Notebooks im Test Große Namen, kleine Leistung

Selbst bekannte Hersteller liefern bei Notebooks oft nur Mittelmaß, bemängelt die Stiftung Warentest. Noch trauriger sei aber der Kundenservice der Laptop-Bauer: Die Hotlines sind teuer und schlecht.


Notebook-Besitzerin: "Nach Kauf offensichtlich uninteressant"
GMS

Notebook-Besitzerin: "Nach Kauf offensichtlich uninteressant"

14 Notebooks hatte die Stiftung für die April-Ausgabe ihres Magazins "Test" genau geprüft, und die nicht mehr als durchschnittlichen Ergebnisse der großen Marken begeisterten die Tester wenig. So biete zum Beispiel die bei tragbaren Computern erfahrene Firma Toshiba diesmal nur eine befriedigende Leistung.

Am Besten schnitt in der Endwertung der Dell Inspiron 4100 (2410 Euro) ab, knapp gefolgt vom Compaq Presario 2700GR (2040 Euro). Ebenfalls die Note "gut" erhielt unter anderem der HP OmniBook XE3 (2000 Euro). Das Apple iBook M8599 (etwa 2000 Euro) erhielt auf Grund des kleinen Displays und des fehlenden Diskettenlaufwerks nur ein "befriedigend".

Wichtig sei beim Kauf, nicht nur auf Angaben zu Prozessor, Taktrate und Arbeitspeicher zu achten, meinte die Stiftung. Manchmal bedeute in diesem Bereich weniger mehr, denn schlechte Komponenten würden auch schnelle Prozessoren ausbremsen. Auch üppiger Arbeitspeicher sei keine Garantie für Geschwindigkeit, gerade bei aufwändigen Spielen zähle vor allem die Grafiksektion.

"Nach dem Kauf ist der Kunde offensichtlich uninteressant"

Eklatante Schwächen bemängelte die Stiftung Warentest auch beim Kundenservice der Hersteller. Probleme mit den Rechnern könnten die Hotlines nur selten lösen. "Den Beratern fehlt schlichtweg das nötige Fachwissen", sagte der Chefredakteur der "Test", Hubertus Primus

Die Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung hätten häufig versucht, die verdeckten Tester abzuwimmeln, falsche Lösungswege vorzuschlagen oder das Problem einfach zu leugnen. "Nach dem Kauf ist der Kunde für den Hersteller offensichtlich uninteressant", ist sich Primus sicher.

Außerdem ist die telefonische Hilfe nicht gerade billig, urteilt die Stiftung: Durchschnittlich 5,99 Euro hätten die Tester pro Anruf zahlen müssen, das teuerste Beratungsgespräch über eine 0190er-Nummer habe sogar 38 Euro gekostet. In der Warentest-Beurteilung schneidet keine der geprüften Hotlines gut ab. Nur der Telefonservice von Aldi Medion habe Mitarbeiter mit Fachwissen, die zumindest allgemeine Probleme lösen könnten. Das reiche gerade für die Note "3,8".

Allgemein rät die Stiftung potenziellen Käufern, die mit dem neuen Computer hauptsächlich spielen wollen, zu einem Desktop-Rechner. Dieser wachse mit den technischen Leistungsanforderungen der Spiele mit, bei Notebooks lasse sich die Grafiksektion dagegen nicht wechseln.



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