Tauschbörsen Jetzt geht es auch Gnutella an den Kragen

Die US-amerikanische Filmindustrie will gegen den Tausch von Spielfilmen über das Internet vorgehen. Das Hauptziel dabei: Der File-Sharing-Dienst Gnutella. Dumm nur, dass der sich nicht so einfach abschalten lässt wie beispielsweise Napster.

Los Angeles - In einem Brief hat der Verband der US-Fimstudios (MPAA) mehrere Internet-Provider und Universitäten in den USA aufgefordert, Kunden und Studenten vom Internetzugang auszuschließen, falls diese Film-Dateien über illegale Tauschdienste herunterladen. Konkret benannt wurde die Plattform Gnutella.

Anders als Napster handelt es sich bei Gnutella allerdings um eine unkontrollierte Tauschbewegung ohne zentrale Verwaltung. Gnutella ist eine Software, die nach dem so genannten Peer-to-Peer-Verfahren (P2P) funktioniert, bei dem schier endlos viele Computer eine Kette bilden und die gewünschten Daten von Rechner zu Rechner weiter gereicht werden. Dabei kann es sich außer um MP3-Dateien auch um jedes andere Format handeln, beispielsweise auch um Filme. Wegen des fehlenden Zentralrechners haben Copyright-Inhaber bei Gnutella keine Möglichkeit, wie bei Napster eine Abschaltung des Dienstes zu erwirken.

Die MPAA verweist den Providern gegenüber auf den Digital Copyright Millennium Act (DCMA), der das Anbieten von urheberrechtlich geschützten Werken verbietet. Nach Ansicht des Studio-Verbandes ist auch das Tauschen über Gnutella ein solches Anbieten.

Einem Bericht des Online-Informationsdienstes Cnet zufolge hat Excite@Home als erster großer Internet-Provider auf den Rundbrief reagiert. Excite@Home habe etwa 20 E-Mails an Kunden versandt, die nachweislich über Gnutella tauschten, und ihnen mit Kündigung der Mitgliedschaft gedroht. Marktbeobachter erwarten, dass sich auch der Musikverband RIAA der Aktion anschließen wird.

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