Schluss mit Schnüffeln Spyware-Killer - Mittel gegen Schnüffelprogramme

Auf dem Web gibt es unendliche viele Dinge geschenkt. Weil aber auch das großzügigste Unternehmen Geld verdienen muss, wächst die Zahl der Spionageprogramme, mit der User ausgeforscht werden: Infos sind kostbar. Doch "Spyware" wieder los zu werden ist gar nicht so schwer.

Der Download läuft. Knapp 900 KByte sind schnell "gezogen", und besonders erfreulich ist auch der Preis: Völlig umsonst landet die Freeware "Ad-Aware" auf des Users Rechner.

Das ist alles andere als ungewöhnlich. Zwar sind die Tage der "Kostenlos-Kultur" im Web gezählt, doch noch immer ist der "Free Download" eher die Regel. MP3-Applets, Bildbetrachter und -bearbeiter, Filemanager, P2P-Software - wer zahlt heute schon noch für all die kleinen Helferlein?

Die Antwort darauf erscheint zunächst irritierend: Der Nutzer.

Und zwar mit Daten, die er eigentlich gar nicht preisgeben wollte. Immer größer wird die Zahl der kleinen "Doppelpacks": Im Verbund mit kostenlosen Software-Tools werden Schnüffelprogramme ausgeliefert, die fortan die Bewegungen des Nutzers im Web registrieren, protokollieren - und weiß der Fuchs wohin melden. Little Brother is watching you, wir werden alle überwacht: Das ist keine Paranoia, sondern Tatsache.

Der Köder zum Daten-Angeln: P2P-Software

Zum beliebtesten Ansatzpunkt der Datenspione hat sich im Verlauf des letzten Jahres die Szene der Musiktauschbörsen gemausert. Wer in der Vielzahl der P2P-Software-Clients noch einen ohne Datenschnüffler findet, mag sich Sherlock des Monats nennen - sein Haus sollte er aber nicht darauf verwetten, wie das Beispiel "Morpheus" zeigt: Die Software, die - in Absetzung von der Konkurrenz - vor allem mit dem Spruch "No Spyware!" beworben wurde, fand sich kürzlich selbst ertappt. Auch Morpheus enthielt - zumindest zeitweilig - durchaus Schnüffelprogramme.

Die laufen gemeinhin unter dem Namen "Ad-Ware" ("Werbe-Software"), was deutlich schöner klingt als "Spyware" und bedeuten soll, dass diese Applets einem kostenlosen Stück Software werbend bei der Refinanzierung helfen sollen. Schön wäre es, wenn es dabei nur um den Download diverser Werbebanner ginge, doch das Internet ist nun einmal keine Einbahnstraße: Ad-Ware fischt Informationen aus dem Rechner des Nutzers, identifiziert Nutzer, meldet Daten über den Rechner und die dort installierten Programme, registriert und protokolliert alle Tätigkeiten im Internet - und all das gilt schon für die "legalen" Varianten der Schnüffler. "Intelligent" nennen Marketer so etwas - und das heißt in der Regel, dass man das gerade nicht wäre, würde man so etwas auf dem heimischen Rechner tolerieren.

Denn wer hier was wem meldet, das bleibt in aller Regel im Dunkeln. Manche Ad-Ware operiert relativ offen, ist in eigenen Verzeichnissen auf der Festplatte zu finden. Doch die meisten Programme verstecken sich im Stile bösartiger Viren irgendwo im System, streuen ihre Dateien über eine Vielzahl von Verzeichnissen. Kurzum: Ob ein Rechner von Ad-Ware befallen ist, entdeckt man ohne Hilfsmittel allenfalls per Zufall.

Auch eine Firewall schützt hier nicht: Die Aktivitäten der Ad-Ware sind meist an die des heruntergeladenen Programms gebunden. Wer aber beispielsweise eine P2P-Software nutzt, toleriert nicht nur die Dauerup- und -downloadtätigkeit des Rechners, er wünscht sie sogar. P2P funktioniert nur, wenn alle Tore offen stehen - was die Beliebtheit der Börsen bei Spyware-Betreibern erklärt.

