Time Capsule Apples Backup-Flunder schweigt und schuftet

5. Teil: Funktionsvielfalt - Mehr? Nicht viel drin.


Apple hat die Zeitkapsel für Backups gemacht, viel mehr ist nicht drin. Das merkt man schon daran, dass sich nicht festlegen lässt, wie viel Speicherplatz auf der Zeitkapsel für Backups, wie viel für andere Dateien reserviert sein soll. Was frei ist, wird mit Backups überschrieben - Punkt. Solange Platz frei ist, kann man auf dem Zeitkapsel-Laufwerk natürlich auch ganz normal Dateien ablegen und von mehreren Rechnern darauf zurückgreifen.

Mit einem kleinen Trick bekommt man aber garantierten Speicherplatz: Über den USB-Anschluss der Zeitkapsel kann man Festplatten oder Speichersticks anschließen. Die tauchen dann als eigenes Laufwerk auf allen Rechnern im Netzwerk auf. Als Backup-Ziel lässt sich aber immer nur ein Laufwerk der Zeitkapsel bestimmen - alle anderen bleiben garantiert frei von Sicherungsdaten. Mehrere physische Laufwerke lassen sich nicht zu einem einzigen virtuellen Speicher-Monster zusammenfassen.

Als Serverersatz taugt die Zeitkapsel also nur bedingt. Man kann weder Speicherplatz als normale Dateiablage reservieren noch Ordner mit bestimmten Zugriffsrechten versehen. Mit dem Login eines Nutzerkontos kann man entweder alles oder nichts auf der Zeitkapsel lesen oder verändern. Nett, aber höchstens fürs Kleinbüro tauglich ist die Möglichkeit, über den USB-Anschluss der Zeitkapsel einen Drucker anzuschließen: Man kann von allen Rechnern im Heimnetz aus drucken - aber wenn es zwei zugleich versuchen, bekommt einer eine Fehlermeldung.

Natürlich kann man sich bei einer Funk-Flunder mit 500 Gigabyte Speicherplatz mehr Funktionen vorstellen als Apples Zeitkapsel bietet. Warum fungieren zum Beispiel die Netz-Laufwerke von anderen Anbietern wie Synology als iTunes- und Media-Server für Fotos und Filme, während Apples Funk-Speicher überhaupt keine Netzwerk-Unterstützung für iTunes, iPhoto oder AppleTV bietet?

Aber Apple preist die Zeitkapsel weder als Druck-, Medien- noch als Datenserver an, sondern als Backup-Hilfe. Und als solche funktioniert die Zeitkapsel wunderbar - auch für die Notebooks im Heimnetzwerk.



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