Reklame-Attacke Google will Microsoft-Geschäftskunden abwerben

Mit großformatigen Werbeplakaten greift Google den Konkurrenten Microsoft frontal an: "Go Google" werden die IT-Manager von US-Unternehmen aufgefordert - man solle sich doch lieber auf Online-Anwendungen der Suchmaschinisten stützen als auf die Angebote des Windows-Konzerns.

Mountain View - Googles Werbekampagne zielt wohl nicht zuletzt darauf, die eigene Umsatzbasis zu verbreitern. Derzeit verdient der Konzern fast jeden umgesetzten Dollar mit Werbung - die kostenpflichtigen Anwendungs-Lizenzen für Unternehmen machen bislang nur etwa drei Prozent der Umsätze aus. Nun also will der Suchmaschinenkonzern mit Business-Versionen seiner Softwaredienste wie Googlemail, Text & Tabellen und dem Google-Kalender mehr Geld verdienen - und dem Konkurrenten Microsoft Kunden abjagen.

Erreicht werden soll das mit einer multimedialen Kampagne, on- wie offline. Über vier strategisch ausgewählten, vielbefahrenen Highways in US-Städten soll einen Monat lang täglich ein neues Plakat aufgehängt werden, mit Botschaften wie "Ah, 'Going Google' bedeutet, auf Google-Anwendungen umzusteigen". Für die Plakataktion wiederum wirbt ein YouTube-Video . Eine Webseite, deren Adresse auf den Werbetafeln abgedruckt ist, lockt Manager mit Versprechungen über die Vorzüge der Google-Infrastruktur: "Das erspart ihrem Unternehmen die Frustrationen und Lästigkeiten, die damit verbunden sind, traditionelle IT-Lösungen selbst zu verwalten."

Direkter Vergleich mit Microsoft-Lösungen

Auf einer Unterseite mit der Überschrift "Geld sparen" wird vorgerechnet, was eine Google-Lösung für Unternehmens-IT angeblich kosten würde - im direkten Vergleich mit den Kosten für Microsoft Exchange. Auf einer weiteren eigens eingerichteten Seite werden Firmen-Mitarbeiter aufgefordert, ihre IT-Abteilungen ein bisschen unter Druck zu setzen: "Sie lieben Googlemail und würden sich wünschen, das gäbe es in Ihrer Firma auch? Sagen Sie es Ihrem IT-Team."

Auch über Twitter sollen Google-Afficionados mit dem Hashtag #gonegoogle kundtun, dass Sie die serverbasierten Lösungen der Suchmaschinisten besser finden als die Produkte der Konkurrenz, allen voran Lotus Notes (IBM) und Microsofts Business-Anwendungen.

Bislang allerdings mit bescheidenem Erfolg - zum "trending topic", also einem besonders häufig erwähnten Thema ist #gonegoogle bei Twitter bislang nicht geworden.

Die Konkurrenten Google und Microsoft nähern sich einander derzeit in verschiedensten Geschäftsbereichen immer stärker an, was Produkte und Angebote angeht: So kündigte Google die Entwicklung eines Betriebssystems namens Chrome OS an, Microsoft verbündete sich mit Yahoo, um Google auf dem Suchmaschinen- und Netz-Werbemarkt besser Konkurrenz machen zu können. Zudem gibt es auch Microsoft Office inzwischen als kostenlose, werbefinanzierte Online-Variante (Office Live), was wiederum stark an Googles webbasierte Anwendungen erinnert.

Marktanteile: Google und die Konkurrenz

cis

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