Doch Ad-Ware oder Spyware kann man finden, und man wird sie auch los. Ob man das nun tut oder nicht, ist allerdings eine manchmal schwere Entscheidung: Durch die Koppelung von Kostenlos- und Schnüffel- Programm funktioniert nach einer Deinstallation des Spions oft auch die Software nicht mehr.

Programme gegen Spyware: Pestpatrol, Spyblocker, Ad-Aware. Vorteile, Nachteile, Bezugsquellen. Weiter...

Was der Virenscanner für den kleinen Schädling, ist das Anti-Spionageprogramm für Spyware: Der Knockout.

Bekannt, bewährt und beliebt sind in dieser immer noch sehr kleinen Sparte Software vor allem drei Programme: Pestpatrol, Spyblocker und Ad-Aware.

Pestpatrol kommt mit dem weitreichendsten Anspruch daher. Ein "Anti-Hacker Toolkit" will es sein, gegen "Trojaner", diverse "Backdoor"-Programme und Spyware schützen. Das, sagen diverse Tests einhellig, gelingt dem Programmpaket, das für 29,95 Dollar verkauft wird, auch relativ gut: Pestpatrol "erwischt" so einige schädliche Programme aus diesen Kategorien. Doch wie das so ist mit den Generalisten: Zwar kann Pestpatrol mehr als die beiden Mitbewerber, dafür aber das, was diese können, weniger gut - Spyware eliminieren.

Das schafft zum Beispiel "Spyblocker" deutlich besser - und zeichnet sich zudem dadurch aus, dass es als einziges Programm die mit der Spyware verseuchte Software nicht außer Funktion setzt.

Das schafft Spyblocker auf ganz einfache Weise: Statt die Spyware zu löschen, setzt es diese außer Funktion, indem es jede Internet-Verbindung, die die Spyware aufzubauen versucht, direkt unterbindet. Spyblocker funktioniert also als eine Art auf Spyware spezialisierte Firewall. Das Programm ist Shareware und - für eine Testphase - kostenlos aus dem Web zu laden. Wer eine zeitlich unbegrenzte Vollversion wünscht, muss dafür 19,95 Dollar investieren.

In Kürze:

  • Pestcontrol, Profi-Programm mit breitem Wirkansatz. Findet neben den gängigen Spyware-Programmen auch Hacker-Tools und Trojaner. 29,95 Dollar. Download/Bestellung über Website 
  • Spyblocker, Anti-Spyware-Programm auf Shareware-Basis. Vollversion für 19,95 Dollar. Blockiert Spyware, statt sie zu löschen: Die "Trägerprogramme" bleiben dadurch brauchbar. Download via Website 

Der Platzhirsch: Ad-Aware

Als Volkswagen unter den Spyware-Killern gilt Ad-Aware von der Firma Lavasoft. Das kleine Programm arbeitet zuverlässig, killt (auch quantitativ) die meisten Datenspione, ist äußerst leicht zu handhaben - und dann noch umsonst. Gründe genug, dass Ad-Aware längst zum Standard wurde.

Die Installation dauert nur wenige Minuten, und ähnlich schnell geht Ad-Aware dann zu Sache: Zügig fährt der silbergraue Balken durch das "Scan now"-Fenster, und nach knapp drei Minuten kommt Ad-Aware mit einem Report: 39 Bestandteile von Schnüffelprogrammen fand er im Test, und alle "großen Namen" sind vertreten - von Gator über BDE und Doubleclick bis zu Web 3000. Schnell die Funde markiert und einmal geklickt und schon ist der Rechner ohne Spyware - und ohne funktionierendes P2P-Programm.

Macht nichts, die gibt's ja erstens wie Sand am Meer und zweitens umsonst, und drittens soll es ja immer noch welche geben, die keine Spyware enthalten. Bis man sie erwischt.

In Kürze: Ad-Aware, verbreitetster Spyware-Killer. Kleiner Download, kraftvolles Programm, kostenlos. Häufige Updates. Download via Website .

P.S.: Welche Programme akut mit Spyware verseucht sind, weiß in der Regel der "Spychecker ". Keine vollständige, aber derzeit die beste Datenbank zum Thema.

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