Suchmaschinen Google will alles wissen, was Sie je wissen wollten

Der Suchmaschinenbetreiber Google will seinen Nutzern einen neuen Service anbieten - und ganz nebenbei möglichst viel über sie erfahren. Der neue Dienst ist ein persönliches Archiv für alle jemals gestarteten Suchanfragen und ihre Ergebnisse.


Google-Suchmaske: Persönliches Sucharchiv
DDP

Google-Suchmaske: Persönliches Sucharchiv

Google wächst und wächst. Eben erst hat der Suchmaschinenbetreiber die Börsen mit Rekordzahlen entzückt. Jetzt will man, dass die Menschen noch mehr Zeit mit der Google-Suche verbringen: Ein neuer Service soll es möglich machen, alle in der Vergangenheit eingegebenen Suchworte und Suchergebnisse aufzurufen - personalisiert natürlich. Für den einen oder anderen könnte eine solche Such-Geschichte durchaus peinlich sein, wenn man nach den Hitlisten der am häufigsten eingegebenen Suchwörter geht. Denn die betreffen häufig eher Intimes.

"My Search History" heißt der neue Dienst, der sich jetzt in der Erprobungsphase befindet. Wer schon ein Google-Login und Passwort hat, etwa weil er sich für den hausinterenen E-Mail-Dienst oder eine Diskussionsgruppe angemeldet hat, kann den Service schon ausprobieren. Mit Hilfe eines auf der Seite gezeigten Kalenders kann ein Tag in der Vergangenheit ausgewählt werden. Dann wird überprüft, wonach sie an diesem Tag gesucht haben und was dabei herauskam. Gelegentlich soll der Dienst auch bei aktuellen Anfragen auf frühere Suchergebnisse verweisen.

Für Nutzer, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen, wird der neue Dienst wohl wenig interessant sein - denn wer möchte Google schon gerne über alles auf dem Laufenden halten, was ihn im Netz interessiert? Noch heikler könnte die Sache für Menschen werden, die sich einen Computer mit anderen teilen - denn der Service lässt sich auch so konfigurieren, dass kein Login eingegeben werden muss, sondern Google einen Nutzer anhand seines Rechners automatisch erkennt. Unvorsichtige könnten also all ihre Suchanfragen mit den lieben Kollegen teilen, die den gleichen Rechner nutzen.

"Man muss sehr gute Computerhygiene pflegen, um das zu nutzen", kommentierte Marissa Mayer, bei Google zuständig für konsumentenorientierte Webprodukte.



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