweile 75-90 Prozent der Zeitabfragen auf seinem Server auf das Konto von D-Link-Geräten. Kamp versucht nun seit einiger Zeit, die Firma dazu zu bringen, die entsprechenden Einträge aus ihren Geräten zu entfernen. Bisher mit nur magerem Erfolg. Stattdessen habe man ihm Geld geboten, wenn er doch nur schweigen würde, schreibt Kamp auf seiner Website. Dieses Angebot habe er allerdings ausgeschlagen, da die gebotene Summe nicht einmal ausreichen würde, um seine bisherigen Kosten zu decken.