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29. Januar 2009, 12:07 Uhr

Tintenstrahl-Technik

Sony patentiert Touchscreen-Drucker

Bilder drahtlos aus der Kamera auf den Drucker kopieren, mit den Fingern auf einem Bildschirm bearbeiten und sofort in Farbe zu Papier bringen: Sony arbeitet offenbar an einem neuen Tintendrucker, bei dem ein Touchscreen die entscheidende Rolle spielt.

Die eigentliche Neuheit wird erst im fünften Absatz erwähnt: "Das Display hat eine Touch-Panel-Funktion." Von Handys, Notebooks und MP3-Playern kennt man so etwas ja schon - als Merkmal eines Druckers ist es neu. Zu lesen ist der Satz im US- Patentantrag 20090022510, eingereicht am 22. Januar 2009 von der Sony Corporation.

Und was man sonst noch zu lesen bekommt in dieser Patentschrift, zeigt deutlich, dass die Ingenieure des japanischen Konzerns tatsächlich eine Anwendung gefunden haben, die den Einsatz eines berührungsempfindlichen Bildschirms sinnvoll erscheinen lässt. Die Bilder, die dem Antrag beigefügt sind, lassen zudem hoffen, dass der geplante Touchscreen-Drucker nicht nur modern, sondern auch noch schick und wahrscheinlich sogar mobil werden wird.

Dabei macht die Einleitung des Patentantrags alles andere als Lust zum Weiterlesen. Von einem "Bildformenden Gerät mit einem Auswurfschacht und einem Display, das auf sein Gehäuse montiert ist", ist dort die Rede. Aha, ein Drucker mit Display also. Die gibt es zuhauf, doch dieser wird anders.

Die Bilder kommen drahtlos

Das liegt zunächst einmal an seinem Touchscreen, der Sonys Illustrationen zufolge den gesamten Gehäusedeckel einnimmt. Mit diesem Bildschirm soll der Anwender die Möglichkeit haben, "die Bilder zu durchstöbern oder sie auszudrucken und über den Ausgabeschacht neben dem Display zu erhalten". Von Möglichkeiten, die Bilder zu manipulieren, zu verändern und zu bearbeiten, ist zumindest bisher noch nicht die Rede - aber vielleicht mag Sony einfach noch nicht alles verraten.

Bestechend ist auch die Art und Weise, wie den Entwicklern zufolge die Bilder in den Drucker gelangen sollen. "Die Oberfläche ist ein Touchscreen, der drahtlos mit einer Digitalkamera Verbindung aufnehmen und deren Bilder automatisch in den eigenen Speicher kopieren kann", heißt es da. Um den Transfer in Gang zu setzen, solle es reichen, die Kamera "irgendwo auf dem Touchscreen abzulegen."

Magie und Hightech

Hört sich nach einer gediegenen Mischung aus Magie und Hightech an und erinnert ganz gewaltig an Konzepte, die Microsoft mit seinem Surface Table entwickelt hat. Mit welcher Technik Sony die drahtlose Verbindung aufbauen will, lässt der Patentantrag offen, denkbar wäre sicherlich Bluetooth. Aber auch die Near Field Communication-Technologie (NFC), die Sony gemeinsam mit Philips entwickelt hat, könnte integriert sein, um im Tandem mit Bluetooth die Erkennung der Kamera und die Steuerung der Übertragung zu gewährleisten.

Noch aber ist all das Science-Fiction. Bislang gibt es keine einzige Kamera, die sich als Gegenstück für einen solchen Drucker eigenen würde. Aber auch die könnte der japanische Konzern selbst nachliefern. Sicher ist nur: Sony arbeitet da an einem innovativen neue Druckkonzept, und der dafür eingereichte Patentantrag lässt hoffen, dass entsprechende Geräte zumindest in absehbarer Zeit tatsächlich auf den Markt kommen werden - wenn der Konzern nicht aus Geldmangel die Entwicklung bremsen muss.

mak

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