Sieben Stunden offline NSA-Website unter Beschuss

Die Website des US-Militärgeheimdienstes NSA, unlängst wegen Lauschangriffen auf Internet-User in der Kritik, war gestern sieben Stunden lang nicht erreichbar. Experten gehen von einer gezielten Denial-of-Service-Attacke aus.

Washington - Die Homepage der NSA (National Security Agency) war rund sieben Stunden lang nicht erreichbar. Offiziell wollte sich der US-Militärgeheimdienst nicht dazu äußern, ob der Ausfall durch eine technische Panne oder von Hackern verursacht wurde.

Computerexperten von Keynote Systems und dem Sans Institut in den USA sagten der Nachrichtenagentur AP jedoch, wenn eine Website so lange nicht abrufbar sei, deute dies auf eine sogenannte Denial-of-Service-Attacke hin. Dabei wird die betroffene Website mittels einer extra dafür programmierten Software mit Datenanfragen überflutet, so dass der Server zum Stillstand kommt. Die NSA ist unter anderem dafür zuständig, die Computersysteme der Geheimdienste und anderer Sicherheitsbehörden vor Hackern zu schützen.

Der Vorfall zeige, "dass selbst technologisch geschulte Leute Schwierigkeiten haben, eine Denial-of-Service-Attacke abzuwehren, sagte Alan Paller, Forschungsdirektor bei Sans.

Die NSA war vor kurzem wegen zweifelhafter Abhörpraktiken in die Kritik geraten. Die US-Behörde hatte mit Hilfe von Cookies Daten ihrer Homepage-Besucher gesammelt und auf diese Weise das Surf-Verhalten der Nutzer ausspionieren können. Offiziell rechtfertigte die NSA ihr Vorgehen mit der Angabe, lediglich das Nutzungsverhalten auf der eigenen Website analysieren zu wollen.

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