Online-Spiel Eine Million Mark zu gewinnen

Geldgewinne sind eigentlich immer "in", und wenn es um Millionen geht, dürfte das Publikumsinteresse garantiert sein. "Cyquest" veranstaltet jetzt ein deutsches Web-Spiel, bei dem es um die Million geht.


"Millionenjagd": Auch deutschsprachige Online-Spiele erreichen jetzt siebenstellige Gewinnhöhen

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Nach dem Fernsehen verteilt nun auch das Internet Millionengewinne: Eine Million Mark in bar will das Online- Werbeunternehmen Cyquest bei einer "Millionenjagd durchs Netz" an den Gewinner auszahlen. Fünf Wochen lang werden dabei von Dienstag an die Mitspieler nach einem verschwundenen "Professor Lem" suchen und dabei Online-Shops, Suchdienste und Internet-Jobbörsen kennen lernen. Die schnellsten Spieler nehmen an einer finalen Spielshow in Hamburg teil, die wiederum im Internet übertragen werden soll. Cyquest erwartet, dass das hohe Preisgeld rund 100.000 Teilnehmer ins Netz locken wird.

Cyquest lässt sich dabei von den Unternehmen bezahlen, die während des Spiels angesurft werden müssen. Der Siegerpreis von einer Million Mark sei Bestandteil des Marketingbudgets. Aus dem Verhalten der Surfer während des Spiels will Cyquest außerdem Nutzerprofile erstellen, die danach an Drittfirmen verkauft werden. Persönliche Daten würden jedoch nicht ohne Zustimmung der Nutzer weitergegeben.

Wettspiele und Millionengewinne online: Ein Trend

So ganz ohne Vorbilder ist das alles nicht. Im August machte der "Reality Run" bundesweit Schlagzeilen, bei dem es um die internetgestützte Suche nach dem Phantom "Roger" ging. Gerade einmal 10.000 Mark Preisgeld mobilisierten zahlreiche Surfer, die "Roger" als Handy- und Mobil-Internet-bewährte Fahndungstruppe kreuz und quer durch Berlin verfolgten. Am ganzen Verfahren wurde nach Ende des Spieles allerdings Kritik laut: "Roger" sei entgegen den Spielregeln vom Veranstalter ausgeguckt worden, das Ganze mithin ein abgekartetes Spiel gewesen.

Ob und wann er die zehn Millionen Dollar erhalten wird, die Mohammed Karim Basha bei der Internet-Lotterie FreeLotto gewann, weiß auch der indische Beinahe-Millionär noch nicht. Auch FreeLotto plant die Bezahlung des Preisgeldes aus Werbeeinnahmen - und verspricht die Auszahlung in jährlichen Raten über die nächsten zehn Jahre.

Eine Zeitplanung, die bei Grab.com wohl kaum ausreichen dürfte, wenn das Unternehmen bei seiner Cyber-Lotterie auf ein ähnliches Geschäftsmodell setzen würde. Doch die amerikanische Firma setzt statt dessen auf Spielregeln, die einen Hauptgewinn nahezu unmöglich machen sollen - und auf die Finanzkraft einer Versicherung, die im Falle eines Gewinnes eine Milliarde Dollar wird "ausspucken" müssen. Der Trend scheint also vorgezeichnet: Online-Gewinnspiele sind im Kommen - und die Gewinne werden immer fetter.



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