Tech-Trends 2008 Minimini-Laptops, Taschenkino, Dioden-TV

Hauptsache klein, cool, unterhaltsam - das ist die Zukunft: SPIEGEL ONLINE zeigt die heißesten Neuigkeiten von der Mega-Messe CES. Und lässt Sie entscheiden: Was ist wirklich interessant, was braucht niemand?

Im Folgenden sehen Sie den letzten Teil unserer Auswahl der CES-Highlights - klicken Sie hier, um zum ersten Teil zu kommen.


E-Leads Noahpad - digitaler Bilderrahmen und mehr

Seit der CES wissen wir, dass es wirklich zum Trend wird: Das Jahr 2008 beschert uns eine Reihe an Einfachst-Laptops für unterwegs nach dem Grundprinzip des EeePC. Der erste echte Herausforderer kommt aus Taiwan und ausgerechnet von einem Unternehmen, das mit Laptops bisher überhaupt nichts am Hut hatte: E-Lead war bisher der "führende Anbieter von Auto-Elektronik in Taiwan".

Das ist weit naheliegender als es zunächst klingt: Mit kleinen LC-Displays und kompakten Rechnern dürften die sich wohl auskennen. Ihr Noahpad ähnelt dem EeePC von Asus rein äußerlich frappierend, ist aber noch schlanker. Keine 800 Gramm bringt das Ding auf die Waage.

Ansonsten soll das Noahpad einiges mehr können als der EeePC: Mit einer 30-GB-Platte und einem 1 GHz-Prozessor (Via) ausgerüstet, läuft der Mini-PC von Haus aus auf Linux, soll aber auch mit Windows XP zurechtkommen. Der Bildschirm ist wie bei Asus 7 Zoll klein, emuliert aber auch eine Auflösung von 1024 mal 768 Pixel - das erspart das hin- und herscrollen bei Web-Seiten.

Seine Herkunft offenbart der Noahpad, wenn man den Bildschirm nach hinten umklappt: Dann kommt das Ding als Tablet oder UMPC daher und kann - wenn man ihn mit einem entsprechenden Bluetooth-Dongle aufrüstet - als GPS-getriebenes, dann extra-großes Navigationsgerät im Auto einsetzen. Dass die Firma keine humorfreie Zone ist, beweist E-Lead mit seinen PR-Bildern des Mini-PCs: Auf zweien ist der PC als digitaler Bilderrahmen im Einsatz - in einem Fall wurde er einfach über einen Kleiderbügel gehängt. Das soll Flexibilität demonstrieren. Was der Spaß kosten soll, ist noch nicht bekannt.

Logitecs Dinovo - die Minitastatur

Logitec sucht den Weg ins Wohnzimmer: Die kleine Bluetooth-Tastatur ist als Bedienelement für Multimedia-PCs gedacht - womit natürlich vor allem Media-Center-Rechner gemeint sind.

Denn das passt ja wirklich nicht: Mit einer breiten Tastatur auf dem Sofa zu sitzen und die vielleicht dann noch auf dem Tischchen liegen lassen - das passt in die studentische Bude, aber nicht in die gestylte Wohnlandschaft gehobener Einkommensklassen. Die kleine Dinovo klappt man am Ende einfach zu, dann liegt sie dort als hinreichend zierliches Etui.

Sondertasten für die persönliche Mediathek und Internet-Anwendungen sollen für bequemen Zugang sorgen, auch wenn sich die Finger arg drängen auf dem winzigen Keyboard. Nicht ganz so klein fällt der Preis aus: 149 Euro soll das Schmuckstückchen kosten.

Lenovos Ideapad - ziemlich bunt

Dass der chinesische PC-Hersteller Lenovo, der die Laptop-Linien von IBM aufkaufte und weiterführt, sich nun verstärkt auch außerhalb der asiatischen Märkte engagieren will, war erst kürzlich zu hören. Die Ideapad-Produktlinie brachte es aus dem Stand zu einem CES-Award.

Die kommen - ganz anders als die ThinkPads aus dem IBM-Erbe - bunt in mehreren Farben daher und signalisieren damit, wofür sie gedacht sind: Für den eher Entertainment-orientierten Käufer. Nur konsequent ist also, dass sie mit entsprechender Media-Software und Dolby-Sound ausgestattet sind. Berührungsempfindliche Sondertasten sollen für Komfort sorgen, das Display erinnert eher an einen Fernseher: Viel Rand ist da nicht mehr.

