Neue Betriebssysteme Steve Jobs witzelt über Microsoft

Windows Vista ist bis jetzt vor allem für Verzögerungen berühmt. Apple dagegen kündigte soeben sein neues Betriebssystem "Leopard" für Anfang 2007 an - das aktuelle ist gerade mal anderthalb Jahre alt. Apple-Chef Jobs nutzte die Gelegenheit für Hiebe Richtung Microsoft.


Gejubelt hätten die Softwareentwickler bei der Apple-Konferenz WWDC, berichten die Agenturen, als Steve Jobs die konkreten Pläne für das neueste Betriebssystem aus seinem Haus enthüllt habe. Der Apple-Chef habe "mit seinem bekannten theatralischen Schwung" das Softwarepaket mit dem Codenamen "Leopard" präsentiert.

Steve Jobs: "Unsere Freunde in Redmond"
AP

Steve Jobs: "Unsere Freunde in Redmond"

Große Aufmerksamkeit erregte etwa das neue Werkzeug "Time Machine", das dem Nutzer künftig erlauben soll, verlorene Daten aus dem Nirvana zurückzuholen. Apple-Vizepräsident Scott Forstall erklärte das System mit den Worten "wenn Ihre Festplatte kaputtgeht können Sie ein neues Laufwerk kaufen, es in die Maschine stecken und genau da weitermachen, wo Sie aufgehört haben." Time Machine wird demnach eine Art automatisches Backup-System sein.

"Da unsere gesamten digitalen Lebensläufe inzwischen im Computer stecken, kommt Time Machine keinesfalls zu früh", sagte Jobs. Außerdem trommelte er für "iChat", die Videokonferenz-Software von Apple. Man arbeite "sehr hart" an dem Projekt und sei überzeugt, das neue Betriebssystem im kommenden Frühjahr auf den Markt bringen zu können, so Jobs. Im Januar 2007 soll auch Windows Vista, nach zahlreichen Verzögerungen, endlich auf den Markt kommen, die Version für Unternehmen schon Ende 2006.

Windows Vista = Ein fetter Elvis-Imitator?

Für Microsoft hatte Jobs dementsprechend nur Spott übrig: "Unsere Freunde im Norden haben über fünf Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben, und trotzdem scheinen sie nichts anderes zu tun, als Google und Apple zu kopieren", ätzte der Apple-Gründer, "ich denke, das zeigt, dass Geld nicht alles ist". Bestimmte Merkmale von "Leopard" würden weiter geheimgehalten, "weil wir nicht wollen, dass unsere Freunde in Redmond ihre Kopierer früher als notwendig starten".

Apple-Vizepräsident Bertrand Serlet sekundierte mit dem Satz "wenn man keine Innovation zu bieten hat, muss man wohl imitieren" - illustriert wurde die Stichelei mit einem Bild eines übergewichtigen Elvis-Imitators. "Aber so gut wie das Original ist das nie", fügte Serlet hinzu.

Apple zufolge nehmen an der Konferenz 4200 Softwareentwickler aus 48 Ländern teil.

cis/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.