Netzwelt-Ticker Säufer sind begehrte Waren

Im Nachrichtenüberblick: Die vier trinkfreudigen Australier, die sich bei eBay als Saufkumpane versteigern, werden immer teurer. Skype setzt auf Klingeltöne. Das verspätete Vista kommt später, das erste Xbox360-Update früher. Und Microsoft möchte, dass Sie Ihren Code wechseln.

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Na denn Prost, Jungs!

Es erinnert an den "Sixpack", sechs junge Frauen aus Gütersloh, die sich vor drei Jahren bei eBay als "Partyzubehör" versteigerten: Seit einigen Tagen stehen in Australien vier männliche, trinkfreudige Witzbolde als Kumpel für eine Sauftour zum Verkauf. Richtig geschockt seien sie gewesen, erzählten sie dem "Sydney Morning Herald", als das erste Gebot über 1000 Dollar gefallen sei: "Das", hätten sie da gedacht, "ist ja eine Wahnsinnssumme!"

Die "4 Blokes": Von wechselndem, aber stetig steigendem Wert

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1000 Dollar für ein Saufwochenende mit vier Unbekannten? Klar ist das eine Wahnsinnssumme, aber nicht bei eBay: Zwischenzeitlich stiegen die Gebote auf 45 Millionen Dollar. Kennt man ja, sobald eine Auktion im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht, lockt das die Scherzkekse hervor. Seitdem erleben die vier Australier das beliebte Flummi-Preis-Syndrom: Nach entsprechenden Korrekturen fielen die Gebote zunächst auf "nur noch" 50.000, stiegen dann aber auf über 100.000 australische Dollar - und wurden wieder auf rund 13.000 Dollar korrigiert. Gegen 16 Uhr deutscher Zeit waren sie wieder sechsstellig, was sich aber minütlich ändern kann. Ein neuer Einnahme-Rekord für eine derartige Blödsinns-Auktion dürfte sich da trotzdem anbahnen.

Die vier Saufkumpane auf Zeit geben sich derweil kratzbürstig: Auch wenn so viel Geld fließe, wollten sie ihr Angebot nicht aufbessern. Das besteht nach wie vor aus Freundschaft für ein Wochenende, einigen Bierchen und Würstchen und "jeder Menge Lacher". Um Reise und Unterkunft müsse sich der glückliche Gewinner aber nach wie vor selbst kümmern.

Adware-Entwickler lässt Klage gegen Adware-Warner fallen

Zwei Monate ist es her, dass 180solutions, einer der weltweit aktivsten Vertreiber von sogenannter Adware, die Werbeprogramme mit kostenloser Software verbindet, Klage gegen den Firewall-Entwickler Zone Labs einreichte, berichtet CNet. Der hatte die Software von 180solutions als "hohes Risiko" eingestuft und seine Nutzer informiert, dass 180solutions Tastatureingaben und Mausbewegungen beobachte. Solche Schnüffelsoftware ist aber fast überall illegal.

180solutions klagte auf Änderung dieser Angeben, und Zone Labs folgte nun der Aufforderung. Die Adware wird nun "nur noch" als "verdächtig" eingestuft und beobachte "möglicherweise Tastatureingaben und Mausbewegungen".

180solutions reichte das: Die Firma, die vor wenigen Tagen erst selbst verklagt wurde wegen des Vertriebs von Schnüffelsoftware, ließ ihre Klage fallen. Zone Labs, so 180solutions, treibe zwar immer noch Panikmache, aber "in Anbetracht der schwindenden Bedeutung" von Zone Labs sei ihnen die Abschwächung der Warnung genug. Die aber, behauptet Zone Labs, stehe in keinem Zusammenhang mit der Klage: 180solutions als etwas weniger gefährlich einzustufen, habe man sowieso vorgehabt. Keinesfalls aber habe man vor dem Adware-Entwickler gekuscht.

