So funktioniert das Virus "VBS_Homepage_A" macht Büroarbeiter zu Pornosurfern

Das auf einem Visual-Basic-Script "homepage.html.vbs" basierende Virus kursiert offenbar seit Dienstagabend - mit zunehmender Geschwindigkeit. Der Effekt des Virus ist jugendgefährdend, schädigt aber anscheinend den Rechner nicht: "Homepage" ruft Pornoseiten auf.

Es dürfte in vielen Unternehmen in Deutschland zu einer ungewöhnlich ereignisreichen Mittagspause kommen - und zu einer für die Betroffenen auch ziemlich peinlichen. Das Öffnen des Viren-Attachments "homepage.html.vbs" löst eine Befehlskette aus, die den anständigsten Büroleiter zum unfreiwilligen Pornosurfer macht.

Die Effekte des Virus:

  • Selbstvervielfältigung: "Homepage" verschickt sich an die im Adressbuch von Outlook Express verewigten Kontaktpersonen. Das ist tückisch: Die Virenmail tarnt sich auf diese Weise als Post von einem Freund, Bekannten oder Geschäftspartner.
  • Um ein Aufspüren zu erschweren, löscht "Homepage" die ursprüngliche "Infektionsmail" sowohl in der Inbox als auch in der "Deleted Items"-Box von Outlook. Wer die Mail beiläufig öffnet, findet nachher unter Umständen keine Erklärung mehr für den Virenbefall.
  • "Homepage" übernimmt die Kontrolle über die Bewegung im Internet: Jeder Versuch, sich im Web zu bewegen, führt unweigerlich zu einer von vier inzwischen namentlich bekannten Pornoseiten.
  • Weitere Effekte: Bisher unbekannt.

Das Virus kursiert offenbar seit Dienstag abend und wurde zunächst in seiner Gefährlichkeit unterschätzt. Das Virenschutz-Unternehmen Trend Micro stufte soeben das Gefährdungspotenzial des Virus hinauf und warnt nun ausdrücklich vor den "Homepage"-Mails. Nach Informationen des Unternehmens Symantec ist bisher vor allem Europa betroffen - was mit dem Zeitunterschied zu den Vereinigten Staaten zu tun haben könnte. Wenn sich "Homepage" von - was sich derzeit abzeichnet - der größten Welle seit "I love You" zu einer Tsunami auswachsen sollte, dann wird diese die USA erst in den nächsten Stunden erreichen.

Abgesehen von der Peinlichkeit und der Mühe, das Virus nach einem Befall wieder vom Rechner entfernen zu müssen, liegt sein Gefahrenpotenzial vor allem in der schnellen Verbreitung: Durch die Kettenbrief-artige Selbstverbreitung droht sich das "Verkehrsaufkommen" auf Unternehmens-Servern in den nächsten Stunden drastisch zu erhöhen.