PC-Schädlinge Britney Spears führt Virus-Ranking an

Um Viren und Trojaner an den Mann zu bringen, bedienen sich böswillige Programmierer gern Prominenter. So landen die Namen von Bill Gates, Osama Bin Laden oder Paris Hilton in der Mail-Betreffzeile. Jetzt hat eine IT-Firma ein Celebrity-Virus-Ranking veröffentlicht.


"Oops, I did it again": Würmer und Viren nutzen Britneys Prominenz
AP

"Oops, I did it again": Würmer und Viren nutzen Britneys Prominenz

Ein großes Tennisturnier hat die Russin Anna Kournikova nie gewonnen. Die größten Erfolge gelangen ihr bei der Vermarktung der eigenen Person als Werbe-Ikone. Dies war auch einem jungen Niederländer nicht entgangen, der im Februar 2001 ein Virus freisetzte, das binnen weniger Wochen Tausende Rechner weltweit infizierte. "Here you have" oder "Here you are" war in der Betreffzeile zu lesen, im Anhang der Mail sollte angeblich ein Jpeg-Bild von Kournikova zu finden sein. Wer das Attachement öffnete, hatte den Schädling auf seinem Rechner.

Verseuchte E-Mails mit Namen von Stars und Sternchen zu tarnen ist seitdem Usus unter Virenautoren. Zuletzt war es die Nachricht vom angeblichen Selbstmord Michael Jacksons, die dazu dienen sollte, Trojaner einzuschleusen. In der Mail war der Link zum angeblichen Abschiedsbrief des King of Pop angegeben - auf der Website lauerte der Schädling, der sich per Javascript installierte.

Eine spanische IT-Sicherheitsfirma hat nun Computerschädlinge der letzten Jahre untersucht und eine Rangliste mit dem ironischen Namen "Celebrity-Virus-Ranking" erstellt. Auf Platz Eins landete demnach das Popsternchen Britney Spears. Vier weitere Blondinen kamen laut Panda Software unter die Top Ten, Jennifer Lopez erreichte Rang drei.

  1. Britney Spears
  2. Bill Gates
  3. Jennifer Lopez
  4. Shakira
  5. Osama Bin Laden
  6. Michael Jackson
  7. Bill Clinton
  8. Anna Kournikova
  9. Paris Hilton
  10. Pamela Anderson
Doch nicht nur schöne Frauen dienten als Schädlings-Vehikel, auch die Namen von Microsoft-Gründer Bill Gates - immerhin auf Rang zwei - und Osama Bin Laden erfreuten sich großer Beliebtheit. Über Bin Laden wurde unter anderem verbreitet, er habe sich erhängt oder er sei gefasst worden.

Es erstaunt, dass die simple Strategie der Virenautoren bis heute funktioniert. Vor allem Trojaner, die in der Regel nicht die Fähigkeit zur automatischen Selbstverbreitung besitzen, benötigen ein solches Verfahren, um schnell möglichst viele Windows-PCs zu kapern.



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