Winamp an Nutzer: Wir haben ein Problem

Die äußerst populäre Sound-Software Winamp, seit dem Aufkauf von Entwickler Nullsoft Teil des AOL-Produkt-Portfolios, stellt zurzeit ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Sagt das IT-Sicherheitsunternehmen Secunia. Denn schon existieren "Exploits" für das Sicherheitsleck, die es ermöglichen, die Kontrolle über einen betroffenen Rechner völlig zu übernehmen. So was nennt der Fachmann ein "Zero-Day-Exploit": Darunter versteht man ein Sicherheitsleck, bei dem zwischen Warnung und dem Auftreten erster Schadprogramme "null Tage" liegen. Angeblich stopft die gestern veröffentlichte Version 5.13 von Winamp bereits die Lücke. Also: Winamp updaten!

Skype mit Klingeltönen

Warner Music und Skype, das kürzlich von eBay aufgekaufte Internet-Telefonie-Unternehmen, haben einen Pakt geschlossen: Künftig kann man nicht nur mit Klingeltönen fürs Handy arm werden, sondern sein Geld auch für Lied-Ausschnitte für die Skype-Software verprassen. 1,50 Dollar wollen Skype und Warner für ein bisschen Madonna, Green Day oder Mick Jones haben. Den vollen Song gibt's dann bei iTunes für 99 Cent. Herr, wirf Hirn vom Himmel!

Haste la Vista? Ne, aber was Neues für die Xbox!

Was lange währt, meint der Volksmund, wird endlich gut. Wenn das wahr ist, wird Microsofts neue Windows-Version Vista ein bombastisches Programm. Das deutet zumindest Chefentwickler Jim Allchin bei "Techworld" an, der das Unternehmen gegen Jahresende verlassen wird. Bis dahin, so Allchin, könnte Vista in den Läden landen, aber sicher sei das nicht.

Sicher ist dagegen, dass das nicht die erste Verschiebung des Veröffentlichungstermins wäre, der zuletzt für den Herbst anvisiert wurde. Der Grund für die Verzögerung ist laut Allchin, dass Microsoft die höchstmögliche Qualität aus Vista herauskitzeln wolle.

Das ist löblich, wie auch die Tatsache, dass Microsoft seiner neuen Xbox360 schon jetzt ein Update zukommen lässt. Zunächst nur in Amerika gibt's das Software-Upgrade per Internet. Wer Xbox-Live abonniert hat, bekommt es automatisch überspielt.

Und das bietet der Download: Der Xbox Guide soll verbessert werden und gespeicherte Spiele kann man künftig auch dann "behalten", wenn man ein Profil löscht. Das Wichtigste aber ist, dass die Fehlermeldungen der Box künftig viel verständlicher werden sollen. Das klingt nach einem guten Plan, den man auch bei Vista umsetzen sollte! Aber nur, wenn das die Produktion nicht zu sehr verzögern sollte, versteht sich...

Rückrufaktion von Microsoft

Liebe Nutzer von Office 2003, Office XP und Microsoft Access 2002: Teile des von Ihnen benutzten Programms sind leider ungültig und können bei Microsoft gegen Ersatzteile ausgetauscht werden.

Wer das für einen Scherz hält, hat nie Jura studiert. Auf richterliche Anweisung muss MS tatsächlich Teile des Codes von seit Jahren im Gebrauch befindlichen Programmen austauschen, weil dieser die Patente einer anderen Firma verletzt, der Microsoft vor Gericht unterlegen war. Jetzt ruft Microsoft seine registrierten Kunden per E-Mail dazu auf, sich entsprechende Updates herunterzuladen, berichtet ZDnet.

Was der Kunde davon haben soll, bleibt schleierhaft: Vielleicht sollte man die Aktion mit kleinen Anreizen verbinden. In Europa sind WM-Karten gerade sehr beliebt, ansonsten bieten sich beispielsweise frei gestaltbare T-Shirts ("Ich habe meinen Code gewechselt!", oder: "Ich habe Office umgelegt!") für die ersten 50 Tauscher an. Nur so als Anregung.

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