Südkorea Klage gegen Markteinführung von Windows XP

Das südkoreanische Unternehmen Daum hat vor einem Gericht in Seoul Klage gegen die Markteinführung von Windows XP eingereicht. Die Firma sieht sich durch "unfaire Marktpraktiken" Microsofts bedroht.


Calm down: Mitte des Monats will Bill Gates die Südkoreaner persönlich überzeugen, dass sie ohne Windows XP nicht mehr leben können
REUTERS

Calm down: Mitte des Monats will Bill Gates die Südkoreaner persönlich überzeugen, dass sie ohne Windows XP nicht mehr leben können

Das südkoreanische Internet-Unternehmen Daum Communications will durch gerichtliche Maßnahmen die Einführung des neuen Betriebssystems des Sofwareriesen Microsoft blockieren. Der führende Internet-Portal-Serviceanbieter des Landes reichte eigenen Angaben zufolge am Donnerstag einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Verkauf von Windows XP beim Seouler Bezirksgericht ein.

Daum wirft Microsoft unfaire Marktpraktiken vor. Der Softwarekonzern wolle seine dominante Marktstellung dazu nutzen, um die Kunden zum Kauf seiner Produkte zu zwingen. Microsoft habe sein neues System mit einer Reihe von Applikationen wie Internet-Telefonie, digitale Bildbearbeitung und sofortige Nachrichtenmitteilung (Instant Messaging) verknüpft, die umsonst verfügbar seien.

Bereits im September hatte Daum offiziell Beschwerde gegen Microsoft bei der staatlichen Handelskommission in Seoul eingelegt. Der Verkaufsstart von Windows XP ist in Südkorea für den 26. Oktober terminiert. Zuvor will Microsoft-Gründer Bill Gates Mitte dieses Monats auf einer Werbetour für das neue System nach Seoul kommen. Microsoft verfügt in dem ostasiatischen Land bei Betriebssystemen über einen Marktanteil von mehr 90 Prozent. Daum deckt zu 20 Prozent den Markt für das Instant Messaging ab.



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