Neues von Apple "Mercedes zum Preis eines Ford"

Der amerikanische Hersteller Apple setzt weiter auf innovativ gestaltete Computer. Auf den "iMac" folgt nun "iCube", den Apple-Chef Steve Jobs im Rahmen der laufenden "MacWorld Expo" in New York vorstellte. Das "Cube"-Konzept reduziert den leistungsfähigen "G4" zu einem kleinen weißen Würfel.


Seit 1998 setzt Steve Jobs konsequent auf Design, um seine Rechner von der "grauen Ware" abzusetzen
REUTERS

Seit 1998 setzt Steve Jobs konsequent auf Design, um seine Rechner von der "grauen Ware" abzusetzen

Auf der Fachmesse "Macworld Expo" in New York hatte Zeremonienmeister Jobs ein Feuerwerk an Produktankündigungen abgefeuert: Vier neue iMac-Modelle kommen mit neuen Prozessoren und in neuen Farben aus den Markt. "Jetzt bekommen Sie bei uns einen Mercedes oder BMW zum Preis von einem Ford Taurus", sagte Jobs.

Weiterhin zeigte er neue High-Modelle aus der Macintosh-Reihe mit aufwendiger Zwei-Prozessoren-Technologie sowie neue Bildschirme, Tastaturen und Mäuse. Doch dann überraschte Jobs die Branche: "Einen habe ich noch!", sagte der Apple-CEO und ließ den neuen Zauberwürfel auf die Bühne bringen.

Nicht viel größer geraten als ein Toaster soll der "G4 iCube" die Käuferschicht ansprechen, denen der iMac mit seinem kleinen 15-Zoll- Bildschirm zu schwach und vielleicht auch zu bunt geraten ist, die aber auch keinen großen Profi-PC wie den Macintosh G4 anschaffen wollen. In dem kleinen Rechner, der in einem weißen und durchsichtigen Plastikwürfel steckt, sorgt ein 450 Megahertz Power PC G4 Chip immerhin für eine Rechenleistung von über drei Gigaflops, also drei Milliarden Kalkulationsschritten pro Sekunde. Computer mit dieser Power haben vor wenigen Jahren noch ganze Räume belegt.

Selbstlob: "Der coolste Computer aller Zeiten"

Der iCube kommt dank einer speziellen Kühlungstechnik ohne Lüfter aus und ist daher besonders leise. "Der G4 ist ganz einfach der coolste Computer aller Zeiten", meinte Jobs selbstbewusst - Trommeln gehört zum Geschäft. Das Publikum im New Yorker Jacob Javits Center gab dem Apple-Chef mit lautstarkem Beifall recht.

Doch trotz der begeisterten Reaktion der Premieren-Besucher ist der neue "iCube" nicht automatisch auf Erfolg programmiert. Neben dem Design und den technischen Leistungsdaten schauen viele Computerkäufer vor allem auf den Preis. Und mit 1799 Dollar (3800 DM ohne Mehrwertsteuer) in den USA liegt die Standardausgabe des neuen Würfel-Computers deutlich über den iMacs - von Billig-PCs ganz zu schweigen. Außerdem müssen sich die iCube-Käufer noch einen Monitor zulegen, der im iMac ja bereits eingebaut ist.

"Der iCube ist etwas zu teuer geraten", kritisierte der Chefredakteur der US-Fachzeitschrift "MacWorld", Andrew Gore, die Preispolitik von Apple. Er geht davon aus, dass Apple den Preis senken wird, sobald größere Stückzahlen von dem iCube produziert und auf den Markt gebracht werden können.

Ein wichtiges Signal für Apple Computer und die Macintosh-Anwender gab Microsoft auf der Macworld Expo: Der unter Dauerkritik stehende Softwarekonzern aus Redmond steht zu seinem Versprechen und wird im Oktober eine neue Macintosh-Version der Produktivitätssoftware Microsoft Office in die Läden bringen. Das neue "mac:office" bietet dabei etliche Funktionen und Leistungsmerkmale, die selbst Anwendern des neues Microsoft-Systems Windows 2000 nicht zur Verfügung stehen



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