Short Message Studie Flirtzentrale Handy

Fünf Milliarden Kurzbotschaften wurden vergangenes Jahr durch deutsche Mobilfunknetze gejagt. Jetzt wurde wissenschaftlich untersucht, warum man das tut.


Verabredungen treffen und Flirten mit 160 Buchstaben: SMS sind bei den Jugendlichen schwer angesagt
DPA

Verabredungen treffen und Flirten mit 160 Buchstaben: SMS sind bei den Jugendlichen schwer angesagt

Die beiden Kommunikationswissenschafter Patrick Rössler und Joachim Höflich von der Universität Erfurt gelangten bei der Befragung so genannter Heavy User zu interessanten Ergebnissen.


- Allen Befragten macht "Flirten richtig Spaß". Die Bereitschaft, mit Leuten in Kontakt zu treten, die man persönlich noch nicht getroffen hat, ist sehr hoch.
- Die ständige Verfügbarkeit des Mediums, beispielsweise in Notsituationen, wird ebenfalls als sehr vorteilhaft empfunden.
- Weniger wichtig ist den Jugendlichen der Aspekt der Lebenshilfe, also sich gegenseitig Rat zu geben oder die Bindung an die Freunde im Wissen, dass andere an einen denken.


Unerwünschte Nebenwirkungen

Dass diese Milliarden von SMS nicht stillschweigend ankommen, sondern meist mit einem mehr oder weniger penetranten Piepton, wird von über der Hälfte der Befragten als nervig empfunden.

Jedenfalls scheinen die 160 Zeichen ein wichtiger Teil der jugendlichen Sozialisation geworfen zu sein, ziehen bei beiden Initiatoren ihre Schlussfolgerung. "SMS-Botschaften dienen zur Rückversicherung in einem Zeitalter der Mobilität: Man teilt sich mit, wo man gerade ist und was man tut - und unter Partnern schwingt da sogar ein bisschen Kontrolle ist."



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