Ansonsten gibt es sie in verschiedenen Konfigurationen bis hin zu Rechnern, die mit Core-Duo-Prozessoren und 256-MB-Grafikkarten sowie 500 GB-Platten bestückt Preise im oberen Bereich der Klasse von 1500 bis 2000 Euro erwarten lassen. Dafür gibt es sie verpackt in ein Chassis, das nicht nur Farbe, sondern auf Wunsch auch Texturen bietet: Schicker ist da nur noch echtes Leder.

Iriver W 7 - Video-Taschenkino und Navigator

Alleskönner waren das große Motto der letzten Jahre, immer mehr Geräteklassen verschmolzen miteinander: Längst sind Telefone auch Kameras und MP3-Player und GPS-Empfänger und ...

Das, dachten sich wohl die Entwickler von iriver, einst Vorreiter bei der Entwicklung von MP3-Playern und Multimedia-Portables, können wir auch - und heben mit dem W7 nun ein Video-Taschenkino aus der Taufe, das zugleich auch Navigator ist.

Elegant ist allerdings die Lösung, die iriver dafür fand: Das GPS-Modul ist nicht in den Player integriert (der dadurch rank und schlank bleibt), sondern in die Autohalterung für das Gerät. Rund 215 Euro muss man für die 8-GB-Version hinlegen, was den Player nicht unbedingt zu einem Schnäppchen macht. Immerhin bekommt man dafür ein Gerät, das sich durch Module ausbauen lässt - was den Juroren eine Messeauszeichnung der CES wert war.

Sony XEL-1 - Fernseher aus OLEDs

Von Sony kommt in diesem Jahr eine echte Innovation, wenn auch erst einmal im Kleinformat. Das kryptisch XEL-1 getaufte Gerätchen ist ein Fernseher, der auf OLEDs beruht - "Organic Light Emitting Diode".

Organisch heißen solche Leuchtdioden nicht nur, sie sind es auch: Ihre Dioden bestehen aus Polymeren, was nicht nur eine weit kostengünstigere Herstellung ermöglicht, sondern auch ganz neue Dimensionen. Denn OLED-Displays kann man hauchdünn fertigen, wenn man will, sogar biegbar.

Das ist bei einem Fernseher nicht unbedingt angesagt - aber selbst in Zeiten der Flachglotzen ist ein nur 3mm (!) dünner Bildschirm noch ein prestigeträchtiger Hingucker.

Der XEL-1 von Sony ist das erste serienreife OLED-Gerät, das in den Verkauf kommt. Bereits Ende dieses Monats soll es in den USA erhältlich sein. Wie das so ist bei wirklich neuen Technologien, wird dieser Spaß alles andere als billig. Während die LCD-TVs der 32 bis 37-Zoll-Klasse sich längst Richtung 500 Euro orientieren, wird der XEL-1 in den USA satte 2500 Dollar kosten. Für einen 11-Zoll-Fernseher ist das eine Menge Geld. Trotzdem: OLED-Technik soll den Herstellern von LCD- und Plasmafernsehern in den nächsten Jahren kräftig Konkurrenz machen.

Motorolas Rokr E8 - der Publikumspreisträger

Zuletzt hatte Motorola mit seinen als kultig geltenden Handy-Designs ein paar Problemchen. Das Rokr E8 scheint das wieder zu ändern: Das Gerät erhielt immerhin den Publikumspreis der CES

Zu verstehen ist das erst, wenn man das Gerät in Aktion sieht: Was auf dem Bild links wie ein sturznormales Handy anno 2003 aussieht, ist in Wahrheit ein berührungsempfindliches Display, das je nach Nutzung seine Gestalt ändert.

Serviert bekommt der Telefoniker immer nur die Anmutung der Knöpfe, Schieber und Regler, die er gerade braucht. Stärken entfaltet das Rokr neben den Telefonieanwendungen vor allem als MP3-und Multimedia-Player.

2 GB Speicher sind kein Übermaß, aber schon ganz ordentlich, die Ausstattung mit Bluetooth und USB-Schnittstelle sorgt für die Brücke zum PC. Verkauft wird es als "Welt-Telefon", das auch das in den USA übliche Edge-Band bedient. Der Preis steht noch nicht fest, ist hierzulande aber auch weniger relevant: Wie interessant das Angebot wird, hängt davon ab, was für Bündel die Telkos damit schnüren.


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pat

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