So schafft man Standards Der Nippon-Block

Einer für alle, alle für einen wollen fünf schwergewichtige japanische Elektronik-Giganten Stadards schaffen: Hitachi, Matsushita, Sharp, Sony und Toshiba haben beschlossen, wie die interaktive TV-Zukunft aussehen wird.


Lehrstück Sumo-Kampf: Masse in Bewegung ist schwer zu stoppen
DPA

Lehrstück Sumo-Kampf: Masse in Bewegung ist schwer zu stoppen

Neutechnologien verkaufen sich erst dann so richtig, wenn die Kunden sich sicher sind, dass die Ware als "Standard" behandelt werden will. Denn nur der Status des Industrie-Standards verspricht mittelfristig günstige Preise bei Hard-, Software und Zubehöre, und auch, dass der Service auf lange Sicht gewährleistet ist. Nichts ist tödlicher als der offene Wettbewerb verschiedener Standards - siehe DVD-Rekorder, deren Preise und Marktzahlen.

Das, so denken sich das fünf der dicksten japanischen E-Unternehmen, soll im Markt der fröhlichen Medienverschmelzung nicht geschehen: Sie wollen den technischen Standards definieren, über den die Integration von Internet-Diensten ins digitale Fernsehen geschehen soll.

Die Chancen der dicken Fünf stehen nicht nur darum gut, weil sie ein gehöriges Kampfgewicht in die Wagschale werfen: Sie setzen zudem auf einen Software-Standard, der für die Kunden außerordentlich attraktiv, weil billig sein dürfte - Linux.

Mit dem Open-Source-OS im Zeichen des Pinguins experimentieren Matsushtia und Sony schon seit längerem herum. Im Dezember letzten Jahres machten sie eine Kooperation zur Entwicklung eines für die Nutzung in digitaler Unterhaltungselektronik optimierten Linux bekannt.

Der Vorprescher erntet zumindest in Japan Beifall: Mitsubishi, Pioneer, Sanyo und Victor applaudierten bereits lautstark, ihr Beitritt zur Arbeitsgruppe Internet-TV wird erwartet.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.