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27. Juni 2007, 12:33 Uhr

Öko-Ranking

Apple wird grüner

Gute Nachrichten für die Umwelt: Die großen Elektronik-Hersteller benutzen weniger giftige Hilfsmittel, wollen mehr Altgeräte entsorgen - so das Ergebnis einer Greenpeace-Studie. Aufsteiger des Quartals ist Apple. Das Unternehmen hatte im Mai versprochen, künftig "grüner" zu produzieren.

Apple hat verstanden. Um im " Greenpeace Guide to Greener Electronics" aufzusteigen, sind nicht etwa konkrete Ergebnisse, sondern konkrete Pläne nötig. Und genau die hat Apple geliefert. Nachdem das Unternehmen in den ersten drei Ausgaben der Greenpeace-Rangliste stets die rote Lampe des letzten Platzes tragen musste, ist das Unternehmen im aktuellen Vergleich der prominenteste Aufsteiger. Um vier Plätze, von der 14 auf die 10, verbesserte sich der iPod-Hersteller.

Greenpeace-Aktion "Green My Apple": Apple reagiert mit verbesserten Umweltplänen
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Greenpeace-Aktion "Green My Apple": Apple reagiert mit verbesserten Umweltplänen

Für diesen rasanten Aufstieg musste Apple freilich weder neue Produkte einführen noch seine Fertigungsprozesse umstellen. Stattdessen reichte es schon, dass Firmenlenker Steve Jobs in einem Offenen Brief derartige Maßnahmen ankündigte. Als Reaktion auf das bisher miserable Abschneiden seiner Firma hatte Jobs im Mai versprochen, die Schadstoffbelastung der Apple-Produkte künftig drastisch zu senken und die Recycling-Quote von derzeit 9,5 auf 30 Prozent im Jahr 2010 zu steigern.

Als ersten Schritt in Richtung umweltfreundlicherer Produkte präsentierte Jobs im Juni neue Apple-Notebooks, deren Bildschirme von LED-Leisten anstelle der bisher üblichen quecksilberhaltigen Röhren beleuchtet werden. Laut Greenpeace könnte Apple im Öko-Vergleich weiter aufsteigen, sollte die Firma es schaffen, das iPhone zum ersten umweltfreundlichen Apple-Produkt zu machen. Das wäre auch bitter nötig, denn auch mit dem zehnten Platz liegt Apple noch im roten Bereich der Greenpeace-Liste

Absteiger: Sony und LG

In den tiefroten Bereich hat es dagegen die südkoreanische LG Electronics sowie den japanischen Unterhaltungselektronik-Konzern Sony verschlagen. Sie wurden abgewertet, weil sie ihre Umweltpolitik laut Greenpeace mit zweierlei Maß messen. Demnach unterstützen beide Firmen zwar in einigen Ländern der Welt Rücknahmeverordnungen, wie sie auch hierzulande gelten, opponieren hingegen in den USA vehement gegen Bestrebungen, auch dort eine Rücknahmeverpflichtung für Altgeräte einzuführen.

Voll des Lobes ist Greenpeace hingegen für andere Firmen. So habe Panasonic es geschafft, bei diverse Produkten auf den Einsatz von PVC zu verzichten. Die Handy-Hersteller Nokia, Sony Ericsson und teilweise auch Motorola sollen ebenfalls PVC und vor allem die schädlichen bromierten Flammhemmer aus vielen Produkten verbannt haben. Die Spitzenposition als umweltfreundlichsten Elektronik-Unternehmen konnte sich Nokia mit klarem Abstand zu Dell und Lenovo sichern.

Greenpeace zeigt sich mit dem Ergebnis der mittlerweile vierten Öko-Rangliste zufrieden. Die dadurch geschaffene Öffentlichkeit des Umweltverhaltens führender Firmen führe dazu, dass auch andere Unternehmen sich gezwungen sehen ihre Umweltdaten zu publizieren. "Wir beobachten eindeutig Schritte hin zu einer grüneren Industrie", sagte Greenpeace-Mitarbeiter Iza Kruszewska.

mak

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