Telekom Kabel wird teurer, Telefonanschluss auch

Mit internationalen Firmenkäufen und UMTS-Geboten hat die Telekom einen immensen Schuldenberg aufgetürmt, ausbaden muss das offenbar die Kundschaft. Der Konzern will Zeitungsberichten zufolge nicht nur die Gebühren für neue Telefonanschlüsse erhöhen, sondern auch die für Kabel-Kunden.


Ein Arbeiter verlegt TV-Kabel: Die Kunden zahlen offenbar dafür, dass die Telekom ihr Kabelnetz bisher nicht verkaufen konnte
AP

Ein Arbeiter verlegt TV-Kabel: Die Kunden zahlen offenbar dafür, dass die Telekom ihr Kabelnetz bisher nicht verkaufen konnte

Bonn - 66 Milliarden Euro Schulden - kein Wunder, dass der Interimschef der Telekom, Helmut Sihler, vor allem eins will und muss: Kosten drücken, Gebühren erhöhen, Personal abbauen, Firmenteile verkaufen. Unternehmenssteile wie die US-Tochter VoiceStream könnten abgestoßen werden - und überall, wo es geht, holt sich die Telekom Geld vom Kunden zurück.

Nachdem offenbar schon seit längerem intern geprüft wird, die Grundgebühr für den Telefonanschluss zu erhöhen, will die Telekom nach Informationen des "Handelsblatts" auch für einen neuen Telefonanschluss mehr verlangen als bisher. Neben der Pauschale von bislang 44,45 Euro sollten von den Kunden zusätzlich alle Arbeiten vom Verlegen der Leitung bis zur Telefonsteckdose bezahlt werden, wenn sich in der neuen Wohnung kein Anschluss befindet und der Kunde lediglich einen analogen Telefonanschluss wünscht. Noch immer sei es für die Telekom ein Verlustgeschäft, Festnetz-Anschlüsse für Kunden einzurichten und sie aufrechtzuerhalten, schreibt das Blatt zur Begründung. Konkrete Zahlen darüber, wie teuer die Anschlusseinrichtung sein könnte, nennt die Zeitung nicht.

Diese Gebührenerhöhung ist aber offenbar nicht die einzige: Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, sollen auch die Grundkosten für Kabelanschlüsse um bis zu einen Euro je Anschluss und Monat zu steigen. Bisher werden etwa für einen Einzelnutzervertrag 13,35 Euro im Monat berechnet. Durch die Gebührenerhöhung wolle die Telekom kurzfristig die Einnahmen steigern - und mittelfristig die Chancen für einen bisher immer wieder gescheiterten Verkauf ihres Kabelnetzes steigern, schreibt die Zeitung.

Auch die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet, in der Branche werde mit einer Gebührenerhöhung von rund zehn Prozent gerechnet. Einzelheiten wolle die Kabel-Tochter der Telekom am Mittwoch bekannt geben